Pop-up-Radwege: Polizei zieht Zwischenbilanz

Seit knapp zwei Monaten sind die Pop-up-Radwege in München nun im Einsatz. Wie die Bilanz von Stadt und Polizei bisher ausfällt.
| Lukas Schauer
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Seit Ende Juni hat München fünf Pop-up-Radwege.
Seit Ende Juni hat München fünf Pop-up-Radwege. © imago

München - Sinnvolle Ergänzung, Gängelung der Autofahrer, ideologischer Irrsinn: Die Meinungen über die Pop-up-Radwege gehen in der Stadt weit auseinander - je nachdem, wer gerade gefragt wird.

Knapp zwei Monate sind vergangen, seitdem der erste Pop-up-Radweg in der Elisenstraße markiert wurde. Zeit für eine erste Zwischenbilanz: Wie hat sich das (Vekehrs-)Geschehen auf den Radwegen und der Straße entwickelt? Gab es Unfälle? Die AZ hat bei Stadt und Polizei nachgefragt.

Polizei: Keine Unfälle, langsameres Fortkommen der Autos

Eingeführt wurden die Radstreifen ja, um den Fahrradfahrern in München ein sicheres Fortkommen in Corona-Zeiten zu ermöglichen. Und sicher scheint es auf den Pop-up-Wegen zu sein. "Im Betrachtungszeitraum (seit dem 26.7., d. Red.) registrierte die Polizei keinen einzigen Verkehrsunfall im Zusammenhang mit Radfahrern", heißt es von der Polizei.

Der Lieferverkehr werde aber immer noch "nicht selten über die Pop-up-Radwege" abgewickelt, schreibt die Polizei. "Gefährliche Situationen sind aber nicht bekannt geworden. Auch gab es diesbezüglich keine Beschwerden."

Auch zum Verkehrsgeschehen hat die Polizei eine erste Zwischenbilanz: "Bei den Abschnitten, in denen Fahrstreifen reduziert wurden, verlangsamte sich der motorisierte Verkehrsfluss insbesondere zu den Hauptverkehrszeiten." Eine wenig überraschende Tatsache allerdings. Laut dem Verkehrsdatenanbieter TomTom und der "SZ" betrug die verlängerte Fahrtzeit zwischen drei Minuten und 40 Sekunden - je nach Stelle.

Pop-up-Radwege sollen wissenschaftlich evaluiert werden

"In erster Linie geht es darum, die Sicherheit der Radfahrer und Fußgänger zu erhöhen", schreibt die Stadt - hier kann das Unterfangen also bislang als gelungen erachtet werden.

Eine endgültige Evaluation der insgesamt fünf Pop-up-Spuren steht zudem noch aus. Derzeit werden diesbezüglich Verkehrsteilnehmer befragt. "Außerdem wird es voraussichtlich eine wissenschaftliche Evaluation geben, die ein Master-Student der Fachhochschule Bochum im Rahmen seiner Masterarbeit erstellt", schreibt das Planungsreferat der AZ.

Alle Ergebnisse werden dann im Oktober dem Stadtrat präsentiert, der dann über das weitere Vorgehen entscheiden wird. Und darüber, ob aus der temporären Lösung eine dauerhafte werden wird. Es dürfte eine lebhafte Debatte werden.

Lesen Sie hier: Opposition wettert gegen grün-rote Verkehrspolitik

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