Nach über 20 Jahren: Deswegen müssen Radfahrer im Olympiapark jetzt absteigen
Über 20 Jahre hatte es niemanden gestört, jetzt sind seit einigen Monaten im Olympiapark fünf Brücken für Radfahrer gesperrt. Der Grund: Die Geländer sind nicht hoch genug. Darüber hat die AZ vor zwei Wochen exklusiv berichtet.
Die Posse erreicht nun auch den Stadtrat: Die Linke will am Mittwoch (24.6.) eine Anfrage dazu einreichen, die der AZ bereits vorliegt.
Posse um gesperrte Brücken im Olympiapark: "Erheblicher Eingriff in den Radverkehr"
Mit einem umfassenden Fragenkatalog wendet sich die Partei an die Verantwortlichen in der Stadt. Die Sperrung der Brücken "stellt einen erheblichen Eingriff in den Radverkehr dar und betrifft eine der wichtigsten Radverbindungen Münchens", so die Linke in ihrer Anfrage.

Sie will unter anderem von der Stadt wissen, wie viele Unfälle es in den vergangenen zehn Jahren mit Radlern auf den Brücken gab. Und auch, ob die Höhe der Brückengeländer dabei eine Rolle gespielt hat.
Die Linke will außerdem wissen, ob Alternativen zur Sperrung geprüft worden seien. Und sie fragt auch, ob die "angenommene Gefährdungslage" der zu niedrigen Geländer auch für alle Fahrräder gilt, zum Beispiel Liegeräder, Lastenräder oder Kinderanhänger.
"Bürokratischer Wahnsinn"
"Das ist doch bürokratischer Wahnsinn", findet Linken-Stadträtin Katharina Horn. "Wie kann so etwas nach all den Jahren plötzlich ein Problem sein?" Es setze dem Ganzen noch "die Krone auf", dass auch für Radfahrer auch Bußgelder verhängt worden seien, so Horn. "Wir wollen jetzt von der Verwaltung wissen, wie es zu diesem Irrsinn gekommen ist", sagt Horn zu ihrer Anfrage.
Die Stadtwerke haben der AZ vor zwei Wochen versichert, man arbeite intensiv daran, eine unbürokratische Lösung zu finden, damit die Radfahrer bald wieder über die Brücken fahren dürfen.
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