OB-Stichwahl in München: Reiter kehrt vorerst nicht ins Rathaus zurück

Update 15.50 Uhr: Der abgewählte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) wird nach AZ-Informationen vorerst nicht ins Rathaus zurückkehren. Reiter ist bis auf Weiteres krankgeschrieben, sein Stellvertreter Dominik Krauses übernimmt die Geschäfte.
Bis zum 1. Mai ist OB Reiter noch im Amt, ab dem 11. Mai übernimmt Dominik Krause offiziell.
Update, 13.18 Uhr: Am Wahlabend selbst hatte sich Markus Söder (CSU) nicht zu den Ergebnissen geäußert, auch nicht auf X oder Instagram, jetzt gab der bayerische Ministerpräsident im Rahmen einer CSU-Pressekonferenz eine Stellungnahme ab und reagiert auf die Fragen der Journalistinnen und Journalisten.
Auf die Frage angesprochen, wie er die Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt unter dem neuen grünen Oberbürgermeister Dominik Krause einschätze, antwortet Söder, dass der Amtsantritt ja erst im Mai sei. Aktuell sei zudem noch offen wie sich die Mehrheit im Stadtrat organisieren würde. "Da ist meiner Meinung nach noch viel offen", so CSU-Chef Söder auf der Pressekonferenz. Da halte er sich aber raus. "Ich biete eine offene und faire Zusammenarbeit an – zum Wohle der Regionen. Wenn das angenommen wird, ist es positiv." Das sei aus seiner Sicht notwendig, weil die Landeshauptstadt in vielen Dingen vom Freistaat profitiere und die Landeshauptstadt in vielen Dingen Herausforderungen habe.
Zum Thema Olympia sagt Söder, dass er in Erinnerung habe, "dass der neue Oberbürgermeister nichts gegen Olympia gesagt hat. Aber er war auch skeptisch schon zu anderen Dingen." Um dann hinzuzufügen: "Aber meistens ist es so, dass die Ämter auch Reifeprozesse bringen."
In Bezug auf den scheidenden Münchner Oberbürgermeister sagt Söder: "Ich habe mit Dieter Reiter auch nicht immer nur Honeymoon gehabt. Das gab es auch unterschiedliche Meinungen." IAA, Flughafen oder Olympia seien zentrale Themen für ganz Bayern, bei denen er auf einen vernünftigen Kurs hoffe, so Söder.
Update, 12.34 Uhr: Am Wahlabend selbst hatte sich Markus Söder (CSU) nicht zu den Ergebnissen geäußert, auch nicht auf X oder Instagram, jetzt gab der bayerische Ministerpräsident im Rahmen einer CSU-Pressekonferenz eine Stellungnahme ab.
Söder: "Bei der Landeshauptstadt gibt es immer eine besondere Zusammenarbeit"
"Die Grünen haben landesweit verloren, München bildet die große Ausnahme, das muss man deutlich sagen. München war keine Wahl von, sondern eine Abwahl von Dieter Reiter, in den letzten Wochen", stellte Söder klar.
Er wolle trotzdem Dieter Reiter "Danke sagen", denn man habe in den letzten Jahren eine gute Zusammenarbeit gehabt: "Bei der Landeshauptstadt gibt es immer eine besondere Zusammenarbeit."
Söder gratulierte allen Gewählten, "egal welcher Partei". Der Name Dominik Krause als Gewinner der Münchner Stichwahl fiel bei Söders Statement nicht, er beließ es bei vagen Formulierungen. "Das Angebot einer fairen Zusammenarbeit" gelte auch ausdrücklich für München: "Wir brauchen einander, und der Freistaat wird für jede kommunale Zusammenarbeit dringend und zwingend gebraucht."
Reiters Social-Media-Accounts offensichtlich gelöscht
Update, 23. März, 9.09 Uhr: Noch am Abend der historischen Pleite gegen Dominik Krause (Grüne) bei der Oberbürgermeister-Stichwahl hatte der amtierende OB Dieter Reiter (SPD) die Schuld für die Niederlage auf sich genommen ("Ich hab's verbockt") und seine politische Laufbahn für beendet erklärt. Und schon am Montag sind seine Social-Media-Accounts auf Instagram und Facebook nicht mehr zu finden. Diese hat Reiter offensichtlich gelöscht. Eine AZ-Nachfrage, warum das so ist, ließ seine Sprecherin am Montag zunächst unbeantwortet. Inzwischen ist auch der Whatsapp-Kanal des Oberbürgermeisters gelöscht.
