Pläne zur Zweiten Stammstrecke: Münchner Linke fordert Baustopp!

Die Münchner Linke kritisiert im Rahmen der Zweiten Stammstrecke die nicht vorausschauende Planung und fordert "einen sofortigen Stopp aller Planungen und Baumaßnahmen".
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Ates Gürpinar: "Auf verkehrspolitische Abenteuer wie den Berliner Flughafen oder Stuttgarter Hauptbahnhof kann München sehr gut verzichten. Es ist höchste Zeit, die Reißleine zu ziehen."
Sven Hoppe/dpa, Jens Büttner/dpa Ates Gürpinar: "Auf verkehrspolitische Abenteuer wie den Berliner Flughafen oder Stuttgarter Hauptbahnhof kann München sehr gut verzichten. Es ist höchste Zeit, die Reißleine zu ziehen."

München - Die Pläne zur Zweiten Stammstrecke in München sind noch einmal grundlegend verändert worden: Die neue U-Bahnlinie U9, die 2037 kommen soll, ein neuer S-Bahnhof am Ostbahnhof, eine "Rettungsröhre" zwischen den S-Bahntunneln und ein neues elektronisches Stellwerk. Durch die Änderungen wird das Riesen-Projekt allerdings erst zwei Jahre später fertig – also 2028.

Die Kosten sollen sich auf 3,4 Milliarden Euro belaufen. "Wir sind damit aber immer noch voll im Rahmen der 3,8 Milliarden Euro Gesamtkosten", sagte Stammstrecken-Projektleiter Markus Kretschmer. Zu Anfang des Projekts lagen die Kosten noch bei 3,2 Milliarden, ein Sicherheits-Puffer von zusätzlichen 600 Millionen Euro wurde später genehmigt.

Zweite Stammstrecke: Linke will sofortigen Baustopp

Die Münchner Linke im Stadtrat ist mit dem Finanzgebaren in Sachen Stammstrecke ganz und gar nicht einverstanden und setzt sich für einen Radikalschnitt ein. "Nun sickert es langsam durch. Nach und nach werden Neuplanungen und Mehrkosten für den Bau der Zweiten Stammstrecke eingeräumt. Wir fordern einen sofortigen Stopp aller Planungen und Baumaßnahmen für das Projekt", sagt Kreissprecher Ates Gürpinar am Montag.

Selbst der Konzern gestehe ein, "dass die Pläne der Deutschen Bahn für einen dritten Tunnel bis zu 200 Millionen Euro und zwei Jahre Bauzeit mehr veranschlagen werden, als ursprünglich geplant", heißt es in der Mitteilung weiter.

Das werde am Ende sicher nicht ausreichen: "Woher die Deutsche Bahn sich die Sicherheit nimmt, trotz höherer Kosten und Zeitaufwand immer noch im Plan zu bleiben, erschließt sich uns nicht. Vielmehr bestätigt die Totalumplanung unsere Befürchtung, dass die Zweite Stammstrecke von Anfang an nicht vorausschauend geplant war."

Diese Alternativen sieht die Linke

Die Linke verweist in diesem Zusammenhang auf "verkehrspolitische Abenteuer" wie den Berliner Flughafen oder den Stuttgarter Hauptbahnhof. Darauf könne München sehr gut verzichten.

Gürpinar: "Es ist höchste Zeit, die Reißleine zu ziehen. Mit einem Ausbau des Nord- und Südrings für den S-Bahn-Verkehr, einer maßvollen Sanierung des Hauptbahnhofs, einen Ausbau der S-Bahn-Außenäste und einen massiven Ausbau des Tramnetzes lässt sich der Verkehrs- und Klimakollaps in München viel günstiger und effizienter lösen."

Lesen Sie hier: Umplanung - Zweite Stammstrecke braucht eine dritte Röhre

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