Rentner radeln gefährlich

  Einer Allianz-Studie zufolge sind Senioren auf dem Fahrrad besonders gefährdet: 54 Prozent aller getöteten Fahrradfahrer sind alte Menschen – viele von ihnen fahren ohne Helm  
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Trauriger Alltag auf Münchner Straßen: Die Unfälle vor allem mit älteren Radlfahrern nehmen zu.
imago Trauriger Alltag auf Münchner Straßen: Die Unfälle vor allem mit älteren Radlfahrern nehmen zu.

 

 

Einer Allianz-Studie zufolge sind Senioren auf dem Fahrrad besonders gefährdet: 54 Prozent aller getöteten Fahrradfahrer sind alte Menschen – viele von ihnen fahren ohne Helm

München - Eine aktuelle Studie der Allianz zeigt: Ältere Fahrradfahrer sind am meisten gefährdet. 54 Prozent aller 2012 getöteten Radfahrer waren älter als 64 Jahre (221 von 406 Personen). Noch im Jahr 2011 waren es 53 Prozent, im Jahr davor 52 Prozent. Der Anstieg erklärt sich nicht nur durch den wachsenden Anteil der Senioren an der Bevölkerung. Die Getötetenrate der Radfahrer pro 100000 Einwohner der jeweiligen Altersklasse ist seit vielen Jahren bei den Senioren weit mehr als doppelt so hoch wie bei der Gesamtbevölkerung.

 

Im Jahr 2012 waren es 1,3 getötete Senioren pro 100000 Einwohner gegenüber 0,5 in der Gesamtbevölkerung. Insgesamt liegt der Anteil der getöteten älteren Fahrradfahrer an allen im Straßenverkehr getöteten Senioren mit 22 Prozent doppelt so hoch wie der Anteil aller Fahrradfahrer am Unfallgeschehen (11 Prozent). „Ältere Fahrradfahrer sind bei Unfällen mehr als doppelt so gefährdet wie der Durchschnitt. Das liegt vor allem an ihrer höheren Verletzbarkeit“, sagt Dr. Christoph Lauterwasser, Leiter des Allianz Zentrum für Technik und Herausgeber des Allianz Sicherheitsreports.

Wie die jüngst veröffentlichte Erhebung der Bundesanstalt für Straßenwesen zur Helmtragequote für 2012 zeigt, tragen nur zwölf Prozent der älteren Fahrradbenutzer einen Fahrradhelm. Somit liegen diese Tragequoten aktuell leicht unter dem Durchschnitt der Gesamtbevölkerung (2012: 13 Prozent).

„Bezieht man in die Risikobetrachtung die möglichen Beeinträchtigungen durch Mehrfachmedikation und typische Gefäßerkrankungen der Senioren ein, die bei Stürzen mit Kopfverletzungen die Gefahr von Blutgerinnseln begünstigen, zeigt sich umso mehr, dass der Helm für ältere Menschen auf dem Rad ein lebenswichtiger Schutz ist“, ergänzt Dr. Lauterwasser.

Außerdem sollte der schützende Fahrradhelm von der Bevölkerung nicht bloß als Sportbekleidung, sondern als ein wie selbstverständlich zum Fahrrad gehörendes Zubehör betrachtet werden. Bei schwerwiegenden Radunfällen mit ernsten Verletzungen ist zu circa 40 Prozent der Kopf betroffen. Die Unfälle passieren nicht nur mit dem Sportrad bei Überlandfahrten, sondern vor allem in der Innenstadt bei Tag und bei der Fahrt zum Einkaufen.

61 Prozent der getöteten und 83 Prozent der schwerverletzten Radfahrer (über alle Altersgruppen) waren vergangenes Jahr in Deutschland in der Innenstadt verunfallt. Alarmierend ist dabei, dass die Zahl der getöteten Radler im Straßenverkehr 2012 gegen den Trend um zwei Prozent zunahm, während die Zahl aller Getöteten um zehn Prozent sank.

Im Sommer ist das Unfallrisiko am größten. Im Sommer ereignen sich die meisten Fahrradunfälle. 67 Prozent aller verunglückten Radfahrer, 68 Prozent aller Schwerverletzten und 65 Prozent aller Getöteten kommen in den Monaten des Sommerhalbjahrs April bis September zu Schaden.

Die Allianz empfiehlt angesichts der geringen Steigerung der Tragequoten über die vergangenen Jahre aus Unfallforschersicht eine allgemeine Helmpflicht für Radler.

 

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