Patrona Bavariae: Die schönsten Marienfiguren Münchens

Seit 100 Jahren ist die Gottesmutter Maria Schutzherrin Bayerns. 10.000 Marienverehrer feiern das am Samstag mit einer Wallfahrt zur Mariensäule. Wir zeigen die schönsten Marienfiguren der Stadt.
| Irene Kleber
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Die schmerzhafte Muttergottes in der Herzogspitalkirche.
Gunnar Staack / kirchbau.de 6 Die schmerzhafte Muttergottes in der Herzogspitalkirche.
Die Gnadenmutter von der Au in der Mariahilfkirche.
imago 6 Die Gnadenmutter von der Au in der Mariahilfkirche.
Sie soll von Krankheiten heilen: Die "Hammerthaler Gottesmutter" aus dem 15. Jahrhundert in der Heilig-Geist-Kirche.
Stadtspürer 6 Sie soll von Krankheiten heilen: Die "Hammerthaler Gottesmutter" aus dem 15. Jahrhundert in der Heilig-Geist-Kirche.
An der Westfassade der Residenz thront die Patrona Bavariae seit 1616.
Stadtspürer 6 An der Westfassade der Residenz thront die Patrona Bavariae seit 1616.
Die barocke Marienfigur am Hochaltar im Dom.
imago 6 Die barocke Marienfigur am Hochaltar im Dom.
Eine typische Hausmadonna sieht man etwa am Gunetzrhainerhaus (1730) am Promenadeplatz.
6 Eine typische Hausmadonna sieht man etwa am Gunetzrhainerhaus (1730) am Promenadeplatz.

München - Sie werden aus ganz Bayern herbeipilgern - sternförmig zur Mariensäule hin: rund 10 000 Marienverehrer, die das katholische Hochfest "Patrona Bavariae" feiern und so die Heilige Maria als Schutzpatronin Bayerns ehren. Die Bayern und ihre Maria – eine ganz besondere Verbindung. Spätestens seit Kurfürst Maximilian l. 1636 in tiefer Frömmigkeit die elf Meter hohe Säule auf dem Marienplatz hat aufstellen lassen.

Aus Dankbarkeit für die Rettung Münchens vor den schwedischen Truppen im Dreißigjährigen Krieg. In der Not des Ersten Weltkriegs ernannte Papst Benedikt XV. 1916 Maria offiziell zur Hauptpatronin des damaligen Königreichs Bayern. Und gewährte ihr zu Ehren das Hochfest. Die erste Feier im Mai 1917 jährt sich jetzt zum 100. Mal.

400 Wundertaten, weil Maria die Augen öffnet


Die schmerzhafte Muttergottes in der Herzogspitalkirche. (Foto: Gunnar Staack/kirchbau.de)

Sie soll um 1690 mal erkennbar ihre Augen bewegt haben, beobachtet von einem Kind. Seither wird der "Schmerzhaften Muttergottes" (erschaffen 1651 vom Münchner Bildhauer Tobias Bader) von tief gläubigen Marienverehrern nachgesagt, Wunder vollbringen zu können.

Sie ist deshalb zu einem wichtigen Marienwallfahrtsort mit Bußgängen und Dankgottesdiensten geworden. In der Herzogspitalkirche im Hackenviertel der Altstadt, wo die Holzfigur zu finden ist, wurden deshalb über 50 000 Messen gelesen und 400 Wundertaten gezählt.

Gnadenbild aus Elfenbein: Mitbringsel des Kurfürsten


Die Gnadenmutter von der Au in der Mariahilfkirche. (Foto: imago)

Rund 80 Zentimeter hoch ist diese Madonnenfigur in der südlich angebauten Gnadenkapelle der Mariahilfkirche in der Au. Sie stammt vermutlich aus der Zeit um 1450, geschaffen von einem unbekannten französischen Künstler. Das feine Gesicht der Madonna, ihre Hände und der Körper des Kindes sind aus Elfenbein, der Rest aus einer gipsartigen Substanz.

