Renitente Oberbayern: Wie mündig sind die Patienten?

Eine neue „Forsa“-Studie besagt, dass die Patienten vor allem in Oberbayern ärztlichen Ratschlägen gegenüber äußerst renitent sind. Fast die Hälfte gibt an, Medikamente nicht immer so einzunehmen wie empfohlen.
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Eine neue „Forsa“-Studie besagt, dass die Patienten vor allem in Oberbayern ärztlichen Ratschlägen gegenüber äußerst renitent sind. Fast die Hälfte gibt an, Medikamente nicht immer so einzunehmen wie empfohlen.

MÜNCHEN Eigentlich wollte Susanne Wickenburg (28) nur zur Nachuntersuchung. Im Krankenhaus war ihr ein Abszess an der Brust entfernt worden. Doch schon an der Rezeption sollte sie für die Ultraschall-Untersuchung 52 Euro zahlen. „Da haben die Sprechstundenhilfen richtig auf mich eingehackt“, erzählt die junge Frau aus Bayrischzell. Sie bezahlt, beschwert sich aber bei ihrer Kasse und bekommt das Geld im Nachhinein rückerstattet.

Eine mündige Patientin, findet Christian Bredl, Leiter der Techniker-Krankenkasse in Bayern. Die TK wollte wissen, wie selbstbestimmt bayerische Patienten sind. Jetzt ist die Studie des Forschungsinstitut „Forsa“ fertig. Sie besagt, dass die Patienten vor allem in Oberbayern ärztlichen Ratschlägen gegenüber äußerst renitent sind: Fast die Hälfte gibt an, Medikamente nicht immer so einzunehmen wie empfohlen. Jeder vierte Oberbayer richtet sich nie nach Verordnungen. Im Norden, in Unter- und Oberfranken, sind die Patienten gehorsamer. Hier nimmt nur ein knappes Viertel der Arztbesucher die Medikamente nicht nach Vorschrift ein.

Wenn es darum geht, den Arzt nach Behandlungsalternativen zu fragen, haben die Franken die Nase vorn. Im Norden Bayerns traut sich gut ein Drittel aller Patienten nachzuhaken, im Süden sind es wesentlich weniger. Geht es darum, Gesundheitsinformationen bezüglich ihrer Glaubwürdigkeit einzuschätzen, sind die Oberbayern die Spitzenreiter an Zuversicht. Hier bezweifelt nur jeder Fünfte die eigene Kompetenz, wohingegen in Unterfranken, fast jeder Dritte angibt, mit den Informationen nichts anfangen zu können.J. Jauernig

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