Noch vor Frankfurt: So gefährlich ist der Münchner Hauptbahnhof laut offizieller Zahlen
Der Münchner Hauptbahnhof zählt weiterhin zu den kriminalitätsbelasteten Bahnhöfen Deutschlands. Das geht aus neuen Zahlen der Bundespolizei für das Jahr 2025 hervor, über die die BILD Zeitung zuerst berichtete. Demnach wurden in Bayerns wichtigstem Verkehrsknotenpunkt 553 Gewaltdelikte registriert – Platz sieben im bundesweiten Vergleich in der drittgrößten Stadt Deutschlands (etwa 1,6 Millionen gemeldete Einwohner).
Noch höhere Werte verzeichneten der Hauptbahnhof Leipzig (Platz 1 mit 859 Fällen – etwa 620.000 Einwohner), der Hauptbahnhof Dortmund (Platz 2, 735 Fälle – etwa 610.000 Einwohner) sowie der Berliner Hauptbahnhof (Platz 3, 654 – etwa 3,8 Millionen Einwohner; hier gibt es mehrere große Bahnhöfe). Insgesamt weist die Statistik zehn große Hauptbahnhöfe als besondere Gewalt-Hotspots aus.
Die bundesweiten Statistiken: Mehr als 980 Messerangriffe
Bundesweit wurden im vergangenen Jahr demnach mehr als 980 Messerangriffe sowie rund 2200 Sexualdelikte in Zügen und an Bahnhöfen erfasst. Zusätzlich registrierte die Bundespolizei 5660 Gewalttaten gegen Polizeibeamte im Bahnbereich – ein leichter Anstieg gegenüber 2024 (Vorjahr: 5500).

Die absoluten Zahlen im Überblick – Plätze eins bis zehn
1. Leipzig 859
2. Dortmund 735
3. Berlin 654
4. Köln 648
5. Hannover 612
6. Hamburg 580
7. München 553
8. Nürnberg 528
9. Frankfurt/Main 520
10. Düsseldorf 499
Was als Gewaltdelikt zählt
Als Gewaltdelikte zählen unter anderem Körperverletzungen wie Schläge und Tritte, Raub unter Gewaltandrohung, tätliche Angriffe auf Beamte sowie Sexualstraftaten. Stark frequentierte Standorte wie der Münchner Hauptbahnhof gelten seit Jahren als besonders herausfordernd. Täglich passieren hier Hunderttausende Reisende das Gelände – in München lag die Zahl der Passagiere am Münchner Hauptbahnhof 2024 zum Beispiel täglich bei durchschnittlich rund 264.000.
Noch 2026 soll es Bodycams für Bahnmitarbeitende mit Kundenkontakt geben
Nach einem tödlichen Angriff auf den 36-jährigen Zugbegleiter Serkan Çalar vor wenigen Wochen bei einer Fahrkartenkontrolle wurden zudem zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen beschlossen. Vertreter von Bund, Ländern und der Deutschen Bahn trafen sich zu einem Gipfel. Darunter sind Bodycams für Zugpersonal, mehr Sicherheitspersonal (200 Personen insgesamt) und ein weiterer Ausbau der Videoüberwachung.
Nach Angaben der Deutschen Bahn hatte es in Deutschland 2025 insgesamt etwa 3.000 körperliche Übergriffe auf Beschäftigte des Unternehmens gegeben – bei Fahrkartenkontrollen, bei der Durchsetzung des Hausrechts sowie am Rande von Volksfesten, Großveranstaltungen und Fußballspielen.
Für München bedeutet das: Der Hauptbahnhof bleibt sicherheitspolitisch im Fokus, auch wenn andere Städte in der Statistik noch höhere Fallzahlen aufweisen – vor allem gemessen an ihrer Einwohnerzahl.
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