Paul, der Roboter: Ein neuer Partner im Verkauf

Augen und Sprache als Anker: Auf der "Internet World Messe" zeigt das Fraunhofer-Institut seinen Stargast.
| Eva von Steinburg
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Der Roboter Paul soll den Service revolutionieren.
Vera Vaubel Der Roboter Paul soll den Service revolutionieren.

München - Die neueste Premium-Roboter-Generation hat puppige Gesichter, Bäuche auf die man drücken kann. Sie sind in pastelligen Babyfarben gehalten, damit Kinder und alte Menschen gerne mit ihnen kommunizieren.

Roboter "Paul" ist nicht humanoid, erinnert also nicht an einen Menschen. Paul ist eine weiße Säule auf Rollen mit einem dunklen Display – auf dem allerdings zwei runde Augen leuchten, die ihre Gesprächspartner auch schmal anblinzeln können. "Auf einen Mund haben wir bewusst verzichtet. Paul soll eine Maschine bleiben", sagt Ulrich Reiser (38) vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik, der seinen Star mitentwickelt hat.

In München könnte Paul bald im Saturn auf der Theresienhöhe Kunden helfen. Denn Paul hat den Inhalt aller Regale gespeichert. Höflich fragt er, sobald er ein Paar menschlicher Augen erkennt: "Welches Produkt suchst du?" und dann: "Achtung, ich fahre jetzt los".

Im hochmodernen Saturn-Markt in Ingolstadt zeigt Paul seit Oktober älteren Paaren den Weg in die Gefriertruhen-Abteilung oder lotst einen unsicheren 12-Jährigen zu den Kopfhörern. Auf drei Rollen düst er los und macht dabei Smalltalk: "Möchtest du Musik hören?", "Kann ich dir einen Mitarbeiter rufen?"

Robotermarkt wächst rasant

50 solcher Wege macht Paul pro Tag, zwei Kilometer legt er dabei zurück. "Seine menschlichen Kollegen mögen ihn. Sie durften seinen Namen aussuchen und sehen ihn als Unterstützer", sagt Martin Wild (38), von der Media-Markt-Saturn-Retail-Group.

Von der Werkshalle in den Alltag: Der Robotermarkt wächst um 30 Prozent im Jahr. Es gibt welche, die Ställe ausmisten und die Kühe füttern oder Krankenhaus-Roboter, die bei Operationen helfen. Der persönliche Haushaltsassistent, der Care- oder Pflegeroboter ist aber noch in Entwicklung.

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Ein Altenheim testete mechanische Butler, die aus Wasserspendern ein Glas abfüllen – und Senioren an den Tisch bringen. Der Butler-Roboter speichert dabei jedes Gesicht und informiert auf Wunsch die Altenpflegerinnen, wer schon genug Wasser für diesen Tag getrunken hat – angeblich eine große Entlastung.

Das Interesse der Pflege-Branche an Robotern ist da: Mit 250.000 Euro pro Exemplar ist dieser erste Butler jedoch noch unrealistisch teuer.

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