Polizei erwischt Schülerin aus München mit einem Kilo Kokain im Auto
Da hat Kommissar Zufall einer Zivilstreife der Polizei einen dicken Fisch ins Netz gespült. Die Beamten machten am Samstagabend gegen 18.45 Uhr in der Elsenheimer Straße in Laim eine allgemeine Verkehrskontrolle. Dabei stoppten sie eine 19 Jahre alte Schülerin aus München am Steuer eines Opel Vectra.
Im Wagen fanden die Beamten ein Kilo Kokain. Einer der Begleiter der 19-Jährigen hatte ein Tierabwehrspray. Das Pfefferspray zur Abwehr von Tieren oder auch zweibeinigen Angreifern gilt juristisch als Waffe. Damit könnte das Spray am Ende dafür sorgen, dass sowohl die 19-Jährige als auch ihre beiden 17- und 19 Jahre alten Begleiter wegen bewaffneten Drogenhandels in nicht geringer Menge angeklagt und vor Gericht gestellt werden. Im Erwachsenenstrafrecht stehen darauf Freiheitsstrafen nicht unter fünf Jahren.
Verdächtige können auf mildere Strafe hoffen
Beim deutlich milderen Jugendstrafrecht könnte das Gerichtsurteil und damit der Gefängnisaufenthalt für die drei jungen Münchner entsprechend kürzer ausfallen. Bei den beiden männlichen Verdächtigen kommt allerdings hinzu, dass sie einschlägig wegen Verstößen gegen das Rauschgiftgesetz bei der Polizei bereits aktenkundig sind. Das könnte sich im Urteil daher strafverschärfend auswirken. Die Schülerin ist dagegen bei der Polizei früher nicht strafrechtlich aufgefallen.
Koks lag hinter dem Beifahrersitz
Im Fußraum hinter dem Beifahrersitz fanden die Zivilbeamten das mit Plastikfolie umwickelte Paket. Nach Angaben eines Polizeisprechers vom Mittwoch enthielt es ein Kilogramm Kokain.
Der 17-Jährige hatte zusätzlich zum Tierabwehrspray auch noch mehrere Tausend Euro in drogentypischer Stückelung in kleinen Scheinen dabei. Alle drei Insassen wurden vorläufig festgenommen und wegen des illegalen Handelns mit Betäubungsmitteln angezeigt, so der Polizeisprecher. Die Drogen, das Tierabwehrspray sowie das Bargeld und mehrere Handys wurden beschlagnahmt.
Drogen und Waffen in Wohnungen der Verdächtigen
In der Wohnung des 17-Jährigen wurden ein Messer und eine PTB-Waffe sichergestellt. In der Wohnung des 19-Jährigen lagen nach Angaben der Polizei rund 50 Gramm Marihuana.
Freiheit statt U-Haft
Das Trio befindet sich trotz aller belastenden Indizien inzwischen wieder auf freiem Fuß. Bisher ist es den Ermittlern nicht gelungen, das Päckchen mit dem Kilo Kokain einem der drei Verdächtigen klar zuzuordnen. Untersuchungen im Labor sollen nun klären, welcher der drei der eigentliche Besitzer des sichergestellten Kokains ist.