Update, 22. März, 22.25 Uhr: Jetzt gehen in München die Koalitionsverhandlungen los. Krause hat bereits angekündigt, als erste mit dem bisherigen Partner, der SPD, Gespräche zu führen. Grundsätzlich würde man aber mit allen demokratischen Parteien sprechen wollen.
Nun meldet sich der unterlegene OB-Kandidat Clemens Baumgärtner von der CSU zu Wort. Er fordert ein grün-schwarzes Bündnis im Rathaus – nach der Kommunalwahl sind das die beiden stärksten Kräfte im Stadtrat. Zur "SZ" sagte Baumgärtner, der Wähler wolle, dass Grün und Schwarz die Stadt regierten – und er wäre dabei. "Ich stehe für die Veränderung", sagte er der "SZ". Versuche, politisch etwas neu anzugehen und auszuprobieren, seien mit den Grünen eher möglich als mit der SPD.
Update 21.15 Uhr: Charlotte Knobloch, die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, kommentiert das Wahlresultat wie folgt:
"Ich gratuliere Dominik Krause zu seinem bemerkenswerten Wahlerfolg und wünsche ihm für seine neue Aufgabe von ganzem Herzen viel Glück und Erfolg. Ich bin sicher, dass er mit der Energie und Tatkraft, die wir von ihm kennen, als Oberbürgermeister in den kommenden Jahren in München viel bewegen wird", so Knobloch. "Wir schätzen Dominik Krause bereits seit vielen Jahren als engen Freund und Verbündeten der jüdischen Gemeinschaft. Sein Einsatz gegen Hass ist gerade in der heutigen Zeit besonders wichtig – und seine Wahl deshalb auch ein Signal."
Knobloch dankte auch dem scheidenden Oberbürgermeister Dieter Reiter für die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit der vergangenen Jahre: "Oberbürgermeister Reiter hat in den vergangenen zwölf Jahren sehr viel für München geleistet, diese Stadt wäre ohne ihn nicht, was sie heute ist. Seine Verdienste werden auf immer mit unserer Weltstadt mit Herz verbunden bleiben, und als Präsidentin der Kultusgemeinde, aber auch als einfache Bürgerin bleibe ich ihm dafür von Herzen dankbar."
Update 20.50 Uhr: Das vorläufige Endergebnis steht fest. Nachdem alle Stimmbezirke ausgezählt sind, hat der Grüne Herausforderer Dominik Krause mit 56,4 Prozent der Stimmen. Dieter Reiter (SPD) konnte 43,6 Prozent der Stimmen für sich gewinnen – hat also im Verlauf des Abends noch ein bisschen aufholen können, was insbesondere auf die Münchner Randbezirke zurückzuführen ist. Insgesamt hat er sieben Bezirke für sich entscheiden können.
Die Wahlbeteiligung lag am Ende bei nur 44,5 Prozent aller Wahlberechtigten (das sind insgesamt 486.223 Wählerinnen und Wähler). Der Anteil der Briefwähler lag bei 61,1 Prozent.
Interessant ist der Vergleich zwischen Wählerstimmen aus dem Wahlraum und der Briefwahl: Dominik Krause hat im Wahlraum 59,1 Prozent aller Stimmen geholt, Reiter deren 40,9 Prozent.
Bei den Briefwählern war das Resultat knapper: 54,6 Prozent haben Krause gewählt, 45,4 Prozent Reiter.
Update 20.25 Uhr: Erste Reaktionen anderer Parteien im Stadtrat sind zurückhaltend:
"Wir gratulieren Dominik Krause zu seinem neuen Amt als Oberbürgermeister", sagt CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl, dessen Partei in der Stichwahl den unterlegenen Dieter Reiter (SPD) unterstützt hat. "Gleichzeitig möchten wir Dieter Reiter für seine Arbeit in den vergangenen zwölf Jahren danken. Nach einem sehr turbulenten Wahlkampf-Finale haben die Münchnerinnen und Münchner ihre Wahl getroffen. Dass bei dieser wichtigen Wahl, die die Zukunft unserer Stadt prägen wird, nur rund 43 Prozent der Berechtigten ihr Stimmrecht genutzt haben, finde ich schade", so Pretzl.
