Neues bei der Deutschen Bahn: Keine lästigen Ticket-Kontrollen mehr

Reisende soll man nicht aufwecken: Die Bahn testet jetzt eine neue App-Funktion, mit der die Kunden ihr Ticket bei Fahrtantritt quasi selbst abknipsen. Das soll mehr Komfort bringen – für beide Seiten.
| Linda Jessen
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Empfehlungen
Das Gerät der Zugbegleiterin zeigt: Der Fahrgast auf Platz 54 muss nicht mehr kontrolliert werden.
Bernd Wackerbauer Das Gerät der Zugbegleiterin zeigt: Der Fahrgast auf Platz 54 muss nicht mehr kontrolliert werden.

München - Grad hat man das Süßigkeitenarsenal für die Fahrt sortiert, eine bequeme Sitzhaltung erarbeitet und das Buch aufgeschlagen, der Sitznachbar döst bereits, da wird man hochgerissen. "Guten Tag, die Fahrscheine bitte."

Das Seufzen, Aufrichten und Ticket rauswühlen soll man sich als Bahnreisender künftig ersparen können. In der App der Deutschen Bahn, in der bisher auch schon das Ticket hinterlegt werden konnte, gibt es jetzt die Möglichkeit zum Self-Check-In, wie man ihn schon vom Flughafen kennt.

Self-Check-In: So funktioniert die neue Funktion

Drei Minuten vor Abreise kann man dann bestätigen, dass man eingestiegen ist. Das bezahlte Ticket ist in der App gespeichert, gegebenenfalls auch die Bahncard. Der Zugbegleiter kann auf seinem Gerät sehen, auf welchen Plätzen der Fahrschein schon selbst bestätigt ist. Hier liegt freilich der Knackpunkt: die Funktion gibt es nur in Zusammenspiel mit einer Sitzplatzreservierung.

Das Gerät der Zugbegleiterin zeigt: Der Fahrgast auf Platz 54 muss nicht mehr kontrolliert werden.
Das Gerät der Zugbegleiterin zeigt: Der Fahrgast auf Platz 54 muss nicht mehr kontrolliert werden. © Bernd Wackerbauer

Die Bahn will so den Passagieren die Störung durch die - bei Personalwechsel mehrfache - Kontrolle ersparen. Und auf der anderen Seite den Mitarbeitern eine Aufgabe abnehmen. "Die Zugbegleiter haben so mehr Zeit für andere Dinge", sagt Bahn-Sprecher Michael-Ernst Schmidt.

Wer auf dem Platz sitzt, kann die Zugbegleiterin nicht sehen. "Für uns als Unternehmen geht es um die Kontrolle, dass ein Ticket bezahlt wurde", sagt Schmidt. Datenschutzrechtlich verändere sich die Situation damit nicht gegenüber den normalen Online- und App-Ticketkäufen. Weitergeben kann man so ein Ticket nicht, es ist mit dem Account in der App verknüpft.

Die Funktion ist bis Ende Juni in der Beta-Testphase. Für Münchner Reisende ist sie auf der ICE-Strecke nach Hamburg verfügbar.

Weitere News aus München finden Sie hier

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – mitdiskutieren Empfehlungen
0 Kommentare
Artikel kommentieren