Promis und Normalos erzählen: Unsere größte Weihnachtspanne

Na, haben Sie die Feiertage ohne größeres Malheur überstanden? Falls nicht: Sie wären nicht allein. Bürgermeister Josef Schmid, Ex-Boxer Axel Schulz & Co erzählen, was ihnen das Fest (fast) verhagelt hat
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Peter Inselkammer
8 Peter Inselkammer
Axel Schulz
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Familie Schmid daheim in Aubing mit Adventskranz.
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Antje Förschner
8 Antje Förschner
Autorin Petra Perle.
8 Autorin Petra Perle.
Helmut Neumeier.
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Gülseren Demirel
8 Gülseren Demirel
Rentnerin Gerlise Uebelhör.
8 Rentnerin Gerlise Uebelhör.

Na, haben Sie die Feiertage ohne größeres Malheur überstanden? Falls nicht: Sie wären nicht allein. Bürgermeister Josef Schmid, Ex-Boxer Axel Schulz & Co erzählen, was ihnen das Fest (fast) verhagelt hat.

Hach, schön war’s wieder, als an Heiligabend die Lichtlein brannten. Die Packerl im Kerzenschein glitzerten. Und alle in schönstem Familiengesang „O Tannenbaum“ anstimmten. Dann schritt man zur duftenden Weihnachtsgans, die friedlich im Rohr vor sich hinschmorte ... oder: Äh, doch nicht?

Nun ja. Falls bei Ihnen, liebe Leser, über Weihnachten doch nicht alles so pannenfrei, wohlschmeckend und in friedlichster Harmonie verlaufen ist – seien Sie getröstet: Sie wären damit nicht allein. Weil auch bei bester Planung immer mal was schiefgehen kann.

Wir haben herumgefragt, bei Promis, Stadtpolitikern und Münchnern auf der Straße. Die meisten haben eine Geschichte von einer kleineren oder größeren Weihnachtspanne zu erzählen. Der Baum zu groß, die Ente verbrannt oder gleich die ganze Bescherung verpasst. Da hilft nur: schmunzeln – und sich freuen, dass man sich nächstes Jahr wieder eine neue Familienanekdote erzählen kann.

Peter Inselkammer, Sprecher der Wiesnwirte: "Spitze abgesägt – und wieder angeleimt"

Peter Inselkammer
Peter Inselkammer

Foto: Sigi Müller

"Wir feiern Weihnachten ja immer alle zusammen daheim mit den Eltern und Schwiegereltern. Nur, als ich mit meiner Frau in New Orleans gelebt habe, da haben wir mit Freunden gefeiert. Um den Baum zu kaufen, sind wir ein bisserl raus aus der Stadt gefahren und mussten ihn dann aufs Auto binden. Weil der Baum war doch größer, als wir gedacht hatten.

Mit dem Riesenbaum auf dem Auto sind wir mit der Fähre über den Mississippi gefahren – und an der Haustür gescheitert. Weil der Baum so riesig war, dass er nicht durch die Tür ging. Ich musste die Spitze abschneiden und habe sie im Wohnzimmer wieder angeleimt. Das war etwas provisorisch, aber wir hatten einen Spaß."

Axel Schulz, ehemaliger Schwergewichtsboxer: "Es war eine gewaltige Stichflamme"

Axel Schulz
Axel Schulz

Foto: dpa

"Vor drei Jahren habe ich an Weihnachten eine ganz wunderbare Ente auf dem Grill gebraten. Der Weihnachtsmann war für den Nachmittag, 17 Uhr, bestellt.

Er kam aber ein bisschen früher. Deswegen habe ich leider vergessen, den Grill herunterzufahren. Nachdem der Weihnachtsmann meine beiden Töchter beschenkt hatte, wollte ich ihn rausbegleiten. Er sagte: 'Erst brauche ich noch ein Foto mit dir, Axel.'

Meine Töchter waren sprachlos, der Weihnachtsmann will sich mit Papa fotografieren lassen?! Wir stellen uns also vor dem Baum auf – da rennt meine Frau los und ruft: 'Der Grill brennt!' Es war eine gewaltige Stichflamme, die wir kaum gelöscht bekamen. Die Ente war vollkommen verkohlt. Ich bin damit zur Oma gefahren, um das ganze Schwarze an dem Vogel abzukratzen, damit wir wenigstens ein bisschen was von der Ente übrig behalten. An dem Tag aber haben wir dann entschieden: Wir essen nur noch Kartoffelsalat mit Würstln an Weihnachten. Da kann dann nicht viel schief gehen."

Josef Schmid, Bürgermeister (CSU): "Meine gesamte Kunst an der Säge"

Familie Schmid daheim in Aubing mit Adventskranz.
Familie Schmid daheim in Aubing mit Adventskranz.

Foto: privat

"Vor einigen Jahren haben meine Frau Natalie und ich auf der Suche nach einem Christbaum eine außergewöhnlich prächtige Tanne gesehen, und die dann auch gleich gekauft. Zuhause hat sich herausgestellt, dass der Baum deutlich zu hoch für unser Wohnzimmer war. Bis der Christbaum dann fest und gerade im Christbaumständer stand, bedurfte es meiner gesamten Kunst an der Säge, die wohlgemerkt nicht sehr ausgeprägt ist. Erst mit viel Mühen haben wir es schließlich gemeinsam hinbekommen. Immerhin: Die Tanne hatte nichts von ihrer Pracht verloren."

Antje Förschner, Kindergartenleiterin: "An Heiligabend eine brennende Tischdecke"

Antje Förschner
Antje Förschner

Foto: Daniel von Loeper

"An Heiligabend hatte ich mal eine brennende Tischdecke beim Fondue-Essen. Passiert war das, weil der Spiritus geleckt hat. Als es brannte, hat mein Sohn Christopher versucht, die Tischdecke wegzuziehen. Dadurch sind alle Fonduezutaten umgeknallt und haben sich über den Tisch verteilt.

Das Feuer war dann aus. Aber wir standen im ersten Moment allesamt unter Schock. Am Ende mussten wir aber doch lachen. Wir waren froh, dass keiner verletzt war."


Petra Perle, Autorin: "Ich habe die Bescherung verpasst"

Autorin Petra Perle.
Autorin Petra Perle.

Foto: Daniel von Loeper

"Meine größte Weihnachtspanne liegt schon lange zurück. Ich war mit der S-Bahn unterwegs zur Familienweihnachtsfeier. Allerdings mit der falschen – und so bin ich versehentlich in Deisenhofen gelandet.

20 Minuten stand ich in der Kälte, das Make-up ist auf meiner Haut gefroren und auf meinen Wimpern bildeten sich kleine Mikro-Eiszapfen. So bin ich schließlich bei meiner Familie eingetrudelt – zwei Stunden zu spät.

Die Bescherung des Abends war für mich, dass ich die Bescherung verpasst habe. Und der Anblick des geplünderten Weihnachtsbuffets hat in mir die festliche Stimmung im Keim erstickt."

Helmut Neumeier, Krankenpfleger: "Gestolpert und gestürzt"

Helmut Neumeier.
Helmut Neumeier.

Foto: Daniel von Loeper

"Ich wollte mal mit Käsekuchen in einer Tupper-Transportbox und einer Rotweinflasche meine Familie überraschen – und hatte beides in meinem Rucksack verstaut. Auf der Treppe nach draußen bin ich allerdings gestolpert und gestürzt. Dabei zerbrach die Transportfixierung. Der Rotwein und der Käsekuchen bildeten ein weihnachtliches Ensemble auf den Treppenstufen – Rutschgefahr inklusive. Gott sei Dank hatte meine Mutter noch genügend Kokoskrapfen im Haus."

Gülseren Demirel, Stadträtin (Grüne): "Geschenke gab es trotzdem"

Gülseren Demirel
Gülseren Demirel

Foto: ho

"Meine Familie stammt ursprünglich aus Ostanatolien. Deswegen haben wir nie richtig Weihnachten gefeiert. Das fand ich in meiner Kindheit schwierig. Die Kerzen, diese adventliche Stimmung in der Schule, alle anderen haben sich auf Heiligabend gefreut – da ist man schon in so eine kleine Weihnachts-Depression abgerutscht.

Das wollte ich meiner Tochter Türkân (heute 30) unbedingt ersparen. Deshalb haben wir, als sie klein war, eben trotzdem Weihnachten gefeiert. Wir hatten zwar keinen Baum, aber gutes Essen und Geschenke gab es trotzdem."

Gerlise Uebelhör, Rentnerin: "Eine Maus! Wie hypnotisiert"

Rentnerin Gerlise Uebelhör.
Rentnerin Gerlise Uebelhör.

Foto: Daniel von Loeper

Als ich Heiligabend gerade die Kerzen am Baum anzünden wollte, sah ich unter dem Baum plötzlich etwas sitzen: eine Maus! Ich konnte das kaum fassen, blieb aber ruhig und bin ganz leise zu meinem Mann in die Küche gegangen.

Er hat die Maus dann mit einem Korb nach draußen in den Garten gebracht. Irgendwie war das kleine Tier wie hypnotisiert, hat sich fast überhaupt nicht bewegt. Wenn ich diese Geschichte Freunden erzähle, staunen die, dass wir doch noch besinnlich haben feiern können.“

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