In der ehemaligen Polarfuchsanlage: Neue Tierart in Hellabrunn eingezogen

In der Polarwelt im Tierpark Hellabrunn gibt es eine neue Art zu entdecken: In der ehemaligen Polarfuchsanlage residiert jetzt ein weiblicher Nordamerikanischer Baumstachler. Bald kommt ein Männchen dazu.
Guido Verstegen |
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Der Nordamerikanische Baumstachler im Tierpark Hellabrunn.
Der Nordamerikanische Baumstachler im Tierpark Hellabrunn. © Tierpark Hellabrunn/Lisa Reininger

Er ist auch als Urson oder Baumstachelschwein bekannt: Der Nordamerikanische Baumstachler ist in den Tierpark Hellabrunn in München eingezogen. Das Nagetier aus der Familie der Baumstachler gilt als der größte und bekannteste Vertreter seiner Familie. Die Gattung findet sich hauptsächlich in Kanada sowie in den nördlichen und westlichen Teilen der USA.

Zoologischer Kurator Diener: "Baumstachler sind faszinierende Tiere"

Wie der Tierpark weiter mitteilt, handelt es sich um ein Weibchen, das jetzt in der ehemaligen Polarfuchsanlage daheim ist. Die Anlage wurde für die neuen Bewohner umgestaltet und an ihre Bedürfnisse angepasst. In Kürze soll ein Männchen dazukommen.

"Baumstachler sind faszinierende Tiere, die sich durch ihre besondere Anpassungsfähigkeit auszeichnen. Ihr großes Verbreitungsgebiet in Nordamerika zeigt, wie gut sie mit unterschiedlichen Lebensräumen und klimatischen Bedingungen zurechtkommen", sagt Eric Diener, zoologischer Kurator und zuständig für die Polarwelt im Zoo.

Unter anderem Blätter, Knospen, Rinden und Früchte auf dem Speiseplan

Baumstachler sind vor allem für ihr stacheliges Fell und ihre Kletterkünste bekannt. Rund 30.000 Stacheln mit Widerhaken schützen die Tiere den Angaben zufolge vor Fressfeinden. Bei Gefahr können sich die Stacheln leicht lösen und in der Haut eines Angreifers stecken bleiben.

Baumstachler ernähren sich vor allem von Blättern, Knospen, Rinden und Früchten.
Baumstachler ernähren sich vor allem von Blättern, Knospen, Rinden und Früchten. © Tierpark Hellabrunn/Lisa Reininger

Obwohl Baumstachler eher langsam unterwegs sind, bewegen sie sich geschickt in Bäumen und Sträuchern. Ihre kräftigen Krallen geben ihnen dabei sicheren Halt. Auf ihrem Speiseplan stehen unter anderem Blätter, Knospen, Rinden und Früchte.

"Perspektivisch ist auch Nachwuchs denkbar"

Ihr Verbreitungsgebiet reicht bis an die Hudson Bay in Kanada – eine Region, in der auch Eisbären vorkommen. Ihre Fähigkeit, sich an unterschiedliche Lebensräume und klimatische Bedingungen anzupassen, macht die Tiere besonders interessant.

Das Verbreitungsgebiet der Baumstachler reicht bis an die Hudson Bay in Kanada. Dort kommen auch Eisbären vor.
Das Verbreitungsgebiet der Baumstachler reicht bis an die Hudson Bay in Kanada. Dort kommen auch Eisbären vor. © Tierpark Hellabrunn/Lisa Reininger

Das Weibchen gewöhnt sich derzeit noch an sein neues Zuhause und ist deshalb möglicherweise nicht immer auf der Außenanlage zu sehen. Wenn es sich mit dem bald ankommenden Männchen gut verstehe und die Voraussetzungen stimmten, sei perspektivisch auch Nachwuchs denkbar, heißt es. Baumstachler werden im Alter von etwa zwei Jahren geschlechtsreif, das Baumstachelschwein und sein baldiger Gefährte in Hellabrunn sind in diesem Jahr geboren.

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