Pflege: "Die Situation in München ist seit Jahren prekär"

Wie groß ist das Pflege-Problem in München? Philip Kreßirer, Sprecher des Klinikums Großhadern, nimmt dazu in der AZ Stellung.
| Ruth Schormann
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Klinik-Sprecher Philip Kreßirer im Gespräch mit der AZ.
LMU/dpa Klinik-Sprecher Philip Kreßirer im Gespräch mit der AZ.

München - "Die Situation der Pflegekräfte in den Kliniken ist insbesondere in den Ballungsräumen und vor allem in München seit Jahren prekär". Gründe hierfür kann er viele benennen: Die Auswahl an Arbeitgebern ist groß, die Lebenshaltungskosten sind hoch und bezahlbarer Wohnraum ist knapp. Der Pflegeschlüssel in Großhadern habe zwar schon eine sehr gutes Verhältnis, sagt Kreßirer. Beispielsweise auf der Intensivstation kümmere sich ein Pfleger um zwei Patienten. Doch auf Allgemeinstationen muss sich dagegen eine Pflegekraft in der Frühschicht um sieben Patienten kümmern.

"Unsere Situation ist momentan grundsätzlich in Ordnung", sagt er zur aktuellen Lage. Schwierig werde es, wenn die geforderte Mindestzahl dann zur generellen Regel wird – weil der Markt nicht mehr mehr hergibt. Das sei aber natürlich ein allgemeines Problem, das nicht nur sein Klinikum betreffe. "Die Herausforderung ist nun, das für alle Schichten zu erreichen, wo sonst ein 1:10-Verhältnis besteht, also sich ein Pfleger um zehn Patienten kümmern muss", sagt Kreßirer.

Großhadern setzt auch auf die eigene Ausbildung

Wie man sich in Großhadern hilft? Durch einen Aufnahmestopp. Dadurch sollen dauerhafte Überlastungen vermieden werden. "Die Pflegenden haben die Möglichkeit die Aufnahmekapazitäten zu reduzieren", erklärt Kreßirer. Pflegehilfskräfte werden zusätzlich zu Pflegekräften eingesetzt. Gleichzeitig möchte man den Arbeitsplatz Klinikum so attraktiv wie möglich gestalten, etwa durch flexible Arbeitszeiten und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, "soweit der Ablauf in der Patientenversorgung dies zulässt", schiebt er hinterher.

Um die Personalsituation zu verbessern, setzt man in Großhadern außerdem auf die eigene Ausbildung: Es gibt Ausbildungsplätze für Operationstechnische und für Anästhesietechnische Assistenten sowie eine Schule für Pflegefachhelfer an der Staatlichen Berufsfachschule für Krankenpflege. Im Gegensatz zu einer examinierten Pflegekraft mit dreijähriger Ausbildung dauert die Ausbildung zum Pflegefachhelfer nur ein Jahr. Der erste Ausbildungsjahrgang startet in diesem August, sagt Kreßirer.


Wer an einer Ausbildung interessiert ist, kann sich hier informieren: www.klinikum. uni-muenchen.de/Staatliche-Berufsfachschule-fuer-Krankenpflege/de/Pflegefachhelfer

Lesen Sie hier: Untergrenze gegen den Pflegemangel

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