Proteste gegen das Mullah-Regime: Das sagen die Exil-Iraner in München

Die Proteste im Iran gehen weiter. Tausende Demonstranten sollen von den Sicherheitskräften der Islamischen Republik bereits getötet worden sein. Etwa 200 Exil-Iraner und Unterstützer demonstrierten am Mittwoch am Königsplatz in München für ein Ende des Mullah-Regimes. Neben vielen alten iranischen Flaggen waren auch Bilder von Reza Pahlavi, dem Sohn des letzten Schahs, zu sehen. Die AZ hat mit vier Exil-Iranern am Rande der Demo gesprochen.
Majid Mahimi (60) von der Ashna Kulturstiftung:

Majid Mahimi: "Jetzt ist die Zeit, dass das Regime der Islamischen Republik endlich vernichtet wird. Sie hält unser Land seit 47 Jahren gefangen. Mehrere Hunderttausend Leute sind dadurch gestorben. Besonders Jugendliche sagen jetzt: ,Stopp, das reicht. Und wir werden unser Leben aufgeben für Freiheit.’ Denn: Wenn du nicht bereit bist, für die Freiheit dein Leben aufzugeben, dann verdienst du sie auch nicht."
Sahar Berlouie (40), Aktivistin:

Sahar Berlouie: "Ich bin hier, um die Iraner zu unterstützen, die Frieden und Freiheit wollen. Die Islamische Republik tötet die Menschen auf den Straßen. Vor zwei Jahren bei den Protesten für Mahsa Amini war ich drei Monate im Gefängnis, weil ich auf die Straße gegangen bin. Ich bin vor neun Monaten nach Deutschland geflohen. Ich liebe mein Land und möchte zurückkehren. Meine Seele ist im Iran. Wir brauchen die Hilfe von außen, wir können den Kampf nicht allein gewinnen."

Houman Rebeie Eshtehardi (26), Student:

Houman Rebeie Eshtehardi: "Die Lage ist brenzlig, die Regierung tötet unzählige Menschen. Wir bekommen mit, dass die Streitkräfte so müde sind, dass sie auf den Straßen wahllos Menschen exekutieren. Ich wünsche mir Freiheit für den Iran. Mit allen Mitteln muss dafür gekämpft werden. Nachdem so viel Blut vergossen wurde, bleibt uns keine andere Wahl. Es muss auch von außen geholfen werden, zum Beispiel von den USA und Israel, weil die Leute im Iran allein wehrlos sind."
Mariam Najafi (40), Geflüchtete:

Mariam Najafi: "Seit letztem Februar lebe ich hier in Deutschland, ich war im Gefängnis im Iran und musste aus meinem Land fliehen. Diese Revolution gegen die Islamische Republik ist für mich der größte Traum und Wunsch. Ich hoffe, dass sie so schnell wie möglich passiert. Ich wünsche mir Freiheit für den Iran und seine Menschen."