Neuer Leiter des K 11: Er jagt jetzt Münchens Mörder

Der 37-Jährige Josef Wimmer übernimmt ab sofort die Leitung des K11, der Mordkommission. Der Kriminaloberrat weiß auch schon, welchen Fall er unbedingt lösen möchte. 
| Ralph Hub
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Josef Wimmer wird neuer Leiter der Mordkommission.
AZ Josef Wimmer wird neuer Leiter der Mordkommission.

München - Die Aufklärungsquote bei den Ermittlern vom K 11 liegt bei knapp 100 Prozent. In diesem Jahr sogar darüber, weil nicht nur alle aktuellen Morde, sondern auch zwei schon viele Jahre zurückliegende Fälle aufgeklärt wurden. Fünf Teams umfasst die Mordkommission, knapp 30 Fahnder. Ihr neuer Chef kommt von der Verkehrspolizei. Josef Wimmer ist seit 17 Jahren Polizist.

Er stammt aus dem Landkreis Rosenheim, wo er auch heute noch lebt, zusammen mit seiner Partnerin. Die letzten drei Jahre war er Chef der VPI Verkehrsanzeigen, sozusagen der Kripo der Verkehrspolizei.

Hat Ihnen der alte Job nicht mehr gefallen?
JOSEF WIMMER: Ich war dort sehr glücklich und zufrieden und dachte eigentlich nicht, dass mich von dort so schnell etwas weglockt. Aber dann wurde der Posten des Chefs von K11 frei und es hat tatsächlich geklappt.

Was zieht Sie ausgerechnet zur Mordkommission?
Das K 11 hat im Präsidium eine große Strahlkraft. Es sind oft aufsehenerregende Fälle. Ein Mord ist immer schrecklich. Für mich ist nichts schlimmer als die Vorstellung, dass ein Mörder frei herumläuft. Es ist die ureigenste Aufgabe eines Polizisten, Mörder zu fassen. Jeder von uns will solche Fälle lösen. Das fesselt mich. Das ist eine ganz besondere Herausforderung.

Welcher Mord beschäftigt Sie besonders?
Zweifelsohne ist das der Isarmord. Der Tod von Domenico L., der im Mai 2013 von einem Mann nahe des Deutschen Museums erstochen wurde, nachdem dieser seine Verlobte grundlos angespuckt hatte. Wir haben so viel unternommen, um den Täter zu fassen. Bisher leider ohne Erfolg. Der Stachel sitzt tief. Ich hoffe, dass wir diesen Fall möglichst bald aufklären.

Der erste Mord, an den Sie sich erinnern?
Der Tod von Walter Sedlmayr, an den kann ich mich noch genau erinnern. Damals war ich erst zehn Jahre alt und bin noch zur Schule gegangen. Es war nicht nur das Verbrechen an sich, sondern auch die Umstände, das verborgene Leben des Schauspielers, von dem kaum jemand etwas wusste.

Mögen Sie Krimis?
Nicht besonders. Dokumentationen über Kriminalfälle interessieren mich da schon mehr.

Ihre Stärken?
Ich bin offen, humorvoll und ich kann Prioritäten setzen. Familie ist mir sehr wichtig und auch Freunde.

Ihre Schwächen?
Pünktlichkeit ist nicht unbedingt eine meiner Stärken. Aber ich bin halt auch kein Sklave der Zeit.

Vorbilder?
Eigentlich nicht. Es gibt Kollegen, bei denen ich gewisse Eigenschaften bewundere, von deren Besonderheiten man sich eine Scheibe abschneiden möchte. Als Kind hab ich gerne Fußball gespielt. Ich wollte immer ein guter Fußballer sein. Aber ich wollte nie sein so wie Ronaldo oder ein anderer Star.

Lesen Sie hier: Fast 100 Fälle pro Tag in München - Bei Anruf Betrug: Die Maschen der falschen Polizisten

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