Nicht verpassen: München bietet zum 150. Geburtstag ein Spektakel für Trambahn-Fans
Die erste Pferde-Tram zog 1876 Münchner Fahrgäste vom Promenadeplatz zur Maillingerstraße. Neun historische Münchner Trambahnen werden zum 150. Geburtstag der Münchner Tram jetzt repariert und fahrtüchtig gemacht.
Als Auftakt für das Jubiläumsjahr – mit vielen Veranstaltungen – zeigt die MVG in der Tram-Werkstatt am MVG-Museum vier historische Züge, die flottgemacht werden. Bürgermeister Dominik Krause (Grüne) ist in Vertretung von OB Dieter Reiter gekommen. Für ihn ist der runde Tram-Geburtstag trotz "Sauwetters" am Dienstag ein echt "freudiger Anlass", auch weil die Tram in ganz Europa eine Renaissance erlebt.
Die runden 150 Jahre Stadtgeschichte sieht er als "Fortschrittsgeschichte und Beziehungsgeschichte zwischen den Münchnern und ihrer Tram, mit Krisen, Schneechaos, Trennungsphasen und schließlich einem Happy End", so Dominik Krause.
Das Tram-Netz ist bald 100 Kilometer lang
Denn: Das Münchner Tram-Netz wird im Westen und Norden aktuell erweitert – und bald 100 Schienenkilometer umfassen. Am Samstag kommt Krause gleich wieder: zur Eröffnung des ersten Teilabschnitts der Tram-Westtangente. Die Bauarbeiten in Laim liefen sogar schneller als geplant, informiert der grüne OB-Kandidat.
"Die Tram war immer da und ist ein Stück Identität. Sie ist ein modernes, verlässliches und effizientes Verkehrsmittel mit einer sozialen Komponente – ein Stück Heimat auf Schienen", findet Dominik Krause.
Definitiv verbindet die Tram die Münchner. Einst exotisch, haben die Menschen die Tram schnell ins Herz geschlossen. "München braucht diese bezahlbare und saubere Mobilität", sagt Dominik Krause.
Historische Trambahnen unterwegs
Am Samstag, 17. Oktober, wird das 150. Jubiläum groß gefeiert – mit einem Korso, einer Parade von neun historischen Trambahnen. Dabei sind: der A‑Wagen von 1895, mit Holzbänken und Holzboden, der blau und cremefarben lackierte M-Wagen, der in der Nachkriegszeit durch München rollte. Auch die Tram R2.2a, die erst 2025 in den Ruhestand verabschiedet worden ist. "Es ist richtig, dass München die Tram erhalten hat und nicht nur auf Bus und U-Bahn gesetzt hat, wie Hamburg und Berlin", sagt Ingo Wortmann, Geschäftsführer der MVG.

Bei der "schweren Instandhaltung", der Haupt-Tram-Werkstatt in der Ständlerstraße 20, arbeitet Hanno Etzbach (46) an einem Zug, Baujahr 1911. Wie in der Autowerkstatt kommt der Handwerker über die Grube von unten an Elektrik und Mechanik: "Das Museum ist klimatisiert. Die Bahnen bleiben erhalten. Es ist aber gut, wenn sie ab und zu rollen", sagt der Elektriker für Betriebstechnik. Die Herausforderung im Moment: "Wir schmieren viel, prüfen jetzt Bremsen, Schrauben und besorgen Ersatzteile."
Die Leute sollen sicher und gemütlich fahren
Wenn kein Jubiläum ansteht, repariert er moderne Züge: "Es macht mir Spaß. Wir wissen, dass wir den Menschen einen Dienst erweisen, auch wenn das kitschig klingt. Die Leute sollen sicher und gemütlich Trambahn fahren."
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