Nazi-Vergangenheit wird weiter aufgearbeitet

Das Haus der Kunst arbeitet weiter an der Aufarbeitung seiner dunklen Geschichte. 1937 war es als erstes architektonisches Vorzeigeprojekt der NS-Propaganda von Adolf Hitler persönlich eröffnet worden.
| dpa
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Das Haus der Kunst: Vor 50 Jahren zeigte es zum ersten Mal Mode, damals von Christian Dior. Vom 20. März bis zum 1. Juni ist jetzt die Ausstellung zum 20. Jubiläum des Maison Martin Margiela zu sehen.
Ronald Zimmermann Das Haus der Kunst: Vor 50 Jahren zeigte es zum ersten Mal Mode, damals von Christian Dior. Vom 20. März bis zum 1. Juni ist jetzt die Ausstellung zum 20. Jubiläum des Maison Martin Margiela zu sehen.

München - Unter dem Namen „GDK Research“ wird Ende Oktober eine Forschungsplattform zu den „Großen Deutschen Kunstausstellungen“ (GDK) freigeschaltet, die die Nationalsozialisten von 1937 bis 1944 alljährlich in München veranstalteten. „Die Datenbank ist die erste leistungsfähige Plattform für die Erforschung dieser für die Kunstpolitik des Nationalsozialismus maßgebenden Ausstellungen“, hieß es in einer Mitteilung des Hauses der Kunst.

Insgesamt wurden bei den Nazi-Ausstellungen rund 11 000 Exponate gezeigt, nur ungefähr zehn Prozent waren bislang durch Abbildung bekannt. Das soll die Datenbank nun ändern. Grundlage sind sechs Fotoalben, die sich im Zentralinstitut der Kunstgeschichte befinden. Die Datenbank ist das Ergebnis einer zweijährigen Forschungsarbeit, wie das Zentralinstitut am Dienstag in München mitteilte.

Das Haus der Kunst, ein riesiger Monumentalbau an der Münchner Prinzregentenstraße, wurde von Adolf Hitler persönlich am 18. Juli 1937 eröffnet. Es war das erste architektonische Vorzeigeprojekt der NS-Propaganda. Einen Tag nach der großen Eröffnung startete die Ausstellung „Entartete Kunst“ in den nahe gelegenen Hofgartenarkaden als gezielte Kontrastveranstaltung, die 600 Kunstwerke der klassischen Moderne als „entartet“ an den Pranger stellte.

Bis 1944 wurde das Museum als „Haus der deutschen Kunst“ mit der jährlichen „Großen Deutschen Kunstausstellung“ zum Sinnbild der Gleichschaltung, der Unterdrückung freier Kunst und der Verfolgung als „entartet“ gebrandmarkter Künstler. 

 

 

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