Schüler-Proteste in München: Viele Anliegen, kein Krawall
Update 19.15 Uhr: Am Abend erreicht die AZ einen Pressesprecher von der Polizei für ein kurze Nachfrage: Wie verlief die Demo weiter? Auf etwa 150 Teilnehmer schätzt die Polizei die Zahl der Demonstrationsteilnehmer. Leicht abweichende Zahlen beziehungsweise eher konservative Schätzungen bei Besucherzahlen seitens der Polizei sind dabei nicht unüblich. Besondere Vorkommnisse hätte es nicht gegeben. Alle wären "brav" gewesen und geblieben. "Eine Demonstration wie es sie jeden Tag in München gibt", resümiert der Polizeisprecher.
Ursprünglicher Artikel, 17.53 Uhr:
Entsteht auch in Deutschland eine wütende Jugendbewegung? Dass die französischen Proteste auf Nachbarländer überschwappen können, hat sich zumindest am Wochenende in italienischen Städten gezeigt, in denen Demonstrationen teils in Zerstörungswut endeten.
In München waren am Montag zumindest schon mal ein paar Dutzend Schüler einer französischen Schule auf der Straße (AZ berichtete), am Dienstagnachmittag sammelten sich vor der Uni Schüler.
200 Schüler demonstrieren in München
Etwa 200 mögen es sein, die sich zu diesem ersten zentralen Protest zusammenfinden. Ihren "Studis, ihr dürft mutig sein! Reiht euch in die Demo ein!"-Rufen folgen nicht gerade viele Uni-Gänger. Sie fordern ein gerechteres Schulsystem, verlangen von Markus Söder, die unangemeldeten Exen abzuschaffen.

Eine der Demonstrantinnen ist Gloria (18). Sie macht 2027 ihr Abi und hat die Demo mitorganisiert. Eine Veränderung des Schulsystems sei wichtig, sagt sie. Jetzt habe Frankreich den Anfang gemacht. "Alle Schüler haben ähnliche Probleme. Wir werden zu früh voneinander getrennt. Begabungen werden nicht individuell gefördert." Jetzt sei es wichtig, laut zu sein, sagt sie noch. An Gewalt auf deutschen Straßen glaubt sie nicht.
Eskalieren die Proteste auch in Bayern?
Tatsächlich deutet auf eine Eskalation auch in Bayern an diesem Nachmittag so recht nichts hin, nur ein paar ganz vereinzelte Teilnehmer sind vermummt. Und noch etwas spricht gegen eine Eskalation in München. Selbst bei diesem zarten, ersten Protestversuch macht die Polizei schon einen ziemlich gut vorbereiteten Eindruck.
Das Verhältnis Demonstrant zu Polizist vor der Uni: ungefähr 3:1. Man will offensichtlich ausstrahlen, ein sehr waches Auge auf die Proteste zu haben. Für den 31. Oktober haben bundesweit Gruppen mit teils martialischen Bildern zu Protesten in Großstädten aufgerufen. Auch der Münchner Marienplatz ist einer der Treffpunkte.
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