Radler gefragt: München droht, im Fahrrad-Ranking abzurutschen

München steht beim neuen ADFC-Fahrradklima-Test unter Druck: Radler sollen bis 30. November bewerten, wie fahrradfreundlich die Stadt ist. Erstmals gilt Kindern und Jugendlichen ein besonderes Augenmerk.
Guido Verstegen
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Auch in München sind die Menschen aufgerufen, ihre Bewertung abzugeben: Wie ist beispielsweise der Zustand der Radwege? Wie viel wird fürs Radfahren schon getan?
Auch in München sind die Menschen aufgerufen, ihre Bewertung abzugeben: Wie ist beispielsweise der Zustand der Radwege? Wie viel wird fürs Radfahren schon getan? © ADFC

Zum ersten Mal stehen Kinder und Jugendliche mit einer eigenen Umfrage im Fokus: Am Dienstag ist der Startschuss zum großen Fahrradklima-Test 2026 des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) gefallen. Noch bis 30. November können Radler in ganz Deutschland bewerten, wie fahrradfreundlich ihr Ort ist. Die Ergebnisse der Befragung und das neue Ranking sollen im Frühjahr 2027 vorgestellt werden.

Beim Fahrradklima-Test 2024 war München mit der konstant schlechten Gesamtnote von 3,9 auf Platz fünf des Tableaus der 15 bewerteten deutschen Großstädte mit über 500.000 Einwohnern gelandet, 4552 Radler hatten dazu in München ihr Votum abgegeben.

"Wer regelmäßig mit dem Fahrrad in München oder den Landkreis-Gemeinden unterwegs ist, weiß am besten, was gut funktioniert, wo Kreuzungen unübersichtlich sind und wo es an Radwegen fehlt. Beim ADFC-Fahrradklima-Test können alle Radfahrenden ihre Erfahrungen mitteilen", ruft Andreas Schön, Vorsitzender des ADFC München, zum Mitmachen auf: "Die Ergebnisse zeigen uns und den politisch Verantwortlichen, wo noch nachgebessert werden muss." Klar ist: Je mehr Menschen an der Befragung teilnehmen, umso aussagekräftiger sind die Resultate.

Kinder und Jugendliche im Fokus

Beim diesjährigen Schwerpunkt stellt der ADFC fünf Fragen zur Mobilität von Kindern und Jugendlichen. Zusätzlich widmet der Fahrrad-Club Kindern und Jugendlichen zum ersten Mal eine eigene Umfrage im Rahmen seines Fahrradklima-Tests.

Weil gerade junge Menschen besonders sichere Bedingungen brauchen, um mit einem guten Gefühl selbstständig mit dem Rad unterwegs sein zu können – sei es auf dem Schulweg oder in der Freizeit – spricht der ADFC die Jugendlichen direkt an.

Schön: "Kinder und Jugendliche erleben den Straßenverkehr anders als Erwachsene. Ihre Antworten können sehr konkret zeigen, ob junge Menschen in München und im Umland gerne Rad fahren und was sich ändern muss, damit sie sicher und selbstständig unterwegs sein können."

Wird München im Ranking überholt?

Die Ergebnisse in München stagnieren seit einigen Jahren. Wenn sich nichts tue, könne München beim nächsten Fahrradklima-Test von anderen überholt werden, warnte Schön angesichts der jüngsten Umfrage.

Bei der Befragung 2024 stellte sich heraus, dass den Münchnern Aspekte wie zum Beispiel breite Radwege oder die Mitnahme von Fahrrädern im ÖPNV sehr wichtig sind. Bei all diesen Punkten schnitt München allerdings schlecht ab. Die Stadt sei in dem gut, was für die Menschen nicht ganz so wichtig sei, so Schön. Man habe an den falschen Stellen investiert: Dort, wo es nicht wehtat.

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