Neue Ideen für die Alte Akademie 

Freischankfläche in der Fußgängerzone, Wohnungen auf Zeit, offene Arkaden. ÖDP/München Liste fordert eine "maximale Öffnung" für die Münchner von den neuen Investoren.
Eva von Steinburg
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Die Visualisierung der Alten Akademie aus dem Architekturwettbewerb. Eine Öffnung der Arkaden im vorspringenden Kopfbau ist im Gespräch.
Die Visualisierung der Alten Akademie aus dem Architekturwettbewerb. Eine Öffnung der Arkaden im vorspringenden Kopfbau ist im Gespräch. © Morger Partner Architekten

Die Alte Akademie liegt seit November 2023 brach. "Als Mahnmal für Investorenhochmut und Schandfleck mitten in der Stadt", so die ÖDP/München Liste. Für das mächtige, charmante Ensemble mit über 400 Jahren Historie – und 30.000 Quadratmeter feinster Citylage – fordert die ÖDP/München Liste nun eine "maximale Öffnung".

Denn es ist im Gespräch "die Arkade im Kopfbau zu öffnen", so Stadtbaurätin Elisabeth Merk (parteilos). Sodass Passanten in der Neuhauser Straße, wie vor der René Benko-Übernahme, in der Fußgängerzone durch den Kopfbau der Alten Akademie flanieren können. So wie es in der Münchner Innenstadt seit Mitte der 50er-Jahre war.

Der neue Investor, die Heinz-Hermann-Thiele Familienstiftung samt Berater, die Hammer AG von CSU-Stadtrat Hans Hammer, kündigt an, die Alte Akademie "den Münchnern zurückzugeben". Am 23. Oktober 2025 hat Stadtbaurätin Elisabeth Merk sich mit der Investorengruppe getroffen. Auf ÖDP-Anfrage berichtet sie von deren Plänen für das historische Ensemble:

Am Richard-Strauss-Brunnen soll es eine Freischankfläche geben, eventuell sogar mit einer Verlegung des großen Brunnens in der Fußgängerzone an der Neuhauser Straße. Einen Hof möchten die Investoren vergrößern, die geplante Gastronomie im Hof soll beschränkt werden.

Diese Goldgräberstimmung regt mich auf

Die ÖDP/München Liste bewertet dies als Begrenzung: "Diese Goldgräberstimmung und Privatisierung regt mich auf. Wir fordern eine maximale Zugänglichkeit für die Münchner, dazu gehören Arkaden und Hof", sagt Johann Sauerer, Fachreferent Stadtplanung von der ÖDP/München Liste.

Johann Sauerer, Referent für Stadtplanung von der ÖDP/München Liste.
Johann Sauerer, Referent für Stadtplanung von der ÖDP/München Liste. © privat

Ursprünglich hatte die Signa von René Benko 60 Luxus-Mietwohnungen in dem denkmalgeschützten Bau schaffen wollen. Die neuen Pläne sehen allerdings "gewerbliches Wohnen" vor. Also ein Wohnen auf Zeit, beispielsweise für Geschäftsleute. Die ÖDP/München Liste dazu: "Wollen die Investoren etwa ein Boardinghaus? Wo führt das hin, wenn hier kein normales Wohnen stattfindet? Diese Kommerzialisierung ist die falsche Lösung für so eine bedeutende Immobilie", meint Johann Sauerer.

Weitere Vorhaben sind: Teil-Verglasung von Dachflächen und die denkmalgeschützte Fassade des früheren Hettlage-Modehauses von 1955 abzubrechen – und sie höher zu bauen. Dieser Wunsch kommt bei der Stadt nicht an. "Der Denkmalschutz steht dagegen", sagt eine Planungsreferat-Sprecherin.

Mit Bauzaun: Die Baustelle der Alten Akademie heute.
Mit Bauzaun: Die Baustelle der Alten Akademie heute. © privat

300 Unterschriften für die Kopfbau-Arkaden

Elisabeth Merk befürwortet, die Arkaden im Kopfbau wieder zu öffnen. Dafür hatte es beim Arkaden-Streit 2019 über 300 Unterschriften gegeben. Die nun signalisierte Bereitschaft des Investors, lässt den Fraktionssprecher der ÖDP/München-Liste, Tobias Ruff, auch auf offene Arkaden an der Kapellenstraße am Hettlage-Bau hoffen: "Es geht darum, dass der öffentliche Raum nicht eingeschränkt wird", so Ruff.

Die Thiele-Stiftung ist noch nicht Eigentümerin der Alten Akademie, obwohl der Landtag dem Verkauf zugestimmt hat. Einen Zeitplan hätte sie jedoch schon: 2029 soll die riesige Baustelle fertig sein.

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  • tutnixzursache vor einer Minute / Bewertung:

    die ödeP… immer wieder witzig

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