Online zum Saturn

Die Elektronik-Kette bläst zur Attacke gegen Internet- Anbieter: Artikel am PC bestellen, am gleichen Tag im Laden abholen. Die AZ hat einen Blick in die neue Internet-Filiale geworfen
| Georg Thanscheidt
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Kunden im Saturn-Markt: Wer will, kann sich seine Einkäufe auch nach Hause schicken lassen.
Mike Schmalz Kunden im Saturn-Markt: Wer will, kann sich seine Einkäufe auch nach Hause schicken lassen.

Die Elektronik-Kette bläst zur Attacke gegen die Internet- Anbieter: Artikel einfach am PC bestelen, das Gerät dann am gleichen Tag im Laden abholen.

München - Saturn geht in die Offensive: Im Verlauf des Montags (10. Oktober) geht unter www.saturn.de der neu gestaltete Shop der Elektronikfachmarktkette online. Der deutsche Anbieter macht damit auch den US-Riesen Amazon und Apple Konkurrenz. Der Vorteil des Unternehmens mit der Zentrale in Ingolstadt: Es kann die Vorzüge des Online-Geschäfts mit den Vorteilen einer großen Anzahl von Märkten in der Republik kombinieren.

Die AZ hat vorab einen Blick in die neue Internet-Filiale geworfen und mit den Verantwortlichen des Unternehmens über das neue Konzept gesprochen. Bisher konnte man über die Website saturn.de lediglich Waren in einzelnen Märkten reservieren. Jetzt - zum 50. Geburtstag der Firma – steigt sie ganz real in den virtuellen Handel ein. Das mag spät sein, wie Pieter August Haas, bei der Media-Saturn-Holding fürs operative Geschäft verantwortlich, einräumt. „Aber nicht zu spät“, sagt er. Er sieht durchaus die Chance, „eine marktführende Position aufzubauen.“

Möglich machen soll das die bisherige Stärke von Saturn: die 144 Märkte in ganz Deutschland, in denen 8600 Mitarbeiter zuletzt 3,2 Milliarden Umsatz schafften. Denn diese werden in das Online-Konzept maßgeblich eingebunden: Zunächst ist online ein kleineres Sortiment wie zum Beispiel in den Münchner Märkten zur Verfügung. Ab Montag kann der Kunde diese Produkte online bestellen, und entscheiden, ob er sich den Fernseher oder die Kaffeemaschine wie bei Amazon oder anderen Anbietern nach Hause liefern lassen möchte. Dafür muss er extra Versandkosten zahlen. Oder der Kunde entscheidet sich, das Produkt selbst – dann versandkostenfrei – in einem der Märkte abzuholen.

Der Preis des Produktes ist in beiden Fällen gleich – wenn der Kunde in den Markt geht, spart er aber nicht nur die Versandkosten, erklärtes Ziel von Saturn ist es, die Ware noch am gleichen Tag abholbereit zu haben. Lästige Gänge zur Post, um Pakete abzuholen würden wegfallen – außerdem können alle Online-Kunden die Produkte in jedem Markt auch umtauschen, raklanieren oder zurückschicken. Ein klarer Plus-Punkt in Vergleich zu anderen Anbiertern.

„Der Online-Shop mit Markt-Garantie“ lautet der etwas sperrige Slogan für dieses Prinzip – die Händler wie der Münchner Geschäftsführer Wolfgang Deinert sind Partner in diesem Konzept, weshalb er auch verspricht, die Abholung am gleichen Tag so bald und so oft als möglich zu gewährleisten. Alle Chefs der lokalen Märkte sind nämlich am Online-Gewinn beteiligt, wird das Gerät bei Ihnen im Markt abgeholt können sie auch den Umsatz bei sich verbuchen.

Mit dem Download, dem Kauf und dem sogenannten Streaming von Musiktiteln – und demnächst auch Filmen und Spielen – macht Saturn auch anderen Anbietern wie iTunes von Apple Konkurrenz. Europaweit hält Haas im Internet-Shop einen Umsatz von 5 Milliarden Euro im Jahre 2016 für möglich. In Deutschland wäre somit ein Umsatzplus von 100 Millionen denkbar.

 

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