Olympia-Wahlwerbung in der Münchner S-Bahn

Neue Durchsagen während der Fahrt mit der S-Bahn im Münchner Streckennetz! Die Fahrgäste werden gebeten, für Olympia 2022 zu stimmen.
| Julia Lenders
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Ganz klar für Olympia: Der öffentliche Nahverkehr wirbt bei seinen Durchsagen für die Olympiabewerbung 2022!
AZ-Montage Ganz klar für Olympia: Der öffentliche Nahverkehr wirbt bei seinen Durchsagen für die Olympiabewerbung 2022!

Neue Durchsagen während der Fahrt mit der S-Bahn im Münchner Streckennetz! Die Fahrgäste werden gebeten, für Olympia 2022 zu stimmen.  

München - In den Münchner S-Bahnen erhalten Fahrgäste seit gestern ungewohnte (und teilweise wohl auch ungewollte) Informationen. Per Lautsprecher-Durchsage wird auf den Bürgerentscheid am nächsten Sonntag hingewiesen – und gleich auch eine Wahlempfehlung gegeben.

Sinngemäß heißt es da: Die S-Bahn bittet um Unterstützung für Olympia 2022. Denn die Spiele seien auch im Sinne eines besseren öffentlichen Nahverkehrs.

Das Aktionsbündnis NOlympia reagierte „entsetzt“. Zuletzt hatten sich die Olympia-Gegner schon ausgebootet fühlen müssen, als mit den Wahlunterlagen gleich auch die Argumente der Pro-Seite ins Haus geliefert wurden. Für eine Gegenrede war kein Platz.

Sehen Sie hier die Olympia-Debatte mit Neureuther und Schleich in der AZ

In einer Pressemitteilung machen die NOlympia-Sprecher Christian Hierneis und Katharina Schulze ihrem erneuten Ärger Luft: „Jetzt nutzt der staatseigene Betrieb Deutsche Bahn seine Herrschaft über Lautsprecheranlagen an Bahnhöfen und in den S-Bahnen und die Werbeflächen für einseitige Wahlwerbung aus.“ Von der Möglichkeit einer objektiven Wahlentscheidung könne keine Rede mehr sein. „Wir haben da ein anderes Verständnis von Fairness.“

Die Lautsprecher-Durchsagen werden von Mitarbeitern aus dem Ansage-Zentrum am Ostbahnhof vorgelesen. Was, wenn unter ihnen auch ein Olympia-Gegner ist? Ein Bahnsprecher versichert: „Wenn jemand das nicht machen möchte, hat er keine Folgen zu befürchten.“

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