Prozess am Landgericht: Die Blüten vom Tegernsee

Ein 30-Jähriger soll falsche Euros verkauft haben. Der einschlägig vorbestrafte Mann schweigt vor Gericht. Dafür reden andere im Prozess.
| John Schneider
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Der Koch (30) soll mit Falschgeld gehandelt haben.
jot Der Koch (30) soll mit Falschgeld gehandelt haben.

München - Der genaue Ort, die genaue Zeit liegen noch im Dunkeln. Was die Ermittler anhand von Telefonüberwachungen rekonstruieren konnten: Am Tegernsee – in Rottach-Egern oder Bad Wiessee – trafen sich drei Männer im April 2012, um ein Falschgeld-Geschäft abzuwickeln.

Der Anbieter der Blüten war demnach Nicola I., ein 30-jähriger Koch aus Neapel. Er soll das Falschgeld mit dem Nennwert von 23.000 Euro an die beiden anderen verkauft haben. 3.500 Euro soll er laut Anklage für die Blüten bekommen haben. Die Qualität sei so schlecht gewesen, dass sich die Abnehmer später beschwert hätten.

Nicola I. zieht es vor, erst einmal zu schweigen. Weder zur Anklage noch zu seiner Person kommt ein Wort über seine Lippen.

Vor Gericht reden dafür andere. Einer der beiden Falschgeld-Kunden, die bereits zu Freiheitsstrafen verurteilt wurden, zum Beispiel. Der Mann, der damals zu 18 Monaten verurteilt wurde, muss nicht einmal aus der Haft vorgeführt werden. Er ist inzwischen bereits Freigänger.

Er bestätigt im Zeugenstand zwar, dass der Deal stattgefunden hat, schildert den Ablauf aber etwas anders als noch bei der Vernehmung durch die Polizei. Der Vorsitzende Richter der 1. Strafkammer Martin Rieder kann sich selbst noch an den zweiten Käufer Levent K. erinnern. Er hat ihn vor zwei Jahren selber zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt. „Er hat die Vorwürfe damals pauschal eingeräumt“, erinnert sich Rieder.

Nicola I. ist selber vorbestraft. Auch einschlägig. Im hessischen Limburg wurde er 2013 verurteilt. Wegen Geldfälschung und der Fälschung eines Führerscheins. Damals sollen die Blüten aus dem Raum Aachen gekommen sein. Im November 2014 wurde er dann in Rosenheim zu zwei Jahren und sieben Monaten wegen Beihilfe zum Drogenhandel verurteilt.

Der Knackpunkt des jetzigen Verfahrens: Kann man den Männern glauben, die Nicola I. als Blütenverkäufer belastet haben? Das war auch das Ergebnis des Rechtsgesprächs zu Beginn des Prozesses, berichtete der Vorsitzende Richter. Fortsetzung folgt.

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