Nach scharfer Kritik im Netz: So reagieren die Macher der Münchner Silvestermeile

In den sozialen Medien melden sich viele enttäuschte Besucher der großen Feier auf der Ludwigstraße. Und die ÖDP fordert für nächstes Jahr eine Gratis-Feier.
Jan Krattiger
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Insbesondere die Lichtshow zu Mitternacht auf der Silvestermeile sorgte im Nachgang für viel Kritik. Viele Besucher zeigten sich davon enttäuscht.
Insbesondere die Lichtshow zu Mitternacht auf der Silvestermeile sorgte im Nachgang für viel Kritik. Viele Besucher zeigten sich davon enttäuscht. © Gral/Sara Kurig

"Die Silvestermeile war für mich ein totaler Reinfall", findet zum Beispiel Nutzer "Kirill“ auf Google. "Grundidee war vielleicht nett angedacht, aber die Umsetzung ...“, kritisiert Nutzer "Andy" auf Instagram. "Eine große Abzocke" war es für "Frank" auf Facebook. "Preise wie bei Käfer. Sehr, sehr ärgerlich", fand er.

Die erste Ausgabe der Silvestermeile auf der Ludwigstraße, veranstaltet von der Münchner Event-Agentur "Gral", hat im Nachgang für viel Ärger bei Besuchern gesorgt.

Die Silvester-Lichtshow am Siegestor.
Die Silvester-Lichtshow am Siegestor. © Gral

Enttäuschende Lasershow und teurer Eintritt: Viel Kritik an Münchner Silvestermeile

Viele verschaffen ihrem Ärger in den sozialen Medien auf Instagram, Facebook und Google Luft. Insbesondere die groß angekündigte Lasershow zum Jahreswechsel hat offenbar Enttäuschung hervorgerufen.

Aber auch der Eintrittspreis von 40 Euro (regulär) und die Getränkepreise waren offenbar für viele zu hoch für das gebotene Programm.

"Nicht das gesamte Stimmungsbild": Veranstalter der Silvestermeile kontern Kritik

"Wir bearbeiten aktuell jede eingehende Rückmeldung, egal ob positiv oder negativ", sagt Katrin Strauch von "Gral" auf AZ-Anfrage. "Wie bei fast jeder Großveranstaltung melden sich online vor allem diejenigen, die unzufrieden waren, es bildet aber nicht das gesamte Stimmungsbild des Abends ab."

Lichtprojektion an der Ludwigskirche.
Lichtprojektion an der Ludwigskirche. © Gral

Einige Nutzer kritisieren, dass ihre negativen Kommentare auf den Seiten der Silvestermeile gelöscht worden seien. Das verneint Strauch. "Kommentare oder Bewertungen wurden von uns keine aktiv gelöscht." Man habe zwischenzeitlich Kommentare verborgen, "was wir rückgängig gemacht haben".

ÖDP fordert Gratis-Silvestermeile

Derweil hat die Kritik auch schon die Politik erreicht: "München braucht eine Silvesterfeier, die verbindet statt ausgrenzt", findet ÖDP-Fraktionschef Tobias Ruff im Nachgang. "Und eine die zeigt, dass öffentlicher Raum mehr ist als eine Kulisse für kommerzielle Großevents." Andere Städte wie Paris würden laut Ruff zeigen, dass "große, sichere und kostenlose Feiern im öffentlichen Raum möglich sind“.

Die ÖDP fordert darum nun in einem Antrag, dass die Stadt zum nächsten Jahreswechsel eine kostenlose, frei zugängliche Silvestermeile organisiert – ohne konventionelles Feuerwerk.

Gibt es wieder eine Silvestermeile?

Ob es zum nächsten Jahr wieder eine Silvestermeile geben wird, ist noch offen. "Kritik und Rückmeldungen werten wir im Rahmen der gesamten Nachbereitung aus und berücksichtigen sie bei der gegebenenfalls anstehenden Konzeption zukünftiger Veranstaltungen", so Strauch.

Der Stadtrat hatte der Agentur "Gral“ im Dezember 2024 die Erlaubnis gegeben, die Silvestermeile zweimal durchzuführen. Das ging zurück auf einen früheren Stadtratsbeschluss, der eine zentrale Silvesterfeier in München forderte als Alternative zur privaten Böllerei.

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  • JENZZ vor 15 Minuten / Bewertung:

    Zunächst einmal würde ich es sehr begrüßen, wenn die Nutzung von Sprengstoffen durch Amateure das letzte Mal vor einigen Tagen zu beobachten war. Es gibt phantastische Möglichkeiten für die wenigen Minuten zum Jahreswechsel Licht in den Himmel zu zaubern, der nicht zusätzlich stinkt, Unmengen Feinstaub und andere giftige Stoffe in die Luft bringt und auch keinen Lärm macht. Die Stadt kann das locker organisieren und auch aus der Stadtkasse bezahlen. Die Einnahmen aus den Gastrolizenzen für die Silvesternacht dürften das locker kompensieren. Dann muß man Teile der Stadt auch nicht an einen externen Veranstalter vermieten. Der Besuch einer Veranstaltung gegen Eintritt birgt immer das Risiko, dass einem einzelne Teile des Entertainments nicht gefallen. Veranstalter aller Bereiche können ein Lied davon singen, was die Kundschaft so alles zu kritisieren hat.

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  • JerryH vor 2 Stunden / Bewertung:

    Man kann auch was verlangen aber dann vielleicht Getränke oder irgendwas für den Magen Ermäßigung. Erinnerungstasse, T-Shirt ect.
    Wie kann man nur so 💡 Ideen los sein....

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  • Flo91 vor 2 Stunden / Bewertung:

    40 EUR klang für mich schon auch happig... da muss mehr geboten werden, als ein paar Minuten Lasershow und Musik von wenig bekannten, bis unbekannten Künstlern...

    Gratis würde ich die Veranstaltung aber tatsächlich auch nicht durchführen, mehr wie 25 EUR wäre mir das Ganze selbst dann aber nicht wert gewesen. Und 25,- sollte mit Förderung für die meisten Familien und weniger gut Betuchte machbar sein.

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