Polizei zieht Raser in München zum zweiten Mal aus dem Verkehr

Der Münchner saß auf einem "Naked Bike", einer Kawasaki ER 650 K, und er hatte es mächtig eilig. Er raste auf der Maschine mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit über den Petuelring, als ihn in der Nacht auf Freitag gegen 0.40 Uhr eine Streife der Polizeiinspektion 43 (Olympiapark) erwischte.
Biker rast über mehrere rote Ampeln
Die Beamten im Streifenwagen signalisierten dem Biker, dass er rechts ranfahren und stoppen solle. Doch der Münchner wusste, dass ihm dann erneut eine Menge Ärger drohen würde. Er gab Vollgas und raste davon. Dabei überfuhr er nach Polizeiangaben einige rote Ampeln. In der Toni-Pfülf-Straße wurde der Motorradfahrer nochmals gesichtet.
Dabei gelang es, das Kennzeichen der Kawa zu identifizieren. Statt dem Biker hinterherzurasen und womöglich andere Verkehrsteilnehmer zu gefährden, entschieden sich die Polizisten für eine viel elegantere Lösung: Einsatzkräfte fuhren zu der Adresse des 20-Jährigen. Dort tauchte der Münchner gegen 1.15 Uhr auf – allerdings als Fußgänger und ohne Motorrad.
Motorrad versteckt am See
Die Polizei suchte nach der Kawasaki, setzte sogar eine Drohne ein. Gefunden wurde die Maschine allerdings erst am nächsten Morgen kurz nach 7 Uhr, versteckt in der Nähe des Fasaneriesees.
Mit Vollgas über einen Sportplatz
Bereits im Frühjahr hatte der 20-Jährige sich schon einmal eine wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert. Am 14. Mai 2026 geriet er kurz vor 1 Uhr nachts mit einem VW auf der Wasserburger Landstraße in eine Kontrolle. Er gab Vollgas und versuchte, zu entwischen. Im Bereich des Sportplatzes am Rotkehlchenweg durchbrach er mit dem Auto einen Zaun und raste quer über das Gelände des TSV Waldtrudering. Nach dem Sportplatz krachte er im Stieglitzweg gegen eine Grundstücksmauer. Wegen der Raserei entschied ein Gericht im Juni, dass er seine Fahrerlaubnis abgeben muss.
Auch unter Drogeneinfluss?
Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft München I wurde der Führerschein des 20-Jährigen jetzt beschlagnahmt. Nach Abgleich mit dem Polizeicomputer war klar, dass der Münchner seine Fahrerlaubnis längst hätte abgeben müssen. Zudem, so ein Polizeisprecher, ergaben sich Anhaltspunkte für eine mögliche Fahrt unter Drogeneinfluss. Der 20-Jährige wurde unter anderem wegen des Fahrens ohne Fahrerlaubnis angezeigt. Er konnte nach erfolgter Blutentnahme im Institut für Rechtsmedizin vor Ort entlassen werden.