Ohne offene Hundeschulen gibt es bald Generationen von "Problem-Hunden"

Das befürchten Trainer und Schulen der Vierbeiner in Bayern - und demonstrieren.
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Während Corona haben sich viele Menschen einen Hund angeschafft.
Während Corona haben sich viele Menschen einen Hund angeschafft. © Saskia Katharina Siebel/Hunde-Coach Wolfgang Siebel Allgäu

München - Hundeschulen haben derzeit in Bayern noch geschlossen. Gleichzeitig verzeichnen Tierheime und Züchter im Lockdown einen Welpenboom. Hundeschulen und Trainer schlagen deshalb Alarm und demonstrieren an diesem Sonntag ab 13 Uhr vor der Feldherrnhalle auf dem Odeonsplatz. Die Befürchtung: Eine Generation von "Problem-Hunden" wächst heran.

Hundetrainer fordern die Öffnung von Hundeschulen

Unter dem Motto "Lasst uns Trainer von der Leine - wir demonstrieren für Zusammenhalt" wird die Öffnung der Hundeschulen gefordert. Existenzen seien bedroht, Hundeschulen würden am "Existenzminimum" nagen, so Hundecoach Gerd Schuster zur AZ. Gleichzeitig würden nicht richtig ausgebildete Vierbeiner auf Dauer eine Gefährdung für die Allgemeinheit darstellen. Die Halter würden eine fachkundliche Betreuung brauchen, die ihnen bei der Erziehung "der neuen Coronawelpen" an die Hand nimmt, so Hundetrainerin Piilo Steinke. Die Initiatoren der Demonstration Schuster und Wolfgang Siebel befürchten gar eine Generation von "Problem-Hunden".

Einige Hunde würden nicht richtig erzogen

Die Hundeschulen seien nötig "zur Unfall-, und Beißprävention, zur Unterstützung bei Angsthunden oder aggressiven Vierbeinern", so Siebel. Einige Hunde würden nicht richtig erzogen werden, so Steinke. Das Arbeitsverbot werde sich bemerkbar machen -"vielleicht beim Joggen, oder Fahrradfahren, wenn Hunde Ihnen nachlaufen, oder in die Wade zwicken". Auch werde es mehr Hunde geben, die beißen. "Ein großes Problem, das sich in den nächsten Monaten rächen wird", so die Hundetrainerin.

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Viele Hunde würden zu schnell und unüberlegt angeschafft, meint Schuster, der sich speziell mit aggressiven Hunden auskennt. Besonders gekaufte Welpen aus dem Ausland oder gerettete Straßenhunde könnten gefährlich werden. Aggression sei eigentlich ein normales, soziales Verhalten, das von Trainern lediglich in die richtige Bahn gelenkt werden müsse. "Als Trainer muss man riechen, sehen, hören" und das gelinge am besten mit Hund und Halter gemeinsam vor Ort.

Gerade in der Welpenzeit lernen Hunde ihr Beißverhalten zu kontrollieren

Die Welpenzeit ist eine sensible Phase für Hunde, sagt Steinke. In dieser Zeit lerne der Welpe, sein Beißverhalten zu kontrollieren. Auch die Sozialisierung mit anderen Hunden und dem Halter seien von Bedeutung. Im Spiel in der Schule würden die Jungen lernen, den natürlichen Beißdrang zu kontrollieren. Online-Unterricht sei allenfalls eine Notlösung. "Warum auch?", meint Siebel. Der Übertragungsweg an der frischen Luft sei gleich null, Einzelunterricht könne problemlos mit genug Abstand stattfinden, die Kontakt-Rückverfolgung sei gewährleistet. Und dafür demonstriere man - mit Maske und Hund natürlich.

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