Prozess nach Messerattacke: "Ich bin krank, aber nicht gefährlich"

Eine Gefahr für die Allgemeinheit? Nach seiner Messerattacke will der mutmaßliche Täter das Gericht von seiner Harmlosigkeit überzeugen.
| John Schneider
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Carlos F. (57) verdeckt sein Gesicht.
Carlos F. (57) verdeckt sein Gesicht. © jot

München - Buenos días" (Guten Tag) - Carlos F. (57, Name geändert) begrüßt am Dienstag Prozessbeteiligte und Zuschauer auf das Freundlichste. Und macht damit gleich zu Beginn des Prozesses gegen ihn klar, dass er ein höflicher Mensch ist, der Wert auf Umgangsformen und gegenseitigen Respekt legt.

Und doch ist die Staatsanwaltschaft davon überzeugt, dass der an Schizophrenie leidende Installateur eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellt. Er soll dauerhaft in der Psychiatrie untergebracht werden.

Der Grund: Der gebürtige Kubaner habe die Mutter seiner kleinen Tochter mehrmals bedroht und sei am 31. Oktober des vergangenen Jahres in einer Gaststätte tätlich geworden.

Angeklagter packte in Lokal Schinken und Bier aus 

Laut Antragsschrift habe er in dem Lokal in der Thalkirchner Straße plötzlich auf der Toilette grundlos zu schreien begonnen. Auf seinen Platz zurückgekehrt, packte er mitgebrachten Schinken und Bier aus. Die Kellnerin holte den Koch zur Unterstützung.

Der Koch forderte ihn auf, das Lokal zu verlassen, packte den 57-Jährigen schließlich am Arm. Carlos F. ließ sich laut Antragsschrift zu Boden gleiten und begann in Richtung Koch zu treten. Der wurde an der Wange, an einer Rippe und am Schienbein getroffen.

Angeklagter im Prozess: "Ich bin ein guter Mensch"

Im weiteren Verlauf der Auseinandersetzung soll der schizophrene Mann zudem mit einem Messer auf einen Kontrahenten losgegangen sein. Allerdings ohne diesen zu treffen.

Carlos F. widerspricht dieser Darstellung, spricht von Selbstverteidigung und sagt: "Ich bin krank, aber nicht gefährlich." Die Schizophrenie trete auch nur auf, wenn er Alkohol oder Drogen konsumiere. "Ich bin ein guter Mensch."

Ob er das Gericht überzeugen kann?

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