Finanzskandal in bayerischem Bistum: Prozess in München beginnt nach Verzögerung

Es geht um rund 60 Millionen US-Dollar, spekulative Immobilieninvestments und Bestechung. Nach einem zähen Start soll der Prozess um den Finanzskandal im Bistum Eichstätt nun weitergehen.
von  AZ/dpa
Eigentlich hatte das Gericht schon seit Mitte Januar verhandeln wollen - doch nun soll es wirklich losgehen. (Archivbild)
Eigentlich hatte das Gericht schon seit Mitte Januar verhandeln wollen - doch nun soll es wirklich losgehen. (Archivbild) © Lukas Barth-Tuttas/dpa

Eigentlich wollte das Landgericht München II schon seit Anfang Januar den Finanzskandal im Bistum Eichstätt verhandeln - jetzt soll es tatsächlich richtig losgehen. Am Dienstag (9 Uhr) wird der Prozess nach längerer Unterbrechung fortgesetzt.

Die Verhandlung hatte sich verzögert, weil einer der beiden Angeklagten zu Jahresbeginn mit dem Hinweis auf gesundheitliche Probleme nicht zum Prozessauftakt erschienen war. Daraufhin hatte das Landgericht dessen Verhandlungsfähigkeit überprüft und die Termine für die Hauptverhandlung für einige Wochen ausgesetzt. 

Prozess dreht sich um rund 60 Millionen US-Dollar

In dem Verfahren geht es um rund 60 Millionen US-Dollar, spekulative Immobilieninvestments und Bestechung. Angeklagt ist neben dem Immobilienentwickler, der sich zunächst auf Verhandlungsunfähigkeit berufen hatte und dem die Staatsanwaltschaft Untreue und Bestechung vorwirft, auch der frühere stellvertretende Finanzdirektor des katholischen Bistums.

Dem Ex-Kirchenmitarbeiter werden ebenfalls Untreue und Bestechlichkeit vorgeworfen. Er soll nicht oder nur unzureichend gesicherte Darlehen vergeben und dafür Beteiligungen und Bestechungsgelder angenommen haben. Sein Anwalt hatte die Untreuevorwürfe in der Vergangenheit schon mehrfach zurückgewiesen und betont, die Bistumsleitung selbst habe riskante Geldanlagen gefordert, um hohe Renditen zu erzielen.

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