Kirchweihdult im Regen: Zwischen leeren Karussells und Hausschuh-Tradition

Am letzten Tag der Kirchweihdult macht das Wetter den Standlbetreibern einen Strich durch die Rechnung.
von  Maja Aralica
Ein paar Münchnerinnen und Münchner trauen sich trotz der kühlen Temperaturen und des Regens auf die Dult. Unter den Schaustellern hätte man sich ein bisserl mehr Kundschaft gewünscht.
Ein paar Münchnerinnen und Münchner trauen sich trotz der kühlen Temperaturen und des Regens auf die Dult. Unter den Schaustellern hätte man sich ein bisserl mehr Kundschaft gewünscht. © ma

Ein bisserl ungemütlich ist er schon, dieser Sonntag: Graue Wolken hängen über der Stadt, kalter Regen prasselt herab. Und doch haben einige Münchner einen Grund, das warme Zuhause zu verlassen: Es ist der letzte Tag der Kirchweihdult.

"Leider ins Wasser gefallen"

Mittags steigen in der Tram 18 Menschen an der Haltestelle Mariahilfplatz in die Kälte aus. Seniorinnen und Senioren, Familien mit Kindern und Pärchen mit Hund trotten langsam zum Markt. Die Kapuzen tief ins Gesicht gezogen, die Regenschirme aufgespannt.

Auf dem Platz ist ein bisserl was los, aber es bleibt genug Raum, um sich frei zu bewegen. Lange Schlangen gibt es nirgends. An Rudolf Steys Standl "Süße Linie 8" ist gerade wenig Betrieb. Gegenüber dreht sich das Kettenkarussell, die Sitze sind leer. "Hier am Vergnügungsteil fehlen halt jetzt die Leute", sagt er. Die wenigen Besucher verteilen sich auf den Markt- und Vergnügungsteil. "Leider ist dieser letzte wichtige Tag jetzt ins Wasser gefallen, sonst wären wir wahrscheinlich auf dem Niveau des Vorjahres gewesen."

Rudolf Stey zieht Bilanz zur Kirchweihdult: „Leider ist dieser letzte wichtige Tag jetzt ins Wasser gefallen.“
Rudolf Stey zieht Bilanz zur Kirchweihdult: „Leider ist dieser letzte wichtige Tag jetzt ins Wasser gefallen.“ © ma

Trotzdem lässt er den Kopf nicht hängen. "Wir haben hier echt Münchner Publikum und Münchner Familien, die mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anfahren und hier ein paar Stunden verbringen. Das ist ein Münchner Fest, eine Münchner Veranstaltung", so Stey.

Auch Sebastian Küpper vom Schmuckstand Michael Michaud hätte sich mehr Besucher gewünscht. "Heute ist das Wetter kein guter Abschluss. Es hätte generell mehr verkauft werden können."

Sebastian Küpper vom Schmuckstand Michael Michaud.
Sebastian Küpper vom Schmuckstand Michael Michaud. © ma

Bester Laune hingegen ist eine Gruppe Frauen mit Kindern. Vier Generationen der Familie Gordon treffen sich auf der Dult. "Wir kommen einmal im Jahr im Herbst auf die Dult, um uns allen die Lammfellhausschuhe zu kaufen", sagt Johanna Gordon. Sie ist mit ihrer Mutter Gertrud Gordon, ihrer Tochter Janina Wollinger und deren zwei Kinder Noemi und Enzo hier.

Johanna Gordon (v.l.) mit Mutter Gertrud und Tochter Janina Wollinger mit Noemi auf dem Arm und dem kleinen Enzo im Kinderwagen.
Johanna Gordon (v.l.) mit Mutter Gertrud und Tochter Janina Wollinger mit Noemi auf dem Arm und dem kleinen Enzo im Kinderwagen. © ma

"Das gehört auch zur Familientradition, dass wir uns immer mal hier treffen." Das schlechte Wetter nehmen sie gelassen. "Wär schön, wenn’s anders wär, aber da es der letzte Tag war, mussten wir kommen. Wir haben’s vorher nicht geschafft." Die Hausschuh-Mission ist erfüllt. Nun bummelt die Familie noch ein bisserl weiter – trotz Regen. 

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