Münchens designierter OB Dominik Krause im Visier der Identitären Bewegung

Zwei Männer und eine Frau haben am Montagnachmittag in der Fußgängerzone zwischen Marienplatz und Stachus ein Foto herumgezeigt, das den nächsten Münchner Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) und dessen Verlobten zeigt, auf dem sich beide Männer küssen.
Eine 26-Jährige aus München und ihre beiden Begleiter, ein 23-Jähriger aus München und ein 26-Jähriger aus Erlangen, machten in der Fußgängerzone eine Straßenumfrage unter Passanten. Dabei filmten sie die Leute mit einer Videokamera und hielten ihnen ein Mikrofon unter die Nase, das auf einem Teigschaber befestigt war. Ein Polizist, der zufällig in der Nähe war, fand die Straßenumfrage ungewöhnlich. Er verständigte die Einsatzzentrale im Präsidium. Wenig später kam eine Zivilstreife der PI 11 (Altstadtrevier), um die Personalien des Trios zu überprüfen.
Das ist über die drei Aktivisten bekannt
Die beiden Männer und die Frau gaben an, eine Umfrage für einen "privaten Social Media Account" durchzuführen. Laut dem Bayerischen Straßen- und Wegegesetz, so ein Polizeisprecher, ist dafür allerdings eine Genehmigung erforderlich. Die konnte die drei Personen aber nicht vorlegen. Die Beamten zeigten die drei Personen an. Ihnen droht ein Bußgeld wegen eines Verstoßes gegen Artikel 66 BayStrWG, einer unerlaubten Sondernutzung. Die beiden Männer und die Frau sind beim Staatsschutz des Polizeipräsidiums München bereits aktenkundig. Alle drei werden demnach der Identitären Bewegung zugerechnet – einer Gruppierung von neu-rechten und rechtsextremen Aktivisten.
Zeugenaufruf der Polizei:
Die Polizei sucht Personen, die im Rahmen der Straßenumfrage in der Fußgängerzone am Montag gegen 17.20 Uhr angesprochen wurden, oder Zeugen der Umfrage waren. Personen, die Hinweise geben können, werden gebeten, sich im Präsidium zu melden unter 089/29100.