Narhalla Prinzenpaar: Die Zeit ist der Wahnsinn

Désirée I. und Moritz II. sind noch bis Dienstag die närrischen Regenten der Stadt. Im AZ-Interview sprechen sie über Terminstress, Krankenhausbesuche und Verwechslungen.
| Interview: Annette Baronikians
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Die Zeit drängt, also geht’s mit dem Interview im Prinzenauto weiter: das Prinzenpaar mit AZ-Reporterin Annette Baronikians.
Annette Baronikians 2 Die Zeit drängt, also geht’s mit dem Interview im Prinzenauto weiter: das Prinzenpaar mit AZ-Reporterin Annette Baronikians.
Kurze Entspannung im Blue Spa des Bayerischen Hofs, dann muss das Prinzenpaar wieder seines Amtes walten.
Annette Baronikians 2 Kurze Entspannung im Blue Spa des Bayerischen Hofs, dann muss das Prinzenpaar wieder seines Amtes walten.

Désirée I. und Moritz II. sind noch bis Dienstag die närrischen Regenten der Stadt. Im AZ-Interview sprechen sie über Terminstress, darüber, warum man Prinzessinnen auch mal auf die Bühne schieben muss – und man als Prinz für einen Pagen gehalten werden kann.

München - Sie sind das offizielle Narrhalla-Prinzenpaar 2020 der Stadt: Prinz Moritz II. (23) und Prinzessin Désirée I. (22). Bis Aschermittwoch haben sie die närrische Regentschaft über München.

Traditions- und standesgemäß logiert das Paar im Bayerischen Hof. Dort traf die AZ die Hoheiten zum Gespräch.

AZ: Guten Tag, Eure Tollität, Grüß Gott, Eure Lieblichkeit. Ist das die korrekte Anrede?
PRINZ MORITZ: Ja, das ist sie wohl, doch Moritz reicht auch.

PRINZESSIN DÉSIRÉE: Und ich bin Désirée, wobei ich auch gern auf "Prinzessin" hör‘.

Gerne doch! Sie beide sitzen gerade so vertraut auf dem Bett. Sind Sie tatsächlich ein Paar?
DÉSIRÉE: Mit niemandem verbringe ich so viel Zeit wie mit meinem Prinzen.

MORITZ: Absolut richtig, wir sind dauernd zusammen.

Klingt ja nicht gerade nach großer Leidenschaft…
DÉSIRÉE (lacht): Stimmt! Bei uns knistert es nicht. Wir sind kein Paar, doch sehr gute Freunde und wollen das auch nach unserer Amtszeit bleiben.

Die Zeit drängt, also geht’s mit dem Interview im Prinzenauto weiter: das Prinzenpaar mit AZ-Reporterin Annette Baronikians.
Die Zeit drängt, also geht’s mit dem Interview im Prinzenauto weiter: das Prinzenpaar mit AZ-Reporterin Annette Baronikians. © Annette Baronikians

Wie wurden Sie denn zu Prinz und Prinzessin?
MORITZ: Dass ich mal Prinz werde, war mir fast in die Wiege gelegt. 1988 war mein Vater schon als Nikolaus I. Faschingsprinz. So bin ich im Grunde von klein auf bei der Faschingsgesellschaft Narrhalla mit dabei. Schon als Kind hat mich das begeistert.

Und dann fragt einen das Präsidium irgendwann, ob man nicht Prinz werden will?
MORITZ: Ich wurde schon mehrmals gefragt, doch ich wollte erst Schule und Ausbildung fertigmachen. Prinz oder Prinzessin kommen entweder aus den eigenen Reihen oder durch Bewerbungen. Manchmal wird auch im Bekanntenkreis gesucht.

DÉSIRÉE: Das ist gar nicht einfach, schließlich müssen unter anderem auch Größe und Alter zusammenpassen und nicht zuletzt muss die Chemie stimmen.

MORITZ: Allerdings, schließlich ist man sieben Tage die Woche fast rund um die Uhr zusammen. Für mich war zunächst eine andere mögliche Prinzessin vorgesehen, doch da gab’s keine so rechte Euphorie.

Was Ihr Glück war, Désirée, nicht?
DÉSIRÉE: Ein Riesenglück! Meine Mutter, die in ihrer ursprünglichen Heimat, in Rio, brasilianische Karnevalsprinzessin war, wurde von der Narrhalla gefragt, ob ich nicht Lust hätte. Klar! Hatte ich. Und zwischen Moritz und mir hat es von Anfang an gepasst.

