Krach im Paulaner-Festzelt: Sieben Schankkellner lassen Wiesn-Wirt Stiftl stehen

Eigentlich läuft das erste Jahr als Wiesn-Wirt für Lorenz Stiftl bisher nach Plan. Während am Montagabend Tausende feierten, soll es im Paulaner-Festzelt hinter den Kulissen jedoch ordentlich gekracht haben. Es soll zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen dem Festwirt und Schankkellnern gekommen sein. Mehrere Schankkellner haben ihre Arbeit danach kurzfristig niedergelegt.
Die Wirtesprecherin von Lorenz Stiftl teilt mit : Zu einer heftigen oder gar körperlichen Auseinandersetzung sei es „definitiv nicht“ gekommen. Nach Angaben der Sprecherin habe Stiftl am Montag gegen 17 Uhr zwei Schankkellner in einem Vorraum zu einem Kühlraum beim Biertrinken erwischt.

Streit mit Schankkellnern: Wirtesprecherin widerspricht Vorwürfen
Als der Festwirt die beiden Mitarbeiter auf ihr Fehlverhalten aufmerksam gemacht habe, seien diese im darauffolgenden Gespräch "recht unfreundlich" geworden. Die beiden Schankkellner hätten daraufhin gekündigt, so die Sprecherin. Aus Mitarbeiterkreisen ist dagegen von einer "heftigen Auseinandersetzung" die Rede. Die Polizei teilt der AZ auf Anfrage mit, dass bis Dienstagnachmittag keine Anzeige zu dem Fall vorliegt.

Sieben Schankkellner schließen die Zapfhähne
In der Folge hätten sich weitere Schankkellner mit ihren Kollegen solidarisiert. Insgesamt sieben Schankkellner hätten ihre Arbeit niedergelegt und die Zapfhähne geschlossen. Das bestätigt auch die Sprecherin.
Streit hat Auswirkungen auf den Betrieb
Durch die Arbeitsniederlegung der Schankkellner sei es zu kurzzeitigen Ausfällen beim Personal gekommen. Nach Angaben der Sprecherin gibt es im Paulaner-Festzelt fünf Schenken, an denen jeweils zwischen einem und drei Schankkellner arbeiten.
Den Engpass hätten kurzfristig zwei Braumeister von Paulaner überbrückt, die sich zufällig im Zelt aufgehalten hätten. Auf Fotos und Videos, die der AZ vorliegen, ist zudem zu sehen, wie Bedienungen Bier zapfen. Diese hätten für etwa 15 Minuten ausgeholfen, sagt die Sprecherin.
Schankkellner aus Hacker-Festzelt helfen aus
Anschließend seien für etwa eine Stunde Schankkellner aus dem Hacker-Festzelt zur Unterstützung hinzugezogen worden. Die vakanten Stellen seien inzwischen bereits mit neuen Schankkellnern besetzt worden. Bei der Einweisung vor dem Wiesn-Start hätten alle Mitarbeiter die Information erhalten, dass im Festzelt ein striktes Alkoholkonsumverbot für das Personal gilt, sagt die Sprecherin.
Auch die Vereinigung der Münchner Wiesn-Wirte spricht am Tag danach von einer "Auseinandersetzung wegen Alkohol am Arbeitsplatz". Die Vereinigung weist darauf hin, "dass Alkohol am Arbeitsplatz kein Kavaliersdelikt ist und nicht geduldet werden kann".
Lorenz Stiftl und seine Frau Christine haben das Paulaner-Festzelt erst in diesem Jahr übernommen. Zuvor hatten sie die Schützenlisl auf der Oidn Wiesn betrieben. Den Stiftls gehören zudem mehrere Lokale in der Münchner Innenstadt. Stiftl selbst wollte sich auf Anfrage nicht zum Vorfall äußern.