Report legt offen: So oft melden sich Münchner krank

Die Münchner gehören zu den gesündesten Deutschen. Bei der Zahl der Krankmeldungen zog die Stadt mit Starnberg gleich, der bislang gesündesten Region. Dafür leiden wir immer häufiger an Depressionen und Angstzuständen. 
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München - Wir sind gesünder als der Rest Bayerns und auch der gesamten Republik. Zumindest meldete sich 2016 niemand seltener krank im Job als wir Münchner. Der ohnehin schon niedrige Krankenstand ist seit dem Vorjahr sogar noch weiter gesunken. Die Ausfalltage fielen um 0,2 Prozentpunkte auf 2,7 Prozent - das belegt der jährliche Gesundheitsreport der Krankenkasse DAK-Gesundheit.

Der Krankenstand in München liegt deutlich unter dem bundesdeutschen Durchschnitt. Quelle: DAK-Gesundheitsreport für Bayern 2017

Damit gab es in der Landeshauptstadt und dem Landkreis München den niedrigsten Krankenstand im ganzen Freistaat. Umgerechnet bedeuten die 2,7 Prozent, dass an jedem Tag des Jahres von 1.000 Arbeitnehmern 27 krankgeschrieben waren. Nur in Starnberg war die Quote genauso niedrig. Im deutschlandweiten Vergleich schafft es lediglich Stuttgart gleichzuziehen.

Der höchste Krankenstand in Bayern wurde mit 4,4 Prozent in den Landkreisen Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld verzeichnet. Die kränkeste Region Deutschlands liegt in Mecklenburg-Vorpommern, 6,8 Prozent der Beschäftigten fielen in Uecker-Randow krankheitsbedingt aus.

München zeiht mit Starnberg gleich, der bislang gesündesten Region Deutschlands. Quelle: DAK-Gesundheitsreport für Bayern 2017

Zahl der psychischen Erkrankungen steigt weiter

Der Vergleich zum Vorjahr bereitet aber beim Blick auf psychische Erkrankungen Sorge. Mehr als jeder fünfte Ausfalltag war in München auf Depressionen, Angstzustände oder andere psychische Leiden zurückzuführen. Das sind zehn Prozent mehr als noch 2015. Die DAK führt das vor allem auf die längere Erkrankungsdauer der Betroffenen zurück.

Zweithäufigste Ausfallursache waren Muskel-Skelett-Beschwerden wie Rückenschmerzen, auch hier nahm die Häufigkeit um drei Prozent zu (diese Tipps helfen bei Rückenschmerzen). Einen deutlichen Rückgang um 22 Prozent gab es bei den Atemwegserkrankungen wie beispielsweise Bronchitis. Mit einem Anteil von knapp 16 Prozent am gesamten Krankenstand lagen sie auf Platz drei.

Spitzenreiter sind nach wie vor psychische Erkrankungen. Quelle: DAK-Gesundheitsreport für Bayern 2017

Rund 77 Prozent der Erwerbstätigen berichten von Schlafproblemen. Seit 2010 stieg der Anteil der von Ein- und Durchschlafproblemen betroffenen 35- bis 65-jährigen Arbeitnehmer um 57 Prozent. Jeder 16. Arbeitnehmer in Bayern leidet unter schweren Schlafstörungen (Insomnien) mit Ein- und Durchschlafstörungen, schlechter Schlafqualität, Tagesmüdigkeit und Erschöpfung. Die Zahl der davon Betroffenen ist seit 2010 um 15 Prozent gestiegen.

Das wirkt sich auch auf die Krankmeldungen aus. Die Fehltage aufgrund von Schlafstörungen verdoppelten sich seit 2005, bei einhundert Versicherten kommen 3,38 Tagezusammen. Die große Mehrheit der Bayern versucht allein mit den Schlafproblemen zurechtzukommen und geht nicht zum Arzt. Lediglich fünf Prozent der Erwerbstätigen waren im vergangenen Jahr deswegen in einer Praxis.

Das sind die Gründe für Schlafstörungen

Wer häufig an der Grenze seiner Leistungsfähigkeit arbeitet, steigert sein Risiko schwere Schlafstörungen zu entwickeln. Auch starker Termin- und Leistungsdruck, Überstunden sowie Nachtschichten und ständige Erreichbarkeit nach Feierabend sind Risikofaktoren.

Viele Arbeitnehmer in Bayern sorgen laut DAK aber auch selbst für einen schlechten Schlaf. Nach der Studie schauen 83 Prozent der Erwerbstätigen vor dem Einschlafen Filme und Serien, 70 Prozent erledigen abends private Angelegenheiten an Laptop oder Smartphone.

Jeder Zehnte im Freistaat kümmert sich noch um dienstliche Dinge wie E-Mails oder die Planung des nächsten Arbeitstages. "Viele Menschen haben nachts das Smartphone an der Steckdose, können aber ihre eigenen Akkus nicht mehr aufladen", so Günter Köll, Chef der DAK-Gesundheit in München. "Die Beschwerden müssen ernst genommen werden, da chronisch schlechter Schlaf der Gesundheit ernsthaft schaden kann."

Lesen Sie auch: Statistisches Jahrbuch - eine Stadt in Zahlen: So tickt unser München

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