Wann fing Ihre – nennen wir’s mal – Zusammenarbeit an?
MORITZ: Vor knapp fünf Monaten. Wir mussten tanzen lernen, hatten zig Foto- und Schneidertermine. Seit dem Faschingsauftakt am 11.11. wurde es dann immer mehr. Insgesamt haben wir knapp 200 Veranstaltungen.

DÉSIRÉE: In der heißen Phase kommen wir jetzt auf täglich acht bis zehn Termine in vollem Ornat. Das ist schon etwas stressig. Zurzeit haben wir kaum fünf Stunden Schlaf.

"Wir bringen Freude. Das ist doch etwas Wunderbares"

Es steht also gut um den Münchner Fasching?
MORITZ: Aber ja! Er hat eine lange Tradition. Wir haben viele gut besuchte Bälle, ausgelassene Partys mit und ohne Kostümierung oder unseren beliebten Straßenfasching.

DÉSIRÉE: Ob Groß oder Klein, Alt oder Jung – für jeden ist etwas dabei.

Was ist es, dass Sie beide über Ihr Prinzenpaar-Amt so strahlen lässt?
MORITZ: Wir bringen Freude. Das ist doch etwas Wunderbares. Wir treten mit Garde und Gefolge ja nicht nur auf prächtigen Bällen auf, sondern auch in sehr vielen sozialen Einrichtungen. Wir besuchen beispielsweise Krankenhäuser, Seniorenheime oder Menschen mit Handicap.

DÉSIRÉE: Wir sind auch bei Menschen, die vielleicht nur noch einmal im Leben ein Prinzenpaar sehen. Ihnen ein Lächeln zu entlocken …

MORITZ: … ist sogar schöner als ein großer Ball-Auftritt.

Bestimmt nicht leicht, wenn einem Klinikbesuch im Anschluss gleich eine ausgelassene Party folgt.
DÉSIRÉE: Ja, stimmt, doch nicht umsonst nennen mich bei der Narrhalla inzwischen manche "Strahlemaus". Außerdem müssen wir natürlich auch professionell sein.

MORITZ: Während wir bei den einen Terminen etwas bewegen, machen wir bei anderen Show.

DÉSIRÉE: Genau so, und beides ist gut und bringt Freude.

Kurze Entspannung im Blue Spa des Bayerischen Hofs, dann muss das Prinzenpaar wieder seines Amtes walten.
Kurze Entspannung im Blue Spa des Bayerischen Hofs, dann muss das Prinzenpaar wieder seines Amtes walten. © Annette Baronikians

Was war Ihr bislang lustigstes Erlebnis in Ihrer Amtszeit?
DÉSIRÉE: Bei einer Veranstaltung ging’s zur Bühne über eine Rampe, und ich bin mit meinen Tanzschuhen, kaum oben angekommen, wieder runtergerutscht. Ich wurde dann hochgeschoben.

MORITZ: Ich wurde in meinem Prinzengewand im Bayerischen Hof schon ein paarmal für einen Hotel-Pagen gehalten und gebeten, die Koffer zu nehmen oder das Auto zu parken. Désirée wird in ihrer Robe oft für eine Braut gehalten und bekommt Glückwünsche.

"Meine Prinzenzeit ist und bleibt für mich der absolute Wahnsinn"

Was sagen denn Ihre Freunde dazu, dass Sie derzeit Prinz und Prinzessin sind?
DÉSIRÉE: Also, uncool findet es niemand, ganz im Gegenteil. Manche beneiden mich vielmehr um all das, was ich erleben darf.

MORITZ: Meine Freunde freuen sich für mich, finden es aber nicht so toll, dass sie mich zurzeit gar nicht mehr zu Gesicht bekommen.

Stimmt das Gerücht, dass Sie mehr als nur schöne Erinnerungen an Ihre Zeit als Faschingsprinz mitnehmen werden?
MORITZ (schmunzelt): Ja, könnte man so sagen. Es hat gefunkt. Ich habe mich in Jessy aus der Prinzengarde verliebt. Wir sind ein Paar. Meine Prinzenzeit ist und bleibt für mich der absolute Wahnsinn.

Lesen Sie hier: Faschings-Höhepunkt in München - Tanz der Marktweiber

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