Repräsentative Umfrage: München ist schön, aber...

Die Stadt wollte in einer repräsentativen Umfrage von ihren Bürgern wissen, wie es ihnen in der Stadt geht. Das Meinungsbild ist durchaus zweideutig.
| Florian Zick
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Die Themen Wohnen, Sicherheit und Verkehr beschäftigen die Münchner besonders.
Peter Kneffel/dpa Die Themen Wohnen, Sicherheit und Verkehr beschäftigen die Münchner besonders.

München - Alle paar Jahre fragt die Stadt ihre Einwohner: Münchner, wie gefällt’s dir eigentlich hier? Und meistens ist die Antwort ziemlich ambivalent: Ja, scho schee hier. Aber irgendwie auch teuer, voll und gar nicht so perfekt, wie man vielleicht meinen mag.

Nun hat die Stadt erneut eine Bevölkerungsumfrage durchgeführt – es ist die Fünfte seit 1992. Die Ergebnisse werden diese Woche dem Stadtrat vorgestellt. Und wieder ist das Meinungsbild recht zweideutig.

Zwar fühlen sich die Münchner durchaus mit ihrer Stadt verbunden. 87 Prozent der knapp 6.000 Befragten hegen eine "sehr starke" oder "eher starke" Zuneigung. Und auch mit der Lebensqualität sind die meisten trotz des größer werdenden Gedränges immer noch zufrieden. Vor allem am Kulturangebot, dem öffentlichen Nahverkehr und der Attraktivität der Parks haben wenige etwas auszusetzen. Es gibt aber auch Kritik.

Absolutes Sorgenkind Nummer 1 ist nach wie vor die Versorgung mit Wohnungen. Zwei Drittel geben an, mit dem Münchner Wohnungsmarkt "unzufrieden" oder gar "sehr unzufrieden" zu sein. Kein Wunder: Bei 61 Prozent der Geringverdiener, die weniger als die Hälfte des Münchner Durchschnittseinkommens haben, frisst die Miete schließlich mindestens 40 Prozent des Gehalts auf. Nur zwei Prozent geben an, in diesem Bereich überhaupt keine Sorgen zu haben.

Sozialen Wohnungsbau intensivieren

Als Lösung schlagen die Befragten vor, den sozialen Wohnungsbau zu intensivieren. Gerne soll dafür in die Höhe gebaut oder Dachgeschosse ausgebaut werden. Jeweils eine Mehrheit ist dafür. Grünflächen am Stadtrand zuzubauen, lehnen die meisten jedoch ab.

Auch beim Verkehr muss nach Ansicht der Münchner viel getan werden. 83 Prozent geben an, zur Verbesserung der Luft auch selbst bereit zu sein, weniger mit dem Auto zu fahren. Eine Mehrheit hält auch die Förderung von Elektroautos, zeitweilige Fahrverbote und die blaue Plakette für sinnvoll. Eine City-Maut findet dagegen nur wenige Anhänger.

Auch nach ihrem Sicherheitsgefühl wurden die Münchner befragt. Tagsüber gibt es da so gut wie kein Problem. Nachts allerdings sieht die Stimmungslage anders aus. Vor allem Frauen fühlen sich, wenn es dunkel ist, nicht mehr überall wohl. In Bus und Bahn sind es über 40 Prozent, die ein unsicheres Gefühl beschleicht, in den Parks sind es sogar über 70 Prozent der befragten Frauen.

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