Und an den neuen Oberbürgermeister gerichtet: "Dominik Krause muss nun beweisen, dass er seine Wahlversprechen ernst meint und als Oberbürgermeister die Interessen aller Bürgerinnen und Bürger vertreten wird. Die Stadt steht vor großen Herausforderungen: Die Stadtfinanzen müssen saniert, der Wohnungsbau beschleunigt und der soziale Zusammenhalt gesichert werden. Dies wird nur gelingen, wenn wir schwierige Debatten ehrlich führen und konstruktive Lösungen über Parteigrenzen hinweg finden.“
Und auch Stefan Jagel von der Linken, also der Mann, der bei der Kritik am bisherigen Oberbürgermeister Dieter Reiter und seinen Ämtern beteiligt war, gratuliert Krause zur Wahl. "Insbesondere seine Wahlversprechen zum bezahlbaren Wohnen sowie für eine neue Führungskultur in der Stadtverwaltung greifen zentrale Herausforderungen in München auf. Gerade beim Thema Wohnen erwarten wir konkrete und wirksame Maßnahmen, die spürbare Entlastung für die Mieterinnen und Mieter bringen", so Jagel. "Als Linke werden wir die Umsetzung dieser Versprechen kritisch begleiten. Für uns steht im Mittelpunkt, dass München sozial gerechter wird und sich alle Menschen diese Stadt leisten können. Daran werden wir die Politik des neuen Oberbürgermeisters messen.“
Update 20.10 Uhr: Eine feucht-fröhliche Nacht dürfte es im Café Kosmos gleich beim Hauptbahnhof werden: Wie die beliebte Bar auf Instagram schreibt, gibt es dort heute Abend Freibier:
Das Gleiche gilt für den Biergarten "Kosmos Unter Null".
+++ Reiter-Debakel, grüner Sieg: Was die OB-Wahl für München bedeutet +++
Eine erste Analyse zum heutigen Wahlabend und was er für München bedeutet, hat der AZ-Lokalchef Felix Müller aufgeschrieben:
Update 19.40 Uhr: Der frisch gewählte baldige Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) ist bei seiner Wahlparty in der Muffathalle angekommen. Er wird frenetisch bejubelt und tritt ans Mikrofon, seine Parteikollegen stehen hinter ihm auf der Bühne und feiern.

"Es ist wirklich irre, ich finde, man hat es in den letzten zwei Wochen schon gemerkt, dass in der Stadt eine ganz besondere Atmosphäre war", beginnt Krause. "Es war Aufbruch, es war Erneuerung. Ich habe es gemerkt, wenn ich in der U-Bahn unterwegs war, oder auf dem Radl. Die Leute haben teilweise von der anderen Straßenseite rübergerufen 'Jetzt packmas', 'Jetzt bewegen wir wieder was in München'. Es ist der Wahnsinn, dass die Münchnerinnen und Münchner genau so abgestimmt haben. Vielen Dank München für das große Vertrauen, ich fühle mich sehr geehrt."
"Ich möchte auch einen großen Dank aussprechen an Dieter Reiter, für die zwölf Jahre die er diese Stadt geführt hat, aber auch für einen fairen und sachlichen Wahlkampf, den wir miteinander geführt haben. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Und ich finde, wir haben gezeigt wie Politik ausschauen kann."
Update 19.15 Uhr: Jetzt ist Noch-OB Dieter Reiter (SPD) bei der SPD-Wahlfeier am Oberanger angekommen und tritt vor seine Parteikollegen. Er gratuliert dem Wahlsieger Dominik Krause und kündigt seinen Rückzug aus der Politik an:

"Ein bitterer Abend für mich heute", beginnt Reiter. "Für uns", ruft jemand aus dem Publikum rein. "Danke für den Hinweis, wäre ich doch schon draufgekommen. Umso schlimmer, als es auch ein bitterer Abend für die SPD ist. Ich hab's verbockt. Es ist meine Schuld. Ich will danke sagen den Wählerinnen und Wählern, die mir trotzdem ihr Vertrauen geschenkt haben. Ich will danke sagen, liebe Genossinnen und Genossen euch allen für die letzten Wochen und Monate, ihr habt grandios mit mir zusammen auf der Straße gekämpft."
