Verhängnisvoller Fehler am Notausstieg: Graffiti-Sprayer in Schwabing ertappt

Auf einer Fläche von mehr als hundert Quadratmetern ist ein abgestellter U-Bahn-Zug im Tunnel in der Nähe des Bahnhofs Dietlindenstraße in München-Schwabing beschmiert worden. Die vier mutmaßlichen Täter im Alter zwischen 24 und 37 drangen, wie die Polizei jetzt mitteilte, bereits am 8. Februar, einem Sonntag, in den frühen Morgenstunden in den U-Bahn-Tunnel in Schwabing ein.
Tags auf mehr als 100 Quadratmetern Fläche
Sie beschmierten die Seite der U-Bahn mit verschiedenen Tags. Als sie den Tunnel über den Notausstieg wieder verlassen wollten, passierte ihnen ein Fehler. Sie lösten den Alarm aus. Passanten sprachen eine Polizeistreife an, die zufällig in der Nähe war. Die Zeugen berichteten, dass sie vier vermummte Gestalten in der Nähe des Notausstiegs gesehen hätten. Sie seien in einem Auto verschwunden. Das Kennzeichen hatten sich die Zeugen gemerkt.
Als Polizisten über den Notausstieg in den U-Bahn-Tunnel eindrangen, rochen sie sofort den Geruch frischer Farbe. Auf der Seite der U-Bahn standen verschiedene Tags wie das Wort "Panko". Die Farbe war noch frisch, die Täter mussten ihr Werk erst kurz zuvor beendet haben.
Der Rest war für die Polizei ein Kinderspiel
Über eine Halterabfrage im Polizeisystem war der Besitzer des verdächtigen Autos schnell ausfindig gemacht. Der Mann ist in Bogenhausen gemeldet. Eine Streife fuhr zu der Adresse. Die Beamten durchsuchten dort das Auto und fanden darin Spraydosen. Im weiteren Verlauf, so eine Polizeisprecherin am Mittwoch, "erhärtete sich der Verdacht, dass es sich hierbei um die Tatverdächtigen handeln könnte,
woraufhin die Insassen festgenommen wurden." Bei den vier Männern handelt es sich laut Polizei um zwei Münchner, einen Deutsch-Tunesier (32), einen Deutschen (37), einen 24-jährigen Deutschen aus der Nähe von Ebersberg und einen 27-jährigen Deutschen aus NRW.
Alle Verdächtigen sind auf freiem Fuß
Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurden die vier Tatverdächtigen anschließend wieder entlassen. Gegen die Männer wurde ein Ermittlungsverfahren unter anderem wegen Sachbeschädigung durch Graffiti eingeleitet. Die weiteren Ermittlungen führt das Kommissariat 23 des Polizeipräsidiums München.