Polizei durchsucht Max-Planck-Bau

Anzeigen gegen drei Ärzte des Max-Planck-Instituts: Sie sollen Abrechnungsbetrug begangen haben.
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Im sogenannten Kraepelinbau in München-Schwabing ist das Max-Planck-Institut für Psychiatrie untergebracht.
dpa Im sogenannten Kraepelinbau in München-Schwabing ist das Max-Planck-Institut für Psychiatrie untergebracht.

München - Die Polizei hat am Mittwoch das Max-Planck-Institut (MPI) für Psychiatrie in Schwabing durchsucht. "Wir ermitteln wegen des Verdachts des Abrechnungsbetruges", bestätigte Oberstaatsanwältin Hildegard Bäumler-Hösl der AZ. Auch der Vorwurf der Untreue werde untersucht.

Nach AZ-Informationen werden drei Ärzte verdächtigt, über einen Zeitraum von fünf Jahren Abrechnungsbetrug begangen zu haben. Die Ermittlungen kamen durch Anzeigen ins Rollen, die im August 2016 bei der Staatsanwaltschaft eingingen.

Polizei und Staatsanwaltschaft sicherten gestern zahlreiche Aktenordner sowie elektronische Daten.

Anonyme Anschuldigungen

Das Max-Planck-Institut verwies in einer Stellungnahme auf zahlreiche anonyme Anschuldigungen, die seit vergangenem Jahr immer wieder gegen die Abrechnungspraxis des Hauses erhoben würden. "Wir arbeiten eng mit den Behörden zusammen, um schnellstmöglich vollständige Transparenz über alle Vorgänge herzustellen und eine restlose Aufklärung aller Vorwürfe zu beschleunigen", teilte Institutssprecherin Anke Schlee gestern mit.

Um die Vorwürfe auszuräumen, hatte das Institut offenbar bereits eine unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft damit beauftragt, die Abrechnung zu prüfen. "Sie kam 2016 zu dem Ergebnis, dass die aktuelle Abrechnungspraxis keinen Grund zur Beanstandung gibt", so die Sprecherin weiter.

Die Max-Planck-Gesellschaft habe als Trägerin des Instituts vor dem Hintergrund der immer wiederkehrenden Vorwürfe bei der Staatsanwaltschaft München eine Strafanzeige wegen Rufschädigung gegen Unbekannt eingereicht.

Das Max-Planck-Institut für Psychiatrie gilt als eine der weltweit führenden Einrichtungen zur Erforschung von Depressionen und Angsterkrankungen. Ein Hauptziel ist es, Biomarker psychiatrischer und neurologischer Störungen zu identifizieren.

Das Institut in der Kraepelinstraße hat eine 120-Betten-Klinik, mehrere Spezialambulanzen und eine Tagesklinik.

 

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