"Es ist mir nicht gelungen, diesen Trend umzukehren. Darum gilt es auch als fairer Verlierer, Dominik Krause ganz herzlich zu gratulieren. Lieber Dominik, ich wünsche dir persönlich alles, alles Gute, ich wünsche dir eine glückliche Hand für meine Heimatstadt."
"Euch allen noch einmal ganz herzlichen Dank für alles, für die 12 Jahre, es war mir eine Ehre, in dieser Stadt Oberbürgermeister sein zu dürfen. Das ist jetzt der letzte Tag meiner politischen Karriere. Das war's von mir, vielen Dank."
Weitere Reaktionen aus der SPD:
"Ich dachte, dass es knapp wird", sagt der Wirtschaftsreferent Christian Scharpf zur AZ. Aber: "Ein so deutliches Ergebnis ist überraschend. Ich glaube nicht, dass es alleine an der FC-Bayern-Geschichte lag. Obwohl es München gut geht, obwohl hier viele Menschen zufrieden sind, gab es einen Wunsch nach Aufbruch und Veränderung."
Parteichef Christian Köning richtet sich an die Sieger des Wahlabends: "Die Grünen haben einen Wahlkampf geführt mit dem Motto 'Weil mehr geht'. Wir werden dafür eintreten, dass dieses 'mehr' gefüllt wird mit der Frage 'für wen eigentlich?'. Wir als SPD werden Verantwortung übernehmen. Selbstverständlich werden wir mit den Grünen sprechen."

Update 19.05 Uhr: Ein erster Blick auf die Wahlstatistik nach 607 von 926 ausgezählten Gebieten: An der Wahlurne liegt Dominik Krause (Grüne) mit 59,5 Prozent der Stimmen vor Dieter Reiter (SPD) mit 40,5 Prozent der Stimmen.
Knapper ist das Zwischenresultat der Briefwahl: Krause hat dort 56,3 Prozent der Stimmen geholt bisher, Reiter deren 43,7 Prozent.
Bei den Stadtbezirken hat Krause aktuell bis auf drei alle für sich gewonnen: In Aubing-Lochhausen-Langwied hat Reiter 52 Prozent der Stimmeng geholt, in Feldmoching-Hasenbergl 55 Prozent und in Hadern 50,2 Prozent.
In der Schwanthalerhöhe war Krause mit 72,6 Prozent der Stimmen am erfolgreichsten.
Update 18.50 Uhr: Die SPD-Fraktionschefin Anne Hübner gratuliert Dominik Krause: "Es ist sehr schwierig, jetzt die richtigen Worte zu finden. Ich gratuliere dem Wahlsieger. Die Grünen haben einen tollen Wahlkampf geführt. Sie haben es geschafft, eine Wechselstimmung zu erzeugen. Das ist für uns bitter. Ich bin Sozialdemokratin und deshalb Niederlagen gewöhnt. Aber noch nie hat es so weh getan wie heute. Dass die SPD in München den OB stellt, war für uns immer eine Selbstverständlichkeit. Vielleicht zu selbstverständlich", so Hübner.
Man sei sich vor sechs Wochen noch sicher gewesen, die Wahl zu gewinnen. "Auch wenn schon vorher Dinge mal nicht gut gelaufen sind, wussten wir immer, dass die Müncherinnen und Münchner dem OB vertrauen. Die Zahlen lassen nun erkennen, dass dieses Vertrauen verloren gegangen ist. Nichtsdestotrotz war Dieter Reiter ein guter OB. Jetzt ist der falsche Zeitpunkt, ihm Vorwürfe zu machen."
Sie habe schon das ganze Wochenende darüber nachgedacht, dass ihre Partei verlieren könnte. "Dass es jetzt in dieser Deutlichkeit so ausgeht, hätte ich aber nicht erwartet. Vielleicht ist es aber besser so, dann so muss ich mir nicht vorwerfen, dass es etwas gebracht hätte, mit noch zehn Leuten mehr zu sprechen."
Update: 18.40 Uhr: Erste Reaktionen von den Wahlpartys:
Wie schon am letzten Wahlabend sieht es überraschend gut aus für Dominik Krause. Nach Auszählung der Urnenwahlbezirke liegt der Grüne bei rund 59 Prozent der Stimmen. Wenig überraschend flippen die anwesenden Partygäste völlig aus, man liegt sich in den Armen, es wird angestoßen und das Gefühl ist (wieder) da: Heute könnte etwas ganz Großes passieren.
