Paulskirche in Panik: Beschuldigter schweigt vor Gericht

"Der Teufel ist doch in mir" – Der Mann, der mit Pflastersteinen und unter Drohungen den Gottesdienst stürmte, steht seit Montag vor Gericht.
| John Schneider
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Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr vor der Paulskirche in München.
Thomas Gaulke Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr vor der Paulskirche in München.

München - Für etwa 1.000 Gottesdienstbesucher wurde am Ostersamstag ein Albtraum wahr: Ein Mann stürmt in die Kirche, ruft "Allahu Akbar" und "Ich verbrenne euch alle Christen in dieser Kirche." In den Händen hält er Pflastersteine. Einem Mann schlägt er damit auf die Schulter. Panik aus Angst vor einem Terrorangriff bricht aus. Bei dem Gedränge zu den Ausgängen stürzen die Menschen übereinander. 32 werden verletzt. Zwei Unbekannte halten dem Angreifer die Arme fest, verhindern so die Steinwürfe.

Der Mann, der die Panik auslöste, steht seit gestern vor Gericht. Unter anderem wegen Störung des öffentlichen Friedens sowie gefährlicher Körperverletzung. Der junge Mann leide an paranoider Schizophrenie, so die Ermittler. Deswegen beantragt die Staatsanwaltschaft die dauerhafte Unterbringung des psychisch Kranken.

Beschuldigter will zurück nach Mogadischu

Sein Verteidiger Bernhard Beer erklärt zu Prozessbeginn, dass sich sein Mandant weder zu der Tat, noch zu seinen persönlichen Verhältnissen äußern möchte.

Der Psychiater Cornelis Stadtland hat Mohamed B. drei Mal besucht und mit ihm gesprochen. Der Mann, der schon mehrfach im Gefängnis saß, habe nicht einmal sein Alter angeben können, berichtet Stadtland. Er könne 25 Jahre alt sein – oder aber 35. Die Staatsanwaltschaft geht von 37 aus.

"Der Teufel ist doch in mir", soll er im Gespräch geäußert und sich immer wieder in Widersprüche verstrickt haben. So hat seine Flucht aus Somalia nach Deutschland mal 15, mal nur drei Jahre gedauert. Jetzt will er nur noch zurück nach Mogadischu. Der Prozess wird fortgesetzt.

Lesen Sie auch: Störung bei Ostermesse - Polizei geht von Einzeltäter aus

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