Puerto Giesing – der neue Kreativhafen im alten Hertie

In Giesing tut sich was: Das alte Hertie-Kaufhaus ist vorübergehend zur Heimat von jungen Musikern, Designern und Künstlern avanciert. Eine ganze Reihe Veranstaltungen sind geplant. Doch schon im Sommer ist wieder Schluss – wegen Abriss.
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Simon Ackermann und Zehra Spindler. Im AZ-Interview erzählt die Puerto-Giesing-Macherin, wie es zur Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum kam
Daniel von Loeper Simon Ackermann und Zehra Spindler. Im AZ-Interview erzählt die Puerto-Giesing-Macherin, wie es zur Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum kam

MÜNCHEN - In Giesing tut sich was: Das alte Hertie-Kaufhaus ist vorübergehend zur Heimat von jungen Musikern, Designern und Künstlern avanciert. Eine ganze Reihe Veranstaltungen sind geplant. Doch schon im Sommer ist wieder Schluss – wegen Abriss.

In den Hertie an der Tegernseer Landstraße kehrt wieder Leben ein: Über 30 junge Künstler, Designer und Musiker habe hier ihr Quartier aufgeschlagen, bald sollen in dem ehemaligen Kaufhaus auch Veranstaltungen stattfinden. Was noch fehlt, ist die endgültige Zustimmung der Lokalbaukommission. Bis Montag läuft das Genehmigungsverfahren, doch Initiatorin Zehra Spindler vom Projekt München 852 ist zuversichtlich: „Ich gehe davon aus, dass wir Ende April starten können.“

Der Name für die neue Off-Location: Puerto Giesing. Ein neuer Ort für die Subkultur, die in München selten gute Plätze findet. Im Sommer soll das alte Kaufhaus abgerissen werden und durch ein modernes Geschäftshaus ersetzt werden (AZ berichtete). Doch bis dahin stellt Projektentwickler „Bucher Properties“ die Räume mietfrei zur Verfügung. Geplant ist eine temporäre Veranstaltungs- und Atelier-Location, eine vorübergehende Heimat für junge Künstler, ein „Kreativhafen“.

Schon jetzt spricht die halbe Stadt über "Puerto Giesing"

Doch schon bevor es richtig losgeht, verbreitet sich der Ruf von Puerto Giesing in München wie ein Lauffeuer. Auf Facebook, Twitter und Co. genauso wie unter den Nachbarn in Giesing. Mancher sorgt sich, ob an der Tegernseer Landstraße eine neue Partyhochburg entsteht.

Zehra Spindler widerspricht: „Es wird Partys geben, aber in erster Linie wollen wir ein Ort für alle sein. Wo junges, cooles Publikum und ältere Menschen Kultur erleben“, sagt die 41-Jährige. „Kein Mainstream-Programm und keine Partyhochburg.“

Die Reaktionen der Giesinger erlebt und beschreibt sie als positiv: „Ich werde oft gefragt, was wir planen, die Leute sind sehr offen. Man merkt wirklich, dass nach dem Ende von Hertie eine Begegnungsstätte weggebrochen ist.“

Mit dabei: der Münchner Designer Patrick Mohr

An Puerto Giesing beteiligen sich schon jetzt zahlreiche Künstler. Darunter Foto- und Videokünstler, die jungen bayerischen Musiker von Zwirbeldirn oder auch der Münchner Designer Patrick Mohr. Zehra Spindler: „Die Räume sind mietfrei. Unsere Bedingung: Lasst das Ganze zu einem Gemeinschaftsprojekt werden.“

Die erwünschte große Bandbreite von Puerto Giesing sollen die Besucher schon bald erleben: Mit der „Nerd Nite“ am Dienstag (27. April) und einer Ausstellung historischer Fotos zum 150. Geburtstag des TSV 1860 ab Donnerstag (29. April).

In den nächsten Wochen sind eine Modenschau, Filmabende und eine Podiumsdiskussion zur Kulturpolitik in München geplant.

Vanessa Assmann

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