Riesen-Überraschung: Söder macht diesen Münchner zum neuen Justizminister

Nach dem überraschenden Rückzug von Georg Eisenreich deutete wenig darauf hin, dass Söder wieder auf die Großstadt-CSU zurückgreift. Doch nun hat er es doch wieder getan. Die AZ erklärt die Lage.
von  Felix Müller
Die Münchner CSUler (v.l.) Manuel Pretzl, Clemens Baumgärtner, Georg Eisenreich und Josef Schmid.
Die Münchner CSUler (v.l.) Manuel Pretzl, Clemens Baumgärtner, Georg Eisenreich und Josef Schmid. © IMAGO/B. Lindenthaler (www.imago-images.de)

Der Regionalproporz ist noch was wert in der CSU. Und so war es auch kein Wunder, dass nach Georg Eisenreichs Rückzugserklärung als Justizminister sofort auch Spekulationen begannen, welcher Münchner auf ihn folgen könnte. Nur: In diesem speziellen Fall gingen selbst sehr selbstbewusste Münchner CSU-Größen nicht davon aus, dass Söder die Landeshauptstadt letztlich wieder beehren würde.

Denn mit Markus Blume als Wissenschaftsminister hat der Bezirksverband immerhin weiter einen Vertreter und die CSU Oberfranken etwa habe gar keinen. Der Landtagsabgeordnete Alexander Dietrich schien Einer sein zu können. Aber er wechselt gerade auf einen Top-Posten zur Stadt München, steht nicht zur Verfügung. Es gab sogar Stimmen in der CSU, die sagten Eisenreichs Rückzug käme Söder sehr recht, weil er ohnehin eine größere Personalrochade im Kabinett plane.

Über Schmid war nach Eisenreichs Rückzug spekuliert worden - aber für einen anderen Posten

Ein Name, der in der Münchner CSU wie berichtet trotzdem ständig fiel, war Josef Schmid. Der ehemalige OB-Kandidat (2008 und 2014), Zweite Bürgermeister, Wiesn-Chef und heutige Landtagsabgeordnete wurde aber als künftiger Münchner Parteichef gehandelt, den Posten will Eisenreich ja ebenfalls räumen. Nun, am Montag, die Überraschung: Markus Söder setzt auf Schmid als neuen Justizminister, München ist damit weiter mit zwei Ministern im Kabinett vertreten.

Das erklärte der Ministerpräsident nach übereinstimmenden Angaben von Teilnehmern in einer internen Sitzung der CSU-Fraktion in Kloster Banz. In der Münchner CSU dürfte die Entscheidung gut ankommen, dort hat Schmid weiter eine große Hausmacht, gilt als Einer, der sich immer um seine Partei gekümmert hat. 

Eisenreich plant, nach dem Ende der laufenden Wahlperiode seine politische Karriere zu beenden, sein Ministeramt möchte er bereits in der kommenden Woche r vorzeitig abgeben. Dann soll sein Nachfolger im Landtag ernannt und vereidigt werden.  Und das wird Josef Schmid sein.

Ob er dann trotzdem auch München-Chef der Partei wird? Ein gewisses Grummeln zumindest hatte es um Eisenreich gegeben. Weil der Job des Justizministers nicht genug Zeit lasse, sich um die Organisation des Münchner Bezirksverbands zu kümmern.

Und im Kabinett? Da gab es auch außer Schmid noch eine kleine Änderung.  Europaminister Eric Beißwenger flieht raus, für ihn rückt der Chef der Jungen Union Bayern, Manuel Knoll, in den Ministerrat auf. Er soll Staatsminister für Jugend und Demokratie werden, hieß es am Montag. Den Posten hatte es bisher gar nicht gegeben.

 

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