Neue Pläne für Karstadt Sports: Wer zieht ins Gebäude ein?

Das ehemalige Sportgeschäft am Stachus wird bis 2023/24 umgebaut – und ist Beispiel für den Wandel der Innenstädte.
| Myriam Siegert
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Noch ist unklar, wer in die Räumlichkeiten von Karstadt Sports einzieht.
Noch ist unklar, wer in die Räumlichkeiten von Karstadt Sports einzieht. © imago/Passion2Press

München - Mehr als 40 Jahre war der Karstadt Sports eine feste Anlaufstelle in der Innenstadt. Doch dann wurde im Juni vergangenen Jahres bekannt, dass Galeria Karstadt Kaufhof 20 der 30 Filialen der Sportladenkette schließen will, auch die in München. Zum 31. Oktober 2020 wurde den Mitarbeitern gekündigt, seitdem stand das Haus an der Neuhauser Straße 20, das um 1800 gebaut wurde, leer und eher trostlos da.

Von außen ändert sich wenig

Jetzt wird bekannt, was zukünftig mit der Immobilie geschehen soll. Das Münchner Immobilienunternehmen Accumulata wird das Gebäude im Auftrag des Eigentümers Euro Real Estate neu entwickeln.

Von außen wird die denkmalgeschützte Immobilie auch wegen des Denkmalschutzes recht gleich bleiben, heißt es. Das Gebäude gehöre wie das Rathaus zum Stadtbild. Daran solle sich auch nichts ändern, beteuert Ralf Peter, Geschäftsführer der Euro Real Estate.

Ein Bild aus den letzten Tagen: Ausverkauf bei Karstadt Sports.
Ein Bild aus den letzten Tagen: Ausverkauf bei Karstadt Sports. © imago/Michael Westermann

Im Inneren tut sich mehr: So werden die rund 14.000 Quadratmeter Fläche kaum von einem einzigen neuen Mieter bezogen werden. Geplant ist vielmehr eine "Neupositionierung als Mixed-Use-Immobilie", die ihrer "prominenten Lage gerecht wird und einen nachhaltigen Beitrag zur Attraktivität der Innenstadt leistet", so Accumulata-Chef Markus Diegelmann.

"Wir fühlen uns München seit jeher besonders stark verbunden und möchten in enger Zusammenarbeit mit den Behörden eine komplett neue, tageslichtdurchflutete Innenraumkonzeption entwickeln, die höchsten architektonischen Ansprüchen gerecht wird. Nach der Repositionierung werden wir die Immobilie langfristig in unserem Bestand halten", sagt Ralf Peter.

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Konkret: Wer oder was hier einmal einziehen wird, "ist noch nicht spruchreif", erklärt ein Accumulata-Sprecher der AZ. Die Zeit der großen Warenhäuser sei jedoch vorbei. Die Corona-Krise habe diese Entwicklung im Einzelhandel und Strukturwandel in den Innenstädten "wahnsinnig beschleunigt".

Das sei Schwierigkeit und Chance zugleich. Die "Mono-Nutzung" einer solchen reinen Handelsimmobilie lasse sich nicht plötzlich in Büros oder Wohnungen ändern. Rechtlich wie bautechnisch seien große Veränderungen nötig. Zugleich sei es spannend, zu untersuchen, "Was braucht die Innenstadt, wonach hat die Stadtbevölkerung hier Bedarf?", so der Sprecher.

Historische Fassade: der Karstadt Sports am Stachus.
Historische Fassade: der Karstadt Sports am Stachus. © imago/imagebroker

Einem Bericht der "SZ" von vergangenem Juni zufolge könnte möglicherweise Sport Scheck in die Immobilie von Karstadt Sports einziehen. Die dann frei werdenden Räumlichkeiten im Pschorr-Haus in der Fußgängerzone könnten dann gewinnbringend weitervermietet werden. Vergangenen Sommer wurde darüber spekuliert, dass Apple Interesse haben soll.

Im ersten Quartal 2021 beginnt aber erstmal der Rückbau des Karstadt-Sports-Gebäudes, 2023/2024 soll alles fertig sein.

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