Nachtzüge ab München: Ab nach Paris!

Die Deutsche Bahn steigt wieder in das Segment ein. München profitiert davon zunächst wenig.
| Felix Müller
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Ab Dezember 2021 soll es einen Nachtzug nach Paris geben.
Ab Dezember 2021 soll es einen Nachtzug nach Paris geben. © dpa/Peter Kneffel

München - In den vergangenen Jahren war die Österreichische Bundesbahn (ÖBB) die letzte Rettung der Münchner Nachtzug-Freunde. Nachdem die Deutsche Bahn sich ganz aus diesem Segment zurückgezogen hatte, bot nur die ÖBB noch ein paar Verbindungen an, etwa nach Hamburg, über Köln nach Brüssel oder in italienische Städte.

Nachtzug: Deutsche Bahn steigt wieder ins Geschäft ein

Nun beginnt auch die Deutsche Bahn, sich wieder für das Geschäft mit den Liege- und Schlafwagen zu interessieren. In einer gemeinsamen Erklärung mit anderen europäischen Bahnen hat man nun angekündigt, das Angebot ausbauen zu wollen.

Bahnfahren in der Nacht: Von München nach Paris

Eine konkrete Ankündigung für München steckt in der Mitteilung: Bald geht es wieder über Nacht nach Paris! Die Traditionsstrecke wird wiederbelebt. Ab Dezember 2021 soll es einen Nachtzug Wien-München-Paris geben. Spektakuläre neue internationale Neuverbindungen - etwa Hamburg-Bordeaux-Madrid - laufen ansonsten weit an München vorbei.

Immerhin: Mit dem Zug nach Barcelona zu fahren könnte für Münchner in ein paar Jahren deutlich attraktiver werden. Für 2024 wird ein Nachtzug Zürich-Barcelona angekündigt.

Ist all das nun der große Wurf, insgesamt - und aus Münchner Sicht? "Es ist auf jeden Fall der Wiedereinstieg in das System", sagt Klaus-Peter Naumann vom Fahrgastverband Pro Bahn der AZ. Die Österreicher hätten in den vergangenen Jahren den Deutschen vorgemacht, dass es eben doch funktioniert mit dem zeitgemäßen Nachtverkehr - und die Nachfrage da sei.

München profitiert zunächst nur wenig

Naumann schwärmt von den Nachtzügen der Zukunft, in denen etwa auch im Liegewagen jeder Fahrgast eine eigene abschließbare Koje hat, schon heute habe etwa auch das Frühstücksangebot nichts mit dem zu tun, was Deutsche-Bahn-Fahrgäste traditionell am Morgen ertragen mussten.

Auch Bürgermeisterin Katrin Habenschaden (Grüne) zeigte sich am Mittwoch erfreut über den angekündigten Paris-Nachtzug. "Ich freue mich sehr über die Renaissance der Nachtzüge in Europa", sagte sie der AZ. "Es war ein Fehler der Deutschen Bahn, dieses Angebot beendet zu haben."

Der grüne Münchner Bundestagsabgeordnete Dieter Janecek äußerte sich zurückhaltend über die Ankündigung der neuen Nachtzug-Verbindungen. Im Wesentlichen handele es sich nur um eine "Korrektur des Kahlschlags von 2016", sagte er. Wichtig sei es, jetzt schnell über Absichtserklärungen hinaus in die Umsetzung zu kommen, sagte Janecek. Für München sehe er "noch Luft nach oben", etwa mit Verbindungen nach Kopenhagen oder auch nach Südfrankreich.

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