Neueröffnung direkt am Marienplatz: "Kann nicht sein, dass München keinen eigenen hat"
Die AZ trifft Michael Khambekar mit einer Kaffeetasse (natürlich mit Comic-Motiv) in der Hand an einem kalten Januarmontag noch vor Ladenöffnung am Marienplatz. "Splendid Comics" steht in knalliger Schrift und mit Sprechblase, wie man es eben kennt, über dem Eingang seines Ladens, der hier am 1. Januar eingezogen ist.
"Für jegliches Alter und jegliches Interesse": Splendid Comics am Marienplatz
Am Eingang selber wird man dann von Alfred E. Neumann, Charakterkopf aus dem legendären MAD-Magazin, begrüßt – in Tracht, mit Breze und sich ein Bier direkt in den Schädel leerend.
Mit MAD wären wir auch schon bei dem Magazin, das bei Michael Khambekar die Comic-Leidenschaft geweckt hat, damals mit 13, 14 Jahren. "Da habe ich gemerkt, was Comics alles können", sagt er. "Es gibt Comics für jegliches Alter und jegliches Interesse. Weit mehr als nur Superhelden".
Comics aus aller Welt und von Münchner Künstlern
Das will Khambekar auch mit seinem neuen Laden abbilden: Es gibt hier Comics für Kinder, US-Comics, die frankobelgischen Klassiker wie Tim & Struppi oder Marsupilami, natürlich auch Superhelden-Comics von DC und Marvel, Graphic Novels für Erwachsene und natürlich auch ganz viele bayerische und Münchner Comickünstler, wie zum Beispiel Uli Oesterle oder Barbara Yelin.

Dazu kommen noch sehr edel gestaltete Sonderausgaben und einige Regale mit Schlüsselanhängern, Postkarten, Tassen und Ähnlichem. "In der Lage hier am Marienplatz verkauft man davon viel", erklärt Khambekar bei einem Rundgang durch sein Geschäft. "Das trägt erstmal bis die Comics besser laufen".

Signieraktionen, Lesungen, Workshops
Noch ist die eine oder andere kleine Baustelle im Laden zu sehen, es ist alles noch etwas im Entstehen begriffen. Verständlich, ist es doch sein erster eigener Laden.
Auch eine Münchner Ecke will Khambekar noch einrichten. "Dazu gibt es dann auch Signieraktionen, Lesungen und Workshops", sagt er. Am 21. Februar zum Beispiel mit Christopher Kloiber, dem Schöpfer des bayerischen Superhelden "Tracht Man".

Fast ein Jahr lang gab es in München gar keinen Comicladen mehr. Der letzte war die "Comic Company" im Glockenbachviertel, der im Januar 2025 dicht gemacht hatte. "Das war der Punkt wo ich mich entschlossen habe, das allein durchzuziehen", so Khambekar, der schon einige Jahre mit dem Gedanken gespielt hatte, einen eigenen Comicladen aufzumachen. "Es kann ja nicht sein, dass München keinen eigenen Comicladen hat".
In Berlin und Hamburg gebe es acht oder neun Läden, weiß Khambekar. "In Wien sogar mehr als zehn!"

"Ich brauche Laufkundschaft"
Sein Problem bisher war, dass Gewerbeimmobilien in München so teuer sind. "Für die Lage des Anschlussladens brauche ich eine zentrale Stelle, am besten in U- oder S-Bahnnähe". Comicfans würden zwar einen weiten Weg auf sich nehmen, "die finanzieren allein aber leider kein Ladengeschäft".
"Dann hat sich das mit Kreativ München ergeben", sagt Khambekar. Das ist die städtische Anlaufstelle für die Kultur- und Kreativwirtschaft. Und die vergibt auch Räume wie eben diesen im Rathaus befristet als Zwischennutzung.
Ein Jahr lang "Splendid Comics" am Marienplatz
Ein Jahr lang darf Khambekar mit seinem Laden "Splendid Comics" hier sein. Befristet, dafür ist die Miete sehr günstig. "Ich strecke jetzt schon die Fühler aus und suche einen Anschlussladen per 1. Januar 2027", sagt Khambekar.

Im Erdgeschoss gibt es eine große und gut sortiere Auswahl an Comics und im ersten Stock eine Lese-Ecke mit Sitzsäcken.
Damit haben alle Münchner Comicfans – und auch die, die es vielleicht noch werden wollen – nun wieder eine Anlaufstelle, um zu Fachsimpeln, sich beraten zu lassen und um Neues zu entdecken. Zumindest für ein knappes Jahr.
Splendid Comics, Marienplatz 8, Montag bis Samstag, 10.30 bis 19 Uhr. Mehr Infos
- Themen:
- Glockenbachviertel
- Marienplatz

