Lukrativer Nebenverdienst? Drogen-Business von Kraftfahrer fliegt auf

Im Großen und Ganzen räume sein Mandant die Vorwürfe ein, erklärt der Strafverteidiger nach Verlesung der Anklage. Dem 45-jährigen Kraftfahrer aus dem Kreis Miesbach wird ein schwunghafter Handel mit Kokain und Dopingmitteln vorgeworfen.
Seit Dienstag (27. Januar) muss er sich deswegen vor dem Landgericht München II verantworten. Laut Anklage bestellte er Rauschgift und Dopingmittel bei einem Bekannten in Hamburg. Drogen und Dopingsubstanzen wurden von diesem dann zu einer Miesbacher Packstation geschickt. Als Empfänger wurden Pseudonyme angegeben.
Für jedes Gramm Kokain verlangte der Angeklagte 60 Euro
Innerhalb eines Jahres soll Peter S. (Name geändert) auf diese Weise 25 Sendungen mit Kokain im Wert von knapp 300.000 Euro aus Hamburg erhalten haben. Der Kaufpreis des Kokains wurde ebenfalls per Post in 17 Sendungen an eine Packstation in Hamburg geschickt.
Ein lukratives Geschäft: Für jedes Gramm Kokain verlangte Peter S. 60 Euro von seinen Kunden. Seinem Lieferanten musste er 38 Euro für das Gramm zahlen. Die Erträge lagerte er zum Teil bei Bekannten und seiner Mutter. Utensilien zum Verkauf des Kokains fanden sich in einem Kellerabteil, das Peter S. angemietet hatte.
Im März flog das kriminelle Geschäft auf
Derselbe Lieferant versorgte den Angeklagten auch mit Dopingmitteln. Laut Anklage bestellte Peter S. am 2. April 2024 unter anderem Dopingmittel mit den Wirkstoffen Testosteron, Stanozolol oder Methenolon zu einem Preis von insgesamt 4455 Euro.
Die Lieferung lief wie beim Kokain durch Versenden an die Miesbacher Packstation. Dann flog das kriminelle Geschäft auf: Am 26. März des vergangenen Jahres wurde eine Sendung mit Dopingmitteln auf dem Weg nach Miesbach abgefangen und Peter S. am Tag danach festgenommen. Er sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Der Prozess dauert an.