Kurfürst Maximilian I. hat die Figur um 1631 vermutlich aus Flandern mitgebracht. Von 1862 bis zur Zerstörung der Mariahilfkirche im Zweiten Weltkrieg stand das Gnadenbild auf dem rechten Seitenaltar, wanderte dann in der Pfarrgemeinde von einer Notunterkunft zur nächsten. 1953 bekam es einen eigenen Raum in der Gnadenkapelle. Ein Gitter sichert die Muttergottes heute vor Diebstahl.

Die Wunder-Madonna, die Krankheiten heilt


Sie soll von Krankheiten heilen: Die "Hammerthaler Gottesmutter" aus dem 15. Jahrhundert in der Heilig-Geist-Kirche. (Foto: Stadtspürer)

Von goldenen Strahlen umrahmt steht die gotische "Hammerthaler Gottesmutter" in der Heilig-Geist-Kirche am Viktualienmarkt. Und die Wege, die sie genommen hat, sind wundersam. 1620 fällt der Münchner Wirtin Ursula Hammerthaler die hölzerne Figur auf, die unbeachtet in einem Tegernseer Kloster hängt – sie fühlt sich seltsam berührt. Der Abt gibt sie ihr mit nach München, wo die Wirtin sie in ihre Hauskapelle im Tal stellt.

Nun nehmen die Wunder ihren Lauf. Überraschend verschwinden die Gelenkschmerzen der Wirtin. Gehbehinderte brauchen keine Krücken mehr, ein Ertrinkender überlebt. Von überall her pilgern Kranke, um sich heilen zu lassen. Als der Andrang zu groß wird, spendet die Wirtin die Statue dem Augustinerkloster in der Neuhauser Straße. 1638 kommt sie in die Heilig-Geist-Kirche und steht nun links vom Hochaltar.

Patrona Bavariae an der Residenz: Sogar den Krieg überstanden


An der Westfassade der Residenz thront die Patrona Bavariae seit 1616. (Foto: Stadtspürer)

München 1616, kurz vor Beginn des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648): Während sich die Konflikte zwischen den Konfessionen bedrohlich zuspitzen, lässt Maximilian I. - ab 1623 Kurfürst - in einer Nische an der Fassade der Münchner Residenz in der Residenzstraße eine überlebensgroße Bronzestatue aufstellen: die gekrönte Gottesmutter, auf der Mondsichel stehend.

Sie trägt die Herrschafts-Insignien - Reichsapfel, Krone und Zepter - und in der rechten Hand das Christuskind, das sich allen zuwendet, die vom Schwabinger Tor her in die Stadt kommen. Ein Schild trägt die In- schrift "Sub tuum praesidium confugimus" (Unter deinem Schutz fliehen wir). Während München im Zweiten Weltkrieg in Stücke fiel, lag die Patrona versteckt unter einer Treppe der Residenz.

Die verlorenen Reichsinsignien hat man nachgegossen – aus dem eingeschmolzenen NS-Mahnmal, das die Nazis zur Erinnerung an den fehlgeschlagenen Hitlerputsch 1923 an der Feldherrnhalle gegenüber hatten anbringen lassen.

Von der Kapelle zum Frauendom


Die barocke Marienfigur am Hochaltar im Dom. (Foto: imago)

Das Wahrzeichen Münchens, die Frauenkirche ("Dom zu Unserer Lieben Frau") in der Altstadt, ist freilich ebenfalls der Heiligen Maria gewidmet – und hier findet sich die goldene Maria Immaculata von Roman Anton Boos von 1776.

An der Stelle des Doms, der seit 1821 die Kathedralkirche des Erzbischofs ist, hatten die Wittelsbacher übrigens schon im 13. Jahrhundert eine Marienkapelle errichten lassen. Damals noch am Rand der Stadtmauer.

Marienverehrung an der Hauswand


Eine typische Hausmadonna sieht man etwa am Gunetzrhainerhaus (1730) am Promenadeplatz.

Wie sehr die Heilige Maria in München über die Jahrhunderte verehrt wurde, lässt sich auch an den vielen Hausmadonnen erkennen, die gerade in der Altstadt an vielen Fassaden alter Wohnhäuser zu sehen sind. Vor allem im 18. Jahrhundert waren Hausheilige beliebt.

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