Ab heute in München: Die größte temporäre Baustelle in ganz Europa startet

Ein Spatenstich auf der steinigen Theresienwiese ist zwar Tradition, aber auch ein bisserl unrealistisch. Traditionell läutet der Wiesnchef den Beginn der Aufbauarbeiten für die Wiesn mit einem solchen ein. Christian Scharpf (SPD) hat sich in diesem Jahr aber für die realistischere Variante entschieden und posiert am Montagmorgen für die versammelte Presse auf einem Gabelstapler.
Wirt sorgte mit Eilantrag für Turbulenzen
"Der Start heute ist pünktlich und vor allem vollständig", sagt der Wiesnchef. Die zwei Klagen gegen das Schottenhamel- und Paulanerzelt hätten die Stadt in den letzten Wochen sehr beschäftigt."Aber Gott sei Dank, hat das Gericht entschieden und wir dürfen die Wiesn 2026 stattfinden lassen wie jedes Jahr." Immerhin handle es sich um eine der größten temporären Baustellen Europas. 70 bis 100 LKW-Ladungen pro Zelt stehen an. "Deswegen ist hier weniger die Schaufel gefragt, sondern eher der Gabelstapler", so Scharpf weiter.

Los geht's erst einmal mit den 14 großen Zelten, denn die verursachen den meisten Baustellenverkehr, erklärt der Wiesnchef. Die großen Balken fürs Paulanerzelt und die Bräurosl liegen schon bereit und die ersten blauen Bauteile für den Turm des Löwenbräuzelts ebenso. Danach werden die 21 kleineren Wiesnzelte, wie Hühnerbratereien aufgebaut. Zuletzt kommen die großen Fahrgeschäfte und ganz am Ende die kleinen Buden.
Ein paar Radler schlängeln sich am frühen Montagmorgen noch durch die Zäune, aber um 8 Uhr riegeln die Bauarbeiter den nördlichen Teil der Wiesn ab. Bis 2. August ist der südliche Teil der Wiesn noch geöffnet und durchquerbar. Ab dem 3. August wird auch hier abgesperrt. Montags bis freitags zwischen 10 und 15 Uhr komplett. Außerhalb dieser Zeiten kann die Festwiese zwischen Esperantoplatz und Hermann-Schmid-Straße noch überquert werden. Ab dem 26. August ist dann das ganze Gelände eingezäunt.
"Das sind richtige Bier-Burgen"
Ein Wiesnzelt sei nicht einfach ein Bierzelt aus Aluminium, wie es auf kleineren Festen aufgestellt wird. "Das sind richtige Bier-Burgen" Sie werden wie ein Haus aufgebaut mit Fundament, festem Boden. Die Küchen werden aus hygienischen Gründen sogar betoniert. Deshalb dauert der Aufbau auch insgesamt ein Vierteljahr. Wegen der Witterung beginnt der Aufbau seit einiger Zeit schon zwei Wochen früher als in den Jahren zuvor. "Das ist in diesem Sommer mehr als verständlich geworden", findet Scharpf.
"Ozapft is": Oktoberfeststart am 19. September
Am 19. September zapft Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) offiziell das erste Fass im Schottenhamel an. "Und i g'frei mi natürlich scho narrisch drauf!", sagt Scharpf, "das ist in München einfach die schönste Jahreszeit. Schon ab Ende August geht ein wunderschöner Vibe durch die Stadt." Damit das auch während der Wiesn so bleibt, wurde das Sicherheitskonzept überarbeitet. Nachdem die vergangene Wiesn wegen einer Überfüllung kurzzeitig geschlossen werden musste, wird es in diesem Jahr zusätzliche Kameras und ein eigenes Kommunikationskonzept geben.