Die Schattenseiten der Rekord-Wiesn: Mehr Drogen, mehr Sexualdelikte

Ziemlich arbeitsreich waren die vergangenen 16 Tage auf dem größten Volksfest der Welt für die Polizisten auf der Wiesn-Wache. In diesem Jahr rückten die rund 600 Beamtinnen und Beamten zu 1.851 Einsätzen aus. Im vergangenen Jahr waren es 1.598 Einsätze, was einer Steigerung von 15 Prozent entspricht.
Drogenschwemme auf dem Oktoberfest
Die Anzahl der Straftaten und Ordnungswidrigkeiten ist laut Polizei mit 845 Delikten um circa acht Prozent gestiegen (2025: 784; 2024: 706). Einen wesentlichen Anteil daran haben Drogendelikte. Die Zahl der Fälle hat sich im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 30 Prozent erhöht. In 207 Fällen wurden Anzeigen erstellt (2025: 148). In den meisten Fällen handelte es sich um Kokainbesitz. Etliche Konsumenten wurden in Bierzelten oder an den Treppen unterhalb der Bavaria erwischt. Ausländische Tatverdächtige ohne festen Wohnsitz in Deutschland mussten Sicherheitsleistungen in einer Gesamthöhe von rund 100.000 Euro bezahlen.
Koksen zu Füßen der Bavaria
Zivilbeamte der Polizei haben beispielsweise am Samstagabend kurz vor 19 Uhr zwei Touristen aus Italien beobachtet, wie sie Kokain am Hügel unterhalb der Bavaria schnupften. Die Beamten kontrollierten die beiden 30 und 23 Jahre alten Männer. Beide hatten eine geringe Menge Kokain dabei. Die Italiener wurden zur Wiesn-Wache gebracht. Nach Hinterlegung einer Sicherheitsleistung in Höhe von insgesamt 7000 Euro wurden beide wieder entlassen. Gegen beide wurde ein Ermittlungsverfahren wegen eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz eingeleitet. Die weiteren Ermittlungen in dieser Sache führt das Kommissariat 83.
Es kam auf der Theresienwiese zu fünf Raubdelikten (2025: 1; 2024: 0). Insgesamt wurden 419 Personen wegen unterschiedlicher Delikte vorläufig festgenommen (2025: 366).
Über 700.000 Euro an Sicherheitsleistungen
Bei Personen, die Straftaten begangen hatten und keinen festen Wohnsitz in Deutschland haben, wurden Sicherheitsleistungen einbehalten. Die Gesamtsumme belief sich nach Polizeiangaben in diesem Jahr auf 707.007 Euro (2025: 357.000 Euro).
Mehr sexuelle Übergriffe
Bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung gab es einen Anstieg auf 80 Delikte (2025: 72; 2024: 56). Dabei handelte es sich in den überwiegenden Fällen um sexuelle Belästigungen (52; 2025: 47) und vereinzelt um Fotos des Intimbereichs von Frauen (sog. Upskirting, 2025: 12). Es kam zu fünf Vergewaltigungen auf dem Festgelände oder in der Umgebung. (2025: 5; 2024: 2).
25 Maßkrugschlägereien
Die Polizei meldet 237 Anzeigen wegen Körperverletzung, die Zahl liegt ungefähr auf dem Vorjahresniveau (2025: 236), was in Bezug auf die gestiegenen Besucherzahlen positiv ist, so ein Polizeisprecher. Darin enthalten sind auch 95 Fälle von gefährlicher Körperverletzung. (2025: 75). In 25 Fällen wurde mit Maßkrügen zugeschlagen oder mit Maßkrügenn geworfen. (2025: 24).
146 Drohnenflüge
Gegen das Drohnenflugverbot gab es dieses Jahr 146 Verstöße (2025: 11), wobei es sich um 127 unerlaubte Flüge mit Drohnen und um 15 bemannte Luftfahrzeuge handelte (zudem 4 Sonstige). Davon flogen laut Polizei vier direkt über der Theresienwiese und 26 in der unmittelbaren Umgebung.
36 Betretungsverbote für das Festgelände
Bereits im Vorfeld erließ das Kreisverwaltungsreferat auf Antrag des Polizeipräsidiums München 36 Betretungsverbote. Dazu kamen 30 weitere Personen, denen aufgrund ihres Verhaltens ein Platzverweis für das Festgelände vom KVR ausgesprochen wurde. Darunter war auch ein Mann aus München, der immer wieder Frauen in Bierzelten begrapscht hatte.