"Dominik Krause ist auf dem Weg", kündigt der grüne Landtagsabgeordnete Florian Siekmann auf der Bühne an.

Stille herrscht hingegen am Oberanger, wie die AZ-Reporterin berichtet. SPD-Chef Köning sagt: "Das ist ein Trend, da muss man abwarten. Wenn sich das bestätigt, ist es eine Niederlage udn bedeutet, dsas kein Sozialdemokrat mehr Zusammenhalt in unsere Stadt organisiert. Wir müssen sehen, wie es weitergeht."
Update 18.35 Uhr: Die ersten Zahlen der Stichwahl sind da und sie sind erstaunlich: Nach 534 von 926 ausgezählten Gebieten liegt der Grüne Dominik Krause mit 59,1 Prozent der Stimmen vor Dieter Reiter mit 40,9 Prozent.
Update 18.15 Uhr: Erste Stimmen der Münchner SPD-Spitze vor Bekanntgabe des Wahlresultats: Die Dritte Bürgermeisterin Verena Dietl sagt, sie sei angespannt, gehe aber davon aus, dass es Dieter Reiter wird. "Dass er für Transparenz gesorgt und jetzt so intensiv Straßenwahlkampf gemacht hat, kommt gut an bei den Münchnerinnen und Münchnern. Das ist ja auch seine große Stärke", sagt sie.

Parteichef Christian Köning sagt, er freue sich über die Wahlbeteiligung von rund 44 Prozent und geht davon aus, dass Dieter Reiter helfen wird.

Die Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek sagt, sie sei "grundsätzlich ein optimistischer, positiver Mensch. Deshalb glaube ich, dass es Dieter Reiter schaffen wird." Er könne auf 12 erfolgreiche Jahre zurückblicken.
Update 18.00 Uhr: Aus is – die Wahllokale sind geschlossen, jetzt wird fleißig ausgezählt, wer bald der nächste Münchner Oberbürgermeister wird. Die Wahlbeteiligung lag auf jeden Fall unter dem ersten Wahlgang vom 8. März, wo 52,3 Prozent aller wahlberechtigten Münchner mitgemacht hatten. Um 17.30 Uhr lag sie nur bei 42,9 Prozent.
Die AZ-Reporter haben sich derweil bereits in Stellung gebracht und sind bei den Wahlveranstaltungen der Grünen (in der Muffathalle) und der SPD (am Oberanger). Bei der SPD ist noch nicht so viel los:

Bei der Wahlparty der Grünen in der Muffathalle hingegen ist schon jeder Platz besetzt:

Update 17.00 Uhr: Eineinhalb Stunden, bevor die Wahllokale schließen, liegt die Wahlbeteiligung bei der Stichwahl bei 41,4 Prozent. Das sind 6,6 Prozentpunkte weniger als bei der Kommunalwahl am 8. März zur gleichen Zeit.
Und noch ein interessanter Vergleich: Bei der letzten OB-Stichwahl 2020, wo OB Reiter gegen Herausforderin Kristina Frank von der CSU antrat, lag die Wahlbeteiligung bei 50,7 Prozent – ein Wert, den die heutige Stichwahl wohl kaum erreichen wird.
Dabei war da bereits im Vorfeld ein sehr klares Resultat zu erwarten, das dann auch eintrat: 71,7 Prozent der Stimmen gingen an Dieter Reiter, nur 28,3 Prozent an Kristina Frank.
Bei seiner ersten Wahl 2014, wo Dieter Reiter als Nachfolger von Christian Ude zum ersten Mal Oberbürgermeister wurde, gingen gerade mal 38,5 Prozent der Wähler zur Stichwahl. Die hatte Reiter mit 56,7 Prozent der Stimmen für sich entschieden.
Lange Zeit wurden Oberbürgermeister schon im ersten Wahlgang gewählt. Inzwischen bleibt es oft länger spannend. Ein Blick in die Geschichte der Münchner OB-Stichwahlen.
