Petition für die U5: So viele Münchner fordern die U-Bahn

Fast 10.000 Menschen wohnen schon im Neubaugebiet Freiham im Münchner Westen. In den nächsten zehn Jahren sollen es dreimal so viele sein: 30.000 Einwohner plus 15.000 Arbeitsplätze sind geplant. Nur: Eine U-Bahn hält bis jetzt nicht in Freiham. Und nun wächst im Münchner Westen die Sorge, dass die Stadt das Projekt weiter nach hinten verschiebt.
Eigentlich hätte der Stadtrat im Bauausschuss darüber abstimmen sollen, die Planungen für die U5-Verlängerung Richtung Freiham voranzutreiben. Doch er vertagte die Entscheidung - zweimal. Jetzt soll der Stadtrat am Mittwoch in der Vollversammlung abstimmen.
Die CSU erhöht nun den Druck: Der Chef des örtlichen Bezirksausschusses, Sebastian Kriesel, hat mit seinen CSU-Kollegen aus dem Münchner Westen am Wochenende eine Petition für die U5 gestartet.
In nur zwei Tagen sind um die tausend Unterschriften zusammengekommen. "Wir sind total erfolgreich und wir hoffen, es wirkt auch etwas. Die Planungen für die U5 dürfen nicht verzögert werden", sagt Kriesel zur AZ am Telefon. Gerade baut die Stadt schon die U5 weiter vom Laimer Platz nach Pasing. "Danach muss es sofort weiter Richtung Freiham gehen", sagt Kriesel.
Ist U5 wegen Olympia auf der Prioritätenliste nach hinten gerutscht?
Die Zeitabläufe seien ohnehin "furchtbar". Denn schließlich müssen die Menschen, die heute schon in Freiham leben, so oder so noch bestimmt zehn Jahre auf eine U-Bahn warten. Doch nun droht die U5 auf der Prioritätenliste im Stadtrat weiter nach hinten zu rutschen. Denn für die Olympia-Bewerbung plant die Stadt auch eine neue U9 und eine Verlängerung der U4 zum neuen Olympiadorf im Nordosten.
"Man darf diese Projekte nicht gegeneinander ausspielen", sagt Kriesel. Aus seiner Sicht sind alle drei U-Bahnen notwendig. Allerdings: Im Olympiadorf sollen erst einmal Athleten leben - die zu ihren Wettkampfstätten nicht mit der U-Bahn fahren. "Natürlich muss die Stadt die Planungen für die U4 auch anfangen. Doch wann man sie wirklich braucht, weiß noch keiner", sagt Kriesel. Schließlich könne es gut sein, dass die Stadt erst 2040 oder 2044 den Zuschlag für Olympia bekommt.
Die Planungen für die U5 hingegen seien schon viel weiter, weiß Kriesel. Die Stadt baut zum Beispiel schon ein Vorhaltebauwerk für einen neuen U-Bahnhof in Freiham. 94,5 Millionen Euro hat der Stadtrat für das Vorhaltebauwerk bereits genehmigt. Würde die Stadt nun die U-Bahn nicht bauen, wäre dieses Geld verloren, argumentiert Kriesel.
Dass die U5-Verlängerung wegen Olympia tatsächlich verzögert wird, sieht OB Dominik Krause (Grüne) nicht kommen: "Ich gehe davon aus, dass es zu keiner Verzögerung kommt", antwortet er auf eine entsprechende Nachfrage bei einer Pressekonferenz am Montag.