Das Comeback der Puffärmel: Dirndl- und Lederhosen-Trends für die kommende Wiesn

Grundsätzlich steht Tracht ja für das Vertraute. Das gilt auch für die Wiesntracht. Sprich, ein Dirndl oder eine Lederhose kommt so schnell nicht aus der Mode. Aber wie der Monaco Franze sagt: A bisserl was geht immer. Und so präsentiert Lodenfrey auch 2026 wieder seine neuesten Wiesntrends.
Gabriele Hammerschick verantwortet dort die Damen-Trachtenabteilung und begrüßt die AZ in einem mokkabraunen Dirndl. "Auch wir orientieren uns an internationalen Farbtrends", erklärt sie und zeigt auf die Dirndl der Saison: Schokoladenbraun, kräftiges Bordeaux oder Mohnrot setzen feminine Akzente. Zeitloses Blau von Eisblau bis Navy dürfe niemals fehlen, ebenso wie Grün. "Das bringt Natur und Frische", sagt Hammerschick.

Neu ist in diesem Jahr der Fokus aufs Handwerk. Die Wiesndirndl sind teilweise mit handgenähten Herzrüschen verziert. Die Stickerei in Form einer Taube und einer Blüte auf dem Rücken passt zum floralen Muster des Rocks. Der Miederstoff ist wahlweise aus Leinen oder Samt.
"Männer brauchen immer ein bisschen Sicherheit"
Johann Maurer ist für die Herren-Trachtenabteilung bei Lodenfrey verantwortlich. Auch er sagt: "Veränderung findet bei den Männern immer nur in Nuancen statt", etwa bei Kleinigkeiten im Schnitt. Auch die Farbpalette ist bei den Herren einfacher gestaltet. Hauptfarben sind Dunkelblau und viel Oliv. "Männer brauchen auch immer ein bisschen Sicherheit", gibt Maurer zu bedenken. "Wenn wir da zu viele Farben auf dem Markt hätten, hätten wir auch extrem viele Verfehlungen."

Maurer spricht bei der Herrentracht von drei Säulen: die modische Tracht, die städtische Tracht und die klassische Tracht. Basis ist immer eine kurze, häufig helle Lederhose, klassisch aus Hirschleder oder etwas günstiger aus Ziegenleder. Farbe kommt nur bei den Motivstickereien in Blatt- oder Reliefstickerei ins Spiel. Die passende Weste dazu ist inzwischen fester Bestandteil geworden. Wer Akzente setzen möchte, kann das über ausgefallene handgestrickte Loferl oder Hosenträger tun.
Männer tragen Schlupfhemd, Frauen Puffärmel
In den letzten Jahren hat sich auch gezeigt: Das Schlupfhemd kommt zurück, außerdem gestreifte Hemden mit ganz speziellen Trachtenstreifen. Nach wie vor ein No-Go bleiben karierte Hemden.

Die Bluse ist auch bei den Damen ein heißes Thema. "Tracht darf sexy sein, aber bitte auf den zweiten Blick", sagt Hammerschick. Dekolleté ist nach wie vor erlaubt. Wie viel sie zeigt, entscheidet jede Frau individuell. Transparente Stoffe bieten viele Möglichkeiten. Tüllblusen bringen ein bisschen Romantik ins Spiel, Spitzenblusen eine gewisse Leichtigkeit. Das absolute Must-have sei aber die Baumwollbluse. Es gibt sie in so vielen Varianten und Schnitten. Was sich im letzten Jahr schon andeutete, hat sich nun bestätigt: Gerade sind Puffärmel wieder sehr angesagt. Wichtig bei jeder Bluse laut Hammerschick: "Sie muss zur Trägerin, zum Dirndl und zum Anlass passen." Wenn Mann und Frau sich auf ihre Intuition verlassen, können sie eigentlich gar nicht so viel falsch machen.