Update 16.30 Uhr: Sie haben bereits einige Jahre gemeinsam regiert im grün-roten München. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) und der Zweite Bürgermeister Dominik Krause (Grüne) teilen also viele Ansichten. Es gibt aber auch Unterschiede, die die Stadt durchaus nach der Wahl in den nächsten sechs Jahren etwas spüren könnte. Wie die genau ausschauen? Die AZ hat beiden dazu vierzehn Fragen gestellt:
Update 15.15 Uhr: Weniger als drei Stunden sind die Wahllokale noch geöffnet und der Trend setzt sich fort. Die Wahlbeteiligung lag laut Wahlamt um 14.30 Uhr bei genau 38 Prozent. Das sind 6,1 Prozentpunkte weniger als bei der Kommunalwahl am 8. März.
Nur ein Wahlschein und nur ein Kreuz ist zu machen, da werden die Ergebnisse heute Abend recht früh erwartet. Spätestens um 19.30 sollte laut Kreisverwaltungsreferat klar sein, wer der neue Oberbürgermeister von München wird: Der bisherige OB Dieter Reiter (SPD) oder der Herausforderer Dominik Krause (Grüne).
Update, 13.31 Uhr: Im Schwabinger Wahllokal am Sophie-Scholl-Gymnasium sagt ein Wahlhelfer: "Die Beteiligung ist vielleicht minimal kleiner als vor zwei Wochen." Denken die Menschen in den Wahlkabinen lange nach, bevor sie ihr Kreuzerl machen?
"Nein, überhaupt nicht. Die meisten setzen sich nicht mal richtig hin. Ruckzuck Kreuz machen, fertig."
Update, 12.55 Uhr: Die Wahlbeteiligung bleibt weiter niedrig. 34,1 Prozent aller Wahlberechtigten haben bis 12.30 Uhr abgestimmt. Im Vergleich dazu hatten bei der Kommunalwahl vor zwei Wochen zu diesem Zeitpunkt bereits 39,3 Prozent aller Berechtigten ihre Stimme abgegeben. Die bisherige Wahlbeteiligung liegt damit auch unter dem Niveau der Wahlen der vergangenen Jahre: Bei der Bundestagswahl 2025 hatten sich bis 12.30 Uhr bereits 63,8 Prozent aller Wahlberechtigten zur Urne begeben. Bei der Europawahl 2024 waren es 50,6 Prozent; bei der Landtagswahl 2023 50,9 Prozent, wie aus Angaben der Stadt München hervorgeht.
Update, 12.40 Uhr: Im Wahllokal in Bogenhausen in der städtischen Berufsschule am Bogenhauser Kirchplatz haben am Mittag zwei uniformierte Polizisten vorbeigeschaut. Sie fahren alle Wahllokale in Bogenhausen ab. "Alles ruhig bisher, keine besonderen Vorkommnisse", sagt der eine. Auch in den anderen Stadtvierteln gibt es solche "Wahlstreifen". Die AZ-Reporterin hatte ihre Wahlbenachrichtigung nicht mehr, war überhaupt kein Problem, der Ausweis reichte. Die Wahlbeteiligung in Bogenhausen sei im Vergleich zur Wahl vor zwei Wochen deutlich geringer bisher, sagt eine Wahlhelferin. Erst 117 von über 1000 Wahlberechtigten seien dagewesen. "Aber wir wissen nicht, wie viele per Briefwahl gewählt haben."
Update, 12.21 Uhr: Immer mehr Menschen begeben sich in Richtung Wahllokale: Die Wahlbeteiligung liegt um 11.30 Uhr bei 32 Prozent.
Update, 11.28 Uhr: Der OB-Kandidat Dominik Krause (Grüne) hat seine Stimme am Vormittag im Wahllokal in der Grundschule in der Weißenseestraße 45 in München-Giesing abgegeben. Er war mit seinem Partner Sebastian Müller vor Ort.


Zur AZ sagte er: "Der letzte Wahltag war schon entspannter - da konnte ich ausschlafen. Jetzt gehen wir wählen und danach brunchen wir noch zusammen. Das Feedback in den letzten zwei Wochen war sehr gut, ich glaube, dass es jetzt eine sehr knappe Geschichte wird - und hoffe natürlich, dass es sehr Knapp für mich ausgeht."
Informationen der Süddeutschen Zeitung zufolge wird OB Dieter Reiter (SPD) heute nicht öffentlich wählen, sondern seine Stimme ohne extra Fototermin abgeben. Die Auszählung werde Reiter laut Münchner SPD privat verfolgen und voraussichtlich gegen 19.30 Uhr zur Wahlparty der SPD im Oberangertheater eintreffen.
Update, 22. März, 10.47 Uhr: Seit 8 Uhr können Münchnerinnen und Münchner ihre Stimme für den künftigen OB abgeben. Laut einer Meldung der Stadt München hatten um 9.30 Uhr 28,6 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Um 10.30 Uhr lag die Beteiligung bei 30,2 Prozent. Die Wahlbeteiligung ist damit im Vergleich zur Wahl vor zwei Wochen leicht gesunken: Um 9.30 Uhr lag die Beteiligung damals bereits bei 32,4 Prozent; um 10.30 Uhr bei 34,2 Prozent.
So berichteten auch drei Wahlhelferinnen und Wahlhelfer in der Wirtschaftsschule an der Frauenstraße einer AZ-Reporterin, dass sie bisher etwas weniger zu tun hatten als vor zwei Wochen. Nachmittags sei aber immer etwas mehr los als in den Morgenstunden, berichteten sie.
Erstmeldung, 22. März: Zwei Wochen nach der Kommunalwahl werden die Münchner am Sonntag, 22. März 2026, erneut an die Wahlurne gerufen. Diesmal geht es um die Stichwahl für das Amt des Oberbürgermeisters in München. Seit 8.00 Uhr können alle Wahlberechtigten ihre Stimme abgeben.
Die Wahl in München wird besonders spannend: Nachdem der amtierende Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) nach nicht endenden Negativ-Schlagzeilen kurz vor dem Wahltermin am 8. März nur 35,6 Prozent der Wählerstimmen (12,3 Prozent weniger als bei der Kommunalwahl 2020) erringen konnte und damit die einfache Mehrheit von 50,1 Prozent deutlich verpasst hatte, muss er nun am 22. März in die Stichwahl.
Sein Gegner dabei ist der amtierende zweite Bürgermeister Dominik Krause. Der OB-Kandidat der Grünen bekam vor zwei Wochen 29,5 Prozent der Wählerstimmen und damit 8,8 Prozentpunkte mehr als seine Parteikollegin Kathrin Habenschaden bei den Kommunalwahlen im Jahr 2020.
Im AZ-Liveticker erhalten Sie die neuesten Informationen zur Stichwahl am Sonntag.
Wer darf an der Stichwahl teilnehmen?
Wie schon bei der Kommunalwahl am 8. März sind bei der Stichwahl 1.093.076 Menschen wahlberechtigt. Davon sind 175.902 Unionsbürger aus anderen EU-Ländern. Teilnehmen darf grundsätzlich, wer am 8. März auch stimmberechtigt war. Ausnahme: Wer in der Zwischenzeit aus München weggezogen ist, darf nicht abstimmen. Und auch wer in der Zwischenzeit 18 Jahre alt geworden ist, darf nicht mitwählen.
Warum gab es keine neue Wahlbenachrichtigung?
Im Unterschied zur Kommunalwahl werden für die Stichwahl keine neuen Wahlbenachrichtigungen verschickt, die alte behält auch für die Stichwahl ihre Gültigkeit. Wer seine Wahlbenachrichtigung verloren hat, kann seinen Wahlraum unter www.muenchen.de/wahlraumfinder suchen und mit einem Ausweisdokument wählen.
Die Stichwahl am 22. März findet von 8 bis 18 Uhr in denselben Wahlräumen statt, wie die Kommunalwahl am 8. März.
WICHTIG! Wählerinnen und Wähler, die zwar Briefwahlunterlagen beantragt haben, aber dennoch im Wahlraum wählen möchten, müssen zusätzlich zu ihrem Ausweisdokument unbedingt den Wahlschein aus den Briefwahlunterlagen mitbringen. Ohne den Wahlschein kann diese Gruppe im Wahlraum nicht wählen.
Wo kann man Wahlbriefe abgeben?
Wahlbriefe müssen spätestens am Sonntag, 22. März, um 18 Uhr beim KVR ankommen, um ausgezählt zu werden. Diese können persönlich in die Behördenbriefkästen am KVR und am Rathaus geworfen oder an den Sonderabgabestellen (nur am Wahlsonntag) abgegeben werden. Einen Überblick über alle Abgabestellen findet man hier.