Neuer Hafen für das Puerto Giesing: Disco im Stadtmuseum

Das Kulturprojekt „Puerto Giesing“, das raus muss aus dem alten Hertie in Giesing, findet am Jakobsplatz eine neue Heimat. Am Donnerstag wird dort zum ersten Mal gefeiert.
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Im Stadtmuseum wurde kräftig gefeiert
Florian Haamann/kultur-vollzug.de Im Stadtmuseum wurde kräftig gefeiert

MÜNCHEN - Das Kulturprojekt „Puerto Giesing“, das raus muss aus dem alten Hertie in Giesing, findet am Jakobsplatz eine neue Heimat. Am Donnerstag wird dort zum ersten Mal gefeiert.

Das Puerto Giesing ist doch nicht tot. Anhänger der Münchner Subkultur, die bis zuletzt im ehemaligen Hertie-Kaufhaus in der Tegernseer Landstraße zu wummernden Bässen tanzten, haben ein neues Refugium. Für zwei Monate zieht das Konglomerat aus Disco, Konzerthalle und Schaubühne für Medienkünstler in zwei Ausstellungsräume des Stadtmuseums. Der neue Münchner Underground-Hotspot ist ein Gemeinschaftsprojekt von den Initiatoren von Puerto Giesing, den Party-und Konzertveranstaltern "Der Kongress" und "Chrome Music".

Eigentlich sollte der Giesinger Hafen schon im August die Schotten dicht machen. Dann hieß es: Gnadenfrist bis Ende des Jahres. Jetzt wird aus Puerto Giesing das „Nachtmuseum“. Die Verträge – eine Art Schnupper-Testlauf für zwei Monate – sind frisch unterschrieben, die erste Party steigt am schon am Donnerstagabend, 10. Dezember. Im Anschluss an die Foto-Ausstellung „Herlinde Koelbl – Mein Blick“ füllen DJs von „Team from Hell“, „Gomma“ und „Der Kongress“ den zweiten Stock des Museums mit Electro- und Hip-Hop-Musik. Allerdings nur für Gäste, die sich per Facebook (www.facebook.com/puertogiesing) eine Einladung gesichert haben.

Puerto-Partygänger werden den neuen Hafen ohnehin kaum wiedererkennen. Wurde in Giesing nicht weniger als ein ganzes Kaufhaus zur Tanzfläche, so muss sich Zehra Spindler, die Macherin von Puerto Giesing, nun mit nur zwei Räumen im Obergeschoss begnügen. Maximal 400 Gäste haben Platz. „Es wird eine etwas exklusivere Nummer, aber wir wollen nicht elitär werden“, versichert die 42-Jährige.

Auch die neue Location in der Innenstadt versteht sich nicht als reiner Club. Gemeinsam mit Helmut Bauer vom Stadtmuseum sind Podiumsdiskussionen, Nachtlesungen, und Installationen geplant.

Unumstritten war das Kultur-Projekt mitten im Wohngebiet Giesing nie. Nachbarn hatten sich über den Lärm beschwert, in Internetforen wurde heftig geschimpft. „Wir werden im Stadtmuseum nicht so laut sein. Schon allein, weil viel weniger Leute hineinpassen“, sagt Spindler.

Ab kommenden Donnerstag fährt das Puerto Giesing also zweigleisig, die große Abschlussveranstaltung steigt am 31. Dezember. Im Stadtmuseum legen dann DJs von Chromemusic schräge Stücke aus Musikblogs auf: à la Beatles meets Hip Hop. In Giesing läuft Electro. Für 20 Euro Eintritt kann man zwischen beiden Partys tingeln. Danach ist Puerto Giesing endgültig Geschichte. Christoph Maier

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