Post von Einstein: Israelitische Kultusgemeinde entdeckt Brief

Die Israelitische Kultusgemeinde hat ein Schreiben entdeckt, in dem das Genie einem Kollegen zum 50. gratuliert.
| Helmut Reister
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Dieses Schreiben von Albert Einstein schlummerte lange im Archiv.
Marina Maisel/dpa Dieses Schreiben von Albert Einstein schlummerte lange im Archiv.

München - Es ist nur ein kurzer, handschriftlicher Brief, doch er bringt nicht nur die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) ins Schwärmen. Bei Arbeiten im Archiv wurde das Schreiben aus dem Jahr 1932, das unbemerkt im Regal schlummerte, entdeckt. Es stammt von: Albert Einstein.

Der Brief ist ein Glückwunschschreiben zum 50. Geburtstag von Professor Julius Hirsch. Der jüdische Wirtschaftsexperte, der als Professor in Köln und Berlin tätig war, floh nach der Machtergreifung der Nazis nach Dänemark und später in die USA.

Dort hatte auch Einstein eine neue Heimat gefunden, nachdem er 1934 vom Deutschen Reich strafausgebürgert worden war. Die Wege der beiden hatten sich allerdings schon viele Jahre vorher in Berlin gekreuzt. Einstein lebte dort von 1914 bis 1932.

Unklar, wie Einsteins Brief ins Archiv kam

Auf welchem Weg der Einstein-Brief an Hirsch im Archiv der Israelitischen Kultusgemeinde in München landete, konnte noch nicht erforscht werden. "An der Authentizität des Schreibens gibt es allerdings keine Zweifel", sagt Ellen Presser, die Leiterin der IKG-Kulturabteilung – auch wenn es die schriftlichen Geburtstagswünsche des berühmten Wissenschaftlers an seinen Kollegen gleich zweimal gibt.

Presser liefert die Erklärung dazu: "Der Brief in unserem Archiv ist eine originalgetreue Durchschrift, das Pendant dazu hat das Leo-Baeck-Institut in New York, das den Nachlass von Julius Hirsch verwaltet."

Einsteins Verbindung zu München

Das Fundstück in der Dokumentensammlung der IKG rückt das Genie Einstein noch ein Stück näher an München und die jüdische Gemeinde heran. Charlotte Knobloch, die langjährige Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde, sagt: "Albert Einstein war nicht nur brillanter Naturwissenschaftler, er war auch Jude – und mindestens während seiner Kindheit und Jugend auch ein Münchner."

Ellen Presser will jetzt nicht nur den Weg herausfinden, wie der Brief zur IKG gelangte. Auf der Rückseite finden sich auch noch schwer lesbare handschriftliche Notizen und ein Stempel, die nach ihrer Ansicht von Einsteins zweiter Frau Elsa stammen könnten. Auch das soll genau erforscht werden